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Fostex TH616

Offener HiFi-Over-Ear als Jubiläumsmodell

Kurz & knapp

Beim offenen Over-Ear-Modell Fostex TH616 haben wir es mit einem High-End-Kopfhörer für HiFi-Genuss zu tun. Käufer dürfen hier detailreiche Höhen erwarten, zu denen sich hoher Tragekomfort, edle Optik und ein passendes Preis-Leistungs-Verhältnis gesellen. Abstriche müssen dagegen in Sachen klanglicher Wärme und Stereobreite gemacht werden.

Vorteile:
  • transparenter, detailreicher Klang
  • deutliche Transientenabbildung
  • Top-Materialien und Fertigung
  • hoher Tragekomfort
Nachteile:
  • untere Mitten unterrepräsentiert
  • lockerer Sitz
  • geringe Stereobreite
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Der Fostex TH616 ist ein offener Over-Ear-Kopfhörer, der als HiFi-Jubiläumsmodell mit edlem Design und detailreichem Klang ins Rennen geht.

Fostex schicken den Over-Ear-Kopfhörer TH616 als offenes Jubiläumsmodell ins Rennen, um die Gunst der HiFi-Enthusiasten gewinnen. Schauen wir uns an, was er zu bieten hat und wo er in etwa im Vergleich zu anderen Fostex-Modellen steht.

Lieferumfang des Fostex TH616

Das im Lieferumfang enthaltene, abnehmbare gerade Kabel des TH616 ist 3 m lang. Mit seinem vergoldeten 6,35 mm-Stereo-Klinkenstecker ist es gut gegen Korrosion gewappnet. Die Litzen der unsymmetrischen, stoffummantelten Zuleitung bestehen aus reinem Kupfer. Das Kabel kann aber auch gegen ein optional erhältliches 4-poliges XLR-Kabel mit symmetrischer Signalführung gewechselt werden, das ebenfalls auf 3 m Länge kommt. Die Anschlüsse des TH616 sind mit dem Platinmetall Rhodium überzogen. Das verhindert ihr Anlaufen und sichert die Kontaktfähigkeit der Buchsen. Hier wird also durchweg Qualität geboten.

Außerdem zählt ein unwattierter Transportbeutel aus Kunstleder mit Kordelzug zu den Beigaben. Ein weiteres Wort noch zum Lieferumfang. Ja, auch eine Bedienungsanleitung zählt dazu. Sie liegt allerdings nur auf Japanisch vor.

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Material und Aufbau des Fostex TH616

Ich selbst bin zwar kein Ostasien-Kenner, aber wer sich auskennt, dem dürfte auffallen, dass das elegante Design der Hörschalen den Leitlinien einer klassischen japanischen Ästhetik folgt. Anknüpfend an den geschlossenen Fostex TH610 kommt auch der TH616 mit Hörschalen, die aus Schwarznussholz gefräst werden. Mit dem wichtigen Unterschied, dass seine Rückseiten nicht geschlossen, sondern offen sind. Die hohe Steifigkeit des Holzes soll helfen, das Resonieren der Hörschalen zu vermeiden. Für Stabilität trotz geringen Gewichts sind die Gehäuse aus Duraluminium verantwortlich. Dabei handelt es sich um eine Legierung aus Aluminium, Kupfer und Magnesium, der eine Härte ähnlich Stahl nachgesagt wird.

Die Kunstlederohrpolster sind so konzipiert, dass sie nicht nur bequem sind, sondern zugleich auch Reflexionen im Innenraum der Hörmuschel verringern. Keine Wünsche bleiben beim Thema Verarbeitung offen. Wer hier hohe Qualität sucht, wird nicht enttäuscht.

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Technische Werte des Fostex TH616

Im Inneren des Fostex TH616 wurden 50-mm-Treiber mit Fostex hauseigenen Biodyna-Membranen verbaut, wie sie auch beim High-End-Model TH909 (Test) verwendet werden. Sie bestehen aus einer hauchdünnen Materialmischung, die unter anderem Bio-Zellulosefasern enthält. Neodym-Magnete sorgen für eine 1 Tesla starke Magnetflussdichte. Das soll eine besonders detaillierte, differenzierte und dynamische Wiedergabe bei sehr geringen Verzerrungen ermöglichen. Trotz seines High-End-Anspruchs macht ihn seine Impedanz von 25 Ohm zu einem hervorragenden Match mit Smartphones, Tablets und Laptops. Ein passender 3,5mm-Adapter liegt allerdings nicht bei.

Seine Empfindlichkeit mit 96 dB ist nicht allzu hoch, Käufer dürfen hier daher keine Lautstärkerekorde erwarten. Umso eindrucksvoller ist der gebotene Frequenzgang. Er entspricht dem des TH610 und reicht von ultratiefen 5 Hz bis hinauf zu 45 kHz. Damit bietet der TH616 sowohl in den Bässen als auch in den Höhen deutlich mehr Klanginformation, als das menschliche Gehör typischerweise verarbeiten kann.

Das Handling des Fostex TH616

Die Stecker des beiliegenden Kabels werden beidseitig in die Hörschalen eingesteckt. Beim Einsetzen macht ein Klickgeräusch deutlich, dass die zweipoligen CIEM-Stecker nicht ohne Rückhaltesicherung auskommen müssen. Eine ebenfalls deutlich hörbar klickende Rasterung lässt den TH616 die letzte Größeneinstellung seines Kopfbandes merken. Einmal aufgesetzt macht sein Gewicht von nur 370 g ohne Kabel den Kopfhörer bei seiner Größe zu einem echten Leichtgewicht. Noch dazu lassen sich die weichen Kunstleder-Ohrpolster des TH616 sehr angenehm tragen. Aufgrund des geringen Gewichts des Geräts spielt es beim Tragen keine Rolle, dass die Polsterung des Kopfbügels auf den ersten Blick unterdimensioniert erscheint. Denn praktisch tut das dem Tragekomfort keinen Abbruch.

Die Hörschalen sind dreh- und schwenkbar. Das zwar nur in geringem Maße, aber für eine gute Anpassung vollkommen ausreichend. Langen Hör-Sessions mit dem TH616 steht nichts im Wege. Denn der Anpressdruck des Kopfbügels ist gering. Schnelle Kopfbewegungen sollten Nutzer aber vermeiden, wenn sie den Kopfhörer nicht versehentlich abschütteln möchten.

Der Klang des Fostex TH616

Der Fostex TH616 besticht mit transparentem Sound. Und damit meine ich einen wirklich übermäßig transparenten Sound. Die klangliche Auflösung des Kopfhörers ist gerade in den Höhen absolut detailreich. Dazukommt klangliche Offenheit im Superhochtonbereich.

Am anderen Ende des Frequenzspektrums kann das Modell verhaltene, aber runde Bässe liefern, die bis in den Tiefbassbereich hineinreichen.

Für meinen persönlichen Geschmack fehlt es dem TH616 jedoch an warmen Mitten. Denn auch wenn die Präsenz und Verständlichkeit von Stimmen und Gesang bei der Wiedergabe hervorragend sind, ist der untere Mittenbereich im Klangbild doch deutlich unterrepräsentiert. Gitarrenmusik, in der die oberen Mitten stark vertreten sind, wird so schnell zur Gehörbelastung. Aber diese Einschätzung ist selbstverständlich subjektiv. Sicher wird es den einen oder anderen geben, der genau dieses Klangbild sucht oder bereit ist, sich über einen längeren Zeitraum an diese Sound-Signatur zu gewöhnen. Ist das der Fall, darf man mit dem TH616 präzise abgebildete Transienten genießen.

Und auch wenn die Stereobühne für mein Gehör überraschenderweise nicht sonderlich breit ist bei diesem Modell, eignet sich der Kopfhörer mit seinem speziellen, höhenlastigen Klangbild doch besonders gut für das Anhören klassischer Musik. Als großen Vorteil empfinde ich, dass die akustische Isolation nach außen sowie die Dämpfung von Außengeräuschen bei diesem offenen Kopfhörer herrlich gering sind. Das spielt seinem Klangbild in die Karten.

Fazit

Beim Fostex TH616 haben wir es mit der offenen Variante des geschlossenen TH610 zu tun, die der japanische Hersteller zum 50. Firmenjubiläum in limitierter Stückzahl herstellt. Die Parallelen zum geschlossenen Brüderchen reichen von der Formgebung über die hochwertige Materialauswahl, die hohe Fertigungsqualität und die beidseitige Kabelführung bis hin zu den technischen Werten.

In Sachen Tragekomfort ist der Kopfhörer ein Musterschüler. Und dynamisch punktet der Kopfhörer mit seiner Transientenwiedergabe. Alles in allem ist sein Klangprofil aber Geschmackssache. Denn darin sind die Höhen und oberen Mitten am stärksten vertreten. Mit einigem Abstand sind dann auch Bässe vorhanden. Leider sind aber die für klangliche Wärme zuständigen unteren Mitten nicht sehr ausgeprägt. Und auch seine Stereobreite kann mich nicht ganz überzeugen.

Nichtsdestotrotz gilt: Wer im Bereich Klassik unterwegs ist und eine vergleichsweise günstige Alternative zum offenen High-End-Modell Fostex TH909 sucht, darf beim Fostex TH616 durchaus ein Ohr riskieren.

vor 4 Wochen von Carsten Kaiser
  • Bewertung: 4.13
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweiseoffen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)5 - 45.000 Hz
  • Impedanz25 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)@1kHz, 1mW: 96 dB
  • Gewicht ohne Kabel370 g
  • Kabellänge300 cm

Lieferumfang

  • 6,35-mm-Klinkenkabel, unsymmetrisch
  • Transportbeutel

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