Razer Kraken Ultimate

Gaming Over-Ear mit USB und THX Spatial Sound

Mit dem Kraken Ultimate wirft Razer ein weiteres Weichtier ins Tintenfischbecken der Gaming-Headsets. Leuchtende Ohren, THX Spatial Sound und Ohrpolster mit Kältegel befüllt sind nur einige Features der neuen, ultimativen Kreatur.

Übersichtlich

Neben dem Headset befinden sich im Karton lediglich eine Anleitung und die obligatorischen Aufkleber für Fans der Verzierung.

Zum Anschließen bietet das Kraken Ultimate ein fest verbautes USB-Kabel von zwei Metern Länge. Mit dem Computer verbunden, öffnet sich sogleich ein Installationsfenster der Synapse Software, falls diese nicht bereits auf dem Rechner ist. Über diese Software wird im Prinzip alles gesteuert und hier finden wir auch das Chroma Studio: Dort lässt sich die Farbe des Logos an beiden Ohrmuscheln in vielen Varianten ändern. 16,8 Millionen Farben stehen zur Auswahl. Dazu kommen nette Effekte, mit denen Farbwechsel konfiguriert werden können, egal ob in einem bestimmten Rhythmus oder durch eingehende Audiosignale. Diese Effekte lassen sich auch schichten und so kann man ein ganz individuelles Farbdesign anlegen. Wer jetzt noch weitere Chroma-Geräte von Razer sein Eigen nennt, kann sich hier eine recht beeindruckende Lichtshow zusammenstellen.

Mindestens genau so umfangreich sind die möglichen Audio-Einstellungen, die in der Software vorgenommen werden können. Hier lässt sich THX Spatial Audio aktivieren, um in den Genuss von Surround Sound zu kommen, grundsätzliche Verbesserungen lassen sich einstellen, wie Bass-Boost oder Audionormalisierung. Dazu gesellt sich ein 10-Band-EQ mit vorgefertigten Profilen, benutzerdefinierte Einstellungen können ebenfalls gespeichert werden.

Auch das ausziehbare Mikrofon lässt sich per Software einstellen. Neben der Lautstärke kann die Empfindlichkeit angepasst und „Mithören“ eingeschaltet werden. Zudem lassen sich eine Rauschunterdrückung, eine Lautstärkenormalisierung sowie eine Sprachqualität, die Störgeräusche filtern soll, aktivieren. All diese Einstellungen lassen sich in Profilen speichern. Wer dann vom PC auf ein anderes System wechselt, behält die gerade aktiven Einstellungen des Headsets bei.

Die Bedienung am Headset selbst beschränkt sich auf ein Lautstärkerad und einen Knopf zum Aktivieren von Spatial Audio. Zieht man das Mikrofon heraus, findet man dort noch einen Mute-Knopf, der, wenn aktiviert, einen roten Lichtkreis ums Mikro zieht.

Qualität

Auf dem Kopf macht das Kraken Ultimate direkt einen sehr hochwertigen Eindruck. Das gut 390 Gramm schwere Headset ist offensichtlich für längere Sessions konzipiert. Die Ohren werden durch die ovalen Ohrpolster vollständig abgedeckt, selbst als Brillenträger. Damit man einen kühlen Kopf behält, sind die Ohrpolster mit Kältegel gefüllt. Falls, und dies ist keine Empfehlung, das Headset aus Frust doch einmal unfreiwillig den Kopf verlässt, kann man beruhigt sein: Der Rahmen ist aus Aluminium und das Kopfband aus Edelstahl. Das Kraken Ultimate macht also nicht nur einen hochwertigen Eindruck, sondern auch einen durchaus stabilen.

Klang

Mit dem Standard-EQ-Profil klingt das Kraken Ultimate okay, aber leider auch nicht mehr. Weder kommen dicke Bässe durch, noch klare Höhen. Dies mag für diejenigen ein Problem darstellen, die das Headset nicht am PC mit der Software benutzen, sondern an einem anderen Endgerät, wie beispielsweise an einer Konsole. Besser wird es, wenn man sich in der Synapse Software durch die EQ-Presets klickt. Hier finden wir voreingestellte Klanganpassungen für Spiel, Film und Musik. Ein Wechsel von „Standard“ auf „Musik“, während man selbige hört, ist nicht nur akustisch wahrnehmbar, sondern auch optisch: Tiefe Frequenzen werden angehoben und die Höhen öffnen sich.

Ähnlich verhält sich das Preset „Spiel“, während in „Film“ zudem die Mitten verstärkt werden – das sorgt für eine bessere Sprachverständlichkeit. Wem der Sound dann immer noch nicht passt, sollte sich dann idealerweise ein benutzerdefiniertes Profil zusammenstellen. Dazu kann auch eins der vorgegebenen Profile als Startpunkt dienen. Die Software wechselt dann automatisch bei einer Fader-Änderung ins benutzerdefinierte Profil. Wem ein Custom Preset nicht reicht, kann beruhigt sein, denn hier lassen sich zahlreiche weitere anlegen. Schön gelöst, denn jede Soundquelle mag vielleicht auch seine eigene EQ-Einstellung brauchen.

Während der erste Eindruck des Kraken Ultimate noch durchschnittlich ist, quasi „Standard“, zeigt Razer mit der Software, dass der Kopfhörer wirklich gut klingen kann! Vorausgesetzt, man nutzt Synapse und scheut sich auch nicht davor, selbst einmal durch die Frequenzbänder zu klicken. Denn erst so entlockt man dem ultimativen Kraken letztendlich einen guten Sound, auf Wunsch mit dickem Bass, klaren Höhen oder, wenn man mag, mit ganz natürlichem, ausgeglichenen Sound.

Spatial Audio öffnet dann per Knopfdruck einen neuen Raum. Hier wird klanglich ein 360-Grad-Radius abgebildet. Positionen, egal ob im Spiel oder Film, lassen sich so quasi erhören. Was vorher auf links und rechts beschränkt war, kann nun exakt geortet werden. Für Filme eine klare Verbesserung, beim Gaming ein klarer Vorteil! In der Software lässt sich Spatial Audio testen, konfigurieren und aktivieren. Praktisch: Synapse erkennt geöffnete Programme, zumindest einige davon. Diese werden dann in der Software aufgeführt und man kann für jedes dieser Programme festlegen, ob es mit oder ohne 3D Sound laufen soll – Spiele können so direkt mit aktiviertem Spatial Audio starten, Musik-Apps dagegen im normalen Stereomodus.

Das eingebaute Mikrofon lässt sich aus dem linken Hörer herausziehen und wunderbar in die gewünschte Position biegen. Wer sich selbst durch das Headset hören möchte, schaltet „Mithören“ ein. Rauschen Lüfter oder spielt Musik im Hintergrund, kann man eine Rauschunterdrückung aktivieren, die tatsächlich sehr gut all das auslöscht, was keine Stimme ist. Aber das hört man dann leider auch: Je mehr die Rauschunterdrückung eingreifen muss, desto schlechter wird die Sprachqualität, wobei sie allerdings immer stets verständlich bleibt.

Spielepraxis

Wie schlägt sich Razers Kraken Ultimate in der Praxis? Das wollten wir natürlich wissen und starten auf unserem Gaming PC „Darksiders II“. Während wir uns also als der Tod durch das Spiel kämpfen, wechseln wir immer wieder zur Synapse Software und passen den Sound an, ob durch den Equalizer oder Bass-Boost. Sind die richtigen Einstellungen gefunden, klingt der Kraken Ultimate gut, während man den Apokalyptischen Reiter durch seinen Feldzug begleitet. Sowohl Musik, als auch Sound-Effekte und Stimmen kommen richtig „fett“ durch die Hörer.

Wer das Gaming Headset allerdings an seine Spielekonsolen anschließen möchte, muss mit einigen gravierenden Einschränkungen rechnen: An der Xbox One kann man sich an der Beleuchtung erfreuen, wer Ton erwartet, wird enttäuscht. Aber der Kraken Ultimate ist ja auch ein PC-Kopfhörer, wer ausschließlich auf Microsofts Konsole zockt, sollte sich das Razer Kraken for Xbox One genauer ansehen. Sonys Playstation 4 erkennt das Headset übrigens sofort, auch wenn das Lautstärkerad ohne Funktion bleibt, diese Einstellungen müssen dann über die PS4 selbst getätigt werden. Die Nintendo Switch erkennt das Headset ebenfalls auf Anhieb und hier ist das Lautstärkerad auch wieder nutzbar. Spatial Audio lässt sich natürlich an allen Konsolen nicht mehr zuschalten. Etwas einschränkend wäre dann auch das zwei Meter lange USB-Kabel: Wer seine Konsolen unter einem großen Fernseher stehen hat, spielt gewöhnlich mit etwas Abstand zum Bild. USB muss leider direkt an der Konsole angeschlossen werden, mit Miniklinke am Controller ist man da doch wesentlich flexibler.

Andreas Proß
vor 2 Jahren von Andreas Proß
  • Bewertung: 3.75
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Das Razer Kraken Ultimate ist ein hochwertig verarbeitetes und dank Software stark anpassbares Headset für PC Gamer. Über das Mikrofon gibt es nicht viel zu meckern, am Sound jedoch viel einzustellen. Ab Werk ist dieser nämlich eher nur Mittelmaß. Wer sich aber die Zeit nimmt und sich eigene Profile erstellt, bekommt am Ende einen guten Klang serviert. Wer nicht nur am PC spielt, sondern auch an der Konsole, sollte wohl besser auf eine Alternative setzen, aber da hat Razer auch einiges im Fischbecken.

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz32 Ohm
  • Gewicht mit Kabel390 g
  • Kabellänge200 cm

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