Panasonic RZ-S500W

True Wireless In-Ears mit Dual Hybrid Noise Cancelling

Mit dem RZ-S500W steigt Panasonic nun ebenfalls in den Markt der True Wireless In-Ears mit Noise Cancelling ein und behauptet keck, dass ihr Erstlingswerk eine marktführende Geräuschunterdrückung eingebaut hat. Und das zu einem Preis von unter 180 Euro – da hören wir ganz genau hin.

Lieferumfang

Die in Schwarz oder Weiß und nach IPX4 Spritzwasser geschützten RZ-S500W kommen mit fünf Paar Ohrpassstücken aus Silikon in den Größen XS, S, M, L und XL und einem 50 Zentimeter langen USB-A auf USB-C-Kabel. Das alles wird begleitet von diversen Info-Faltblättern in unterschiedlichen Sprachen. Viel ist’s nicht, reicht aber vollkommen aus, und die Größenauswahl der Passstücke kann man nur lobend hervorheben.

Tragekomfort

Nachdem die richtigen Ohrpassstücke gefunden sind, wird man mit einer sehr guten passiven Abschottung sowie einem bequemen Sitz belohnt. Mit sieben Gramm pro Hörer gehören die RZ-S500W mit zu den leichten Vertretern ihrer Gattung, so dass sie nicht als störend empfunden werden. Aufgrund ihrer Bauform ragen sie ein Stückweit aus den Ohren hervor, Mützenträger könnten daher Druckbeschwerden bekommen. Positiv ist ebenfalls die einwandfreie Verarbeitung der Hörer zu nennen, was zwar auch auf das Transport-Case (45 Gramm) zutrifft, dieses wirkt aber aufgrund des verwendeten Kunststoffes nicht ganz so wertig wie die Ohrhörer.

Laufzeiten

Die Lithium-Polymer-Akkus (85 mAh) der Ohrhörer laufen je nach Betriebsmodi zwischen 6 und 6,5 Stunden und können auch einzeln im Mono-Modus betrieben werden. Mit Lade-Case – das die Winzlinge bis zu zwei Mal aufzuladen vermag – kommen wir summa summarum auf bis zu 19,5 Stunden. In der Praxis stimmten diese Werte nicht und lagen jeweils ca. 30 Minuten darunter, was wohl dem gehobeneren Pegel sowie der Temperatur geschuldet ist. Dennoch ist dies ein ordentlicher Wert. Dank Schnellladefunktion gibt’s bereits nach fünfzehnminütiger Stromzufuhr um die 70 Minuten Hörspaß. Der Akku der kleinen Ladebox (Lithium Polymer 800 mAh) lässt sich per USB-C-Anschluss betanken.

Bedienung

Das initiale Pairing der Panasonic RZ-S500W erfolgt mit der Entnahme des oder der Hörer aus dem Case. Möchte man die bereits gekoppelten In-Ears mit einem weiteren Device verbinden (Multipoint wird nicht unterstützt), muss zunächst die Verbindung zum ersten Player getrennt und anschließend innerhalb von drei Sekunden nach der Entnahme aus dem Case eine der beiden Touch-Oberflächen sieben Sekunden gedrückt werden. Dabei merken sich die In-Ears die letzten zehn Geräte, mit denen sie bereits gekoppelt waren, kommt ein elftes Device dazu, wird die älteste Verbindung gelöscht.

In unserem Test mit verschiedenen Android- und iOS-Geräten konnten wir äußerst stabile Reichweiten erzielen: Im Freifeld waren erst nach ungefähr 36 Metern erste Aussetzer zu hören, innerhalb der Wohnung hörten wir selbst über ein Stockwerk hinweg keine Drop-outs.

Ist eine Funkverbindung hergestellt, dient ein einfaches Tippen der linken Seite zur Steuerung der Play/Stop-Funktion. Tippt man links zügig zwei oder drei Mal, lässt sich die Lautstärke entsprechend absenken sowie anheben. Ein zweisekündiges Halten des linken Touch-Sensors startet die bekannten Sprachassistenten (inkl. „Alexa built in“), während der rechte Hörer durch zwei- oder dreimaliges Drücken Titelsprünge vor sowie zurück erlaubt. Drückt man rechts für zwei Sekunden, wird zwischen Noise Cancelling, Transparenz- und dem normalen Modus umgeschaltet. Aber auch das Annehmen von Telefonaten beidseitig durch einfaches Antippen ist möglich, während ein Beenden des Gesprächs ein zweisekündiges Gedrückthalten voraussetzt.

Die Steuerung der Touch-Oberflächen funktionierte stets tadellos mit einer Verzögerung von knapp einer Sekunde, und die Steuerungsvielfalt direkt an den Hörern lässt ebenfalls kaum Wünsche offen, alle wichtigen Funktionen werden von den RZ-S500W abgedeckt. Dennoch würde ich mir noch eine Touch-Sperre wünschen, somit könnte ein versehentliches Auslösen von Funktionen beim Zurechtrücken vermieden werden.

App-Anbindung

Mit der kostenlosen, etwas altbacken wirkenden App „Panasonic Audio Connect“ für Android und iOS gibt’s zusätzlich die Möglichkeit, via Smartphone einige Feineinstellungen vorzunehmen: Nur hier lässt sich das Noise Cancelling sowie der Transparenzmodus stufenlos verändern, und unter „Klangmodus“ stehen ein Fünf-Band-EQ sowie die Klang-Presets „Bassoptimierung“ und „Klare Sprachverständlichkeit“ zur Verfügung. Veränderungen des EQs werden übrigens gespeichert, mehrere Presets lassen sich hingegen nicht anlegen. Zu den wichtigsten Einstellungen in der App zählen zudem, ob man die Klangqualität (der AAC-Codec wird genutzt) oder aber die Konnektivität (Codec wird auf SBC festgelegt) priorisieren möchte und nach wie vielen Minuten eine automatische Abschaltung erfolgen soll. Ebenfalls ein nützliches Feature ist die Finden-Funktion: Auf einer Geo-Karte und/oder per Signalton machen die Kopfhörer auf sich aufmerksam.

Noise Cancelling und Transparenzmodus

Wie funktioniert nun die laut Herstellerangaben marktführende Geräuschunterdrückung der RZ-S500W? Mit einem Wort: Hervorragend! Die Kombination aus Feedforward- und Feedback Noise Cancelling (auch „Dual Hybrid Noise Cancelling“ genannt) sowie digitaler und analoger Signalverarbeitung wirft einen regelrecht in eine Ruhezone. Dabei nehmen Mikrofone außen sowie innen Geräusche auf und löschen sie aus, das Ergebnis ist ein weitaus breiterer Auslöschungseffekt, als durch eine rein äußere Platzierung von Mikrofonen. Vorbeifahrende LKWs dröhnen nicht mehr unangenehm, Vogelgezwitscher wird deutlich leiser und Telefonate aus dem Nachbarzimmer sind kaum noch hörbar. Die via App einstellbare Intensität des Noise Cancelling fällt dagegen sehr subtil aus. Auf niedrigster Stufe dringen etwas mehr Geräusche ans Ohr, teilweise sind die Unterschiede aber kaum wahrnehmbar.

Auch der Transparenzmodus (hier „Umgebungsgeräusche“) bietet eine stufenlose Einstellung, Unterschiede sind hier allerdings deutlich hörbar. Generell funktioniert dieser Modus ebenfalls sehr gut, auch wenn er nicht an die Natürlichkeit der Apple AirPods Pro (zum Test) heranreicht. Die Aktivierung geht zudem einher mit einem erhöhten Grundrauschen, das während der Wiedergabe von Musik aber überdeckt wird.

Schritthall, der dadurch entsteht, dass Kopfhörer so stark abdichten, dass der so entstehende Druck im Ohr das Auftreten unserer Schritte als dumpfen Widerhall quittiert, unterdrücken diese In-Ears nicht, allerdings ist dies bei diesem Modell nicht sonderlich ausgeprägt.

Klang

Der Bassbereich der dynamischen 8-mm-Treiber spielt kräftig auf und bleibt dennoch erstaunlich definiert. Subbässe moderner Musik-Genres bilden die Kopfhörer dabei vorzüglich ab ohne zuzumatschen oder den anderen Frequenzbereichen die Luft zu nehmen. Und obwohl ich Kopfhörer mit übertriebenen Bässen nicht favorisiere, dieser hier legt einem ein wohliges Pfund auf die Basswaage – dies passt ganz hervorragend zu modernen Genres! Bei einigen Stücken erkennt man förmlich, wie die Künstler/die Produzenten die Bässe im Kontext zum Rest des Songs verstanden wissen wollen.

Natürlich profitieren auch Rock und Pop Songs von dieser fülligen Wärme, es fällt aber auch auf, dass diese In-Ears bei akustiklastigen Stücken im Mittenbereich gerne etwas spritziger sein könnten: Bei Klassikstücken fehlt es hier an Strahlkraft, die ich auch in den Höhen vermisse. Aber deshalb klingen die Kopfhörer nicht schlecht, nur für audiophile Klassik- und Jazz-Liebhaber halte ich sie nur für weniger geeignet, da entsprechende Instrumente nicht so plakativ herausgearbeitet werden.

In den Höhen zieht sich das dann fort, wobei man anmerken muss, dass ein gezähmter Höhenbereich weit weniger anstrengender für das Gehör ist, so dass selbst nach stundenlangem Gebrauch auch entsprechend weniger Ermüdung auftritt. Dennoch lassen sich Details noch gut erhören, und die Verteilung im Stereobild wird sauber dargestellt. Aber auch bei diesem Modell dürfte die räumliche Abbildung gerne tiefer gehen – ein Manko, das In-Ear-Kopfhörer bauartbedingt häufiger haben.

Schaltet man das Noise Cancelling und Transparenzmodus aus, verändert das den Klang und die In-Ears klingen weniger basslastig, dafür aber mittenbetonter und die Höhen setzen sich etwas besser durch.

Die Sprachqualität hinterlässt gemischte Gefühle: Unser Gegenüber versteht uns beim Telefonieren mittelprächtig bis gut, die Rauschunterdrückung der Mikrofone sorgte bei windigen Verhältnissen ab und an für abgehakte Wörter.

Pete Schloßnagel
vor 4 Monaten von Pete Schloßnagel
  • Bewertung: 4.38
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Mit den RZ-S500W darf der Hersteller zurecht einen gelungenen Einstand im Bereich „True Wireless In-Ears mit Noise Cancelling“ feiern. Marktführende Geräuschunterdrückung hin oder her – diese arbeitet einfach gesagt sehr gut und zeigt der teureren Konkurrenz, dass auch Kopfhörer unter 180 Euro ganz vorne mitspielen können. Auch dürfen sich alle freuen, die sich vor allem in elektronischen sowie modernen Musik-Genres zuhause fühlen, denn die RZ-S500W sorgen mit ihrem Bass für wohlige Wärme und legen ein ordentliches Pfund auf die Waage. Der Mitten- sowie Hochton- sind zwar nicht so präsent wie der tiefe Frequenzbereich, was durch den Equalizer bei Bedarf aber angepasst werden kann. Schließlich wollen die RZ-S500W auf allen Reisen dabei sein und euch langen, ermüdungsfreien Hörspaß garantieren – und das schaffen sie allemal!

  • sehr gutes Noise Cancelling für diese Preisklasse
  • moderner, bassbetonter Klang

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz32 Ohm
  • Gewicht ohne Kabelje 7g, Case 41 g
  • Kabellänge50 cm

Lieferumfang

  • 5 Paar Ohrpassstücke in XS, S, M, L, XL
  • USB-C-Ladekabel
  • Lade-Case

Besonderheiten

  • in Schwarz und Weiß erhältlich
  • BT-Codecs: AAC, SBC
  • BT-Version: 5.0
  • BT-Profile: A2DP, AVRCP, HSP, HFP

6 Antworten auf “Panasonic RZ-S500W”

  1. Avatar Sven sagt:

    Ich habe die Kopfhörer seit Samstag und muss sagen das ich einige Punkte nicht Verstehe da wäre zu einem die App die ohne Berechtigung auf meinen Standort zu greifen zu wollen erst gar nicht Startet wieso wurde das nicht erwähnt? Und dann tippe ich mal auf einen Defekt meiner Earbuds und zwar ist das Noise Canceling gar nicht vorhanden man hört alles mehrfacher Neu Start der App brachte keine Änderung nutze sie an einem Xiaomi Mi 10 auch empfinde ich sie als sehr leise.

  2. Avatar Albert Ulbricht sagt:

    Ich habe mir die Kopfhörer zugelegt.Vorher hebe ich Testberichte studiert.Aufgefallen ist mir,dass es ein Pluspunkt ist wenn er mit dem USB- C Ladeanschluss versehen ist.Was ist so berauschend an dem USB-C?
    Wer keinen PC besitzt kann das Case nicht aufladen.Nach Auskunft von Panasonic geht es ausschliesslich mit PC.Nicht mit Ladestecker,Powerbank oder Zigarettenanzünder. Konnte ich bei Micro- USB alles benutzen.Muss ich meinen PC mit in den Urlaub nehmen?

    • Redaktion Redaktion sagt:

      Wir haben soeben überprüft, ob sich die Panasonics auch über handelsübliche USB-Ladestecker lassen. Das tun sie! Powerbank und Zigarettenanzünder sollten daher auch problemlos funktionieren.

      • Avatar Albert Ulbricht sagt:

        Mir ist schleierhaft warum es nur über PC gehen soll.Deshalb meine Anfrage bei Panasonik.Schliesslich will ich nichts kaputt machen,da ich kein Fachmann bin und die Garantie is futsch bei Folgeschäden.Die Ladestecker Laden mit verschiedenen Stärken ,Bei meiner Powerbank kann ich verschiedene Ladestärken auswählen.In einem Test von Overohr Hörer haben sie extra darauf hingewiesen das auch mit Stecker u.s.w.bei USB- C geladen werden kann,hier nicht..Ich bin verunsichert.
        Zweimal bei Panasonic angefragt jedesmal die gleiche Antwort.Nein.

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