Roccat Syn Pro Air

Gaming Headset mit Superhuman Hearing

Manchmal möchte man sich einfach etwas Schönes gönnen – das Auge isst ja schließlich mit! Für einige mag es dann auch egal sein, ob es vielleicht in dem selben Preisbereich etwas Besseres oder gar Sinnvolleres gibt. Und wer viel mit Headsets spielt, mag sich ja eventuell auch mal etwas zulegen, was sich vom Rest optisch absetzt. Genau da setzt das neue Gaming Headset von Roccat an, das in Sachen „Optik“ weit mehr kann, als so mancher Mitbewerber. Stimmt dann noch der Rest, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ob Roccat das mit dem Syn Pro Air gelingt?

ANZEIGE
ANZEIGE

In the Box

Neben dem Kopfhörer befindet sich ein ansteckbares, unidirektionales Mikrofon im Karton, das sich an der linken Ohrmuschel befestigen lässt. Wird es nicht benötigt, kann man die Öffnung für das Mikro mit einem beiliegenden Gummideckel abdecken, um den Anschluss vor Staub zu schützen. Hübscher ist es aber, wenn man das Mikrofon einfach hochklappt, wodurch es automatisch gemutet wird.

Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind ein USB-C-Kabel zum Laden bzw. für Updates, der USB-Transmitter Typ-A für die Übertragung der Signale sowie ein USB-C-Adapter, falls es an Typ-A-Anschlüssen mangelt. Nicht in der Box aber auf der Roccat-Seite zu finden ist die dazu passende Software. Dies ist die Zentrale für sämtliche Einstellungen des Klangs und der Beleuchtung. Wer den Transmitter an der Playstation oder Switch anschließt, verzichtet selbstverständlich auf diese Funktionen.

Neon Software

ANZEIGE

Optisch ungewöhnlich und zugleich ungeheuer ansprechend ist das Lichtdesign des Syn Pro Air. Natürlich ist so etwas immer Geschmackssache, aber während andere Headsets sich gerne auf übergroße, beleuchtete Logos beschränken, hat das Syn Pro Air einen großartig aussehenden Transparenzverlauf mit sichtbarer Wabenstruktur zum unteren Rand der beiden Hörer, hinter denen je eine Kombination aus bis zu zwei Farben eingestellt werden kann. Leider beschränkt man sich bei den Effekten auf eine Color Wave, also einen Farbwechsel, dessen Tempo man bestimmen kann oder eben Dauerlicht. Ansonsten hält man sich mit Effekten oder Presets zurück, was an dieser Stelle schade ist. Mehr geht vermutlich mit AIMO, zu dem das Syn Pro Air ebenfalls kompatibel ist. Wer also mehrere Geräte besitzt, kann hier mit passender Maus und Tastatur eine kleine Lichtshow auf die Beine stellen.

Ebenfalls ohne Presets kommt der Equalizer daher. Dieser ist unterteilt in zehn Bänder, die man nach Lust und Laune boosten oder reduzieren kann. Die Einstellung merkt sich das Headset, Profile speichern ist leider nicht drin. In den allgemeinen Settings lassen sich dann neben der Master-Lautstärke für Kopfhörer und Mikrofon einige Zusatzfunktionen einschalten. Da wäre zunächst das sogenannte „Superhuman Hearing“. Wo genau eingegriffen wird, lässt sich nur erhören, denn der Bassbereich wird hier deutlich reduziert. Hier gibt es neben dem Default Preset noch eins für Footsteps und ein weiteres für Gunshots. Wer diesen akustischen Vorteil zur besseren Ortung der Gegner nutzen will, muss aber prinzipbedingt mit einer Verschlechterung des Klangs leben.

Danach gibt es mit der Funktion „3D Audio“ ein immersives, virtuelles Surround. Auch hier gehen tiefe Frequenzen verloren, dafür wird der Sound breiter und höher, im Sinne von „aus allen Richtungen kommend“. Es lässt sich zwischen Game, Music und Movie auswählen.

Der Game Spatializer kommt ohne Presets und ist eine Funktion, die man von Turtle Beach kennt. Heraushören, was sie wirklich macht, lässt sich kaum, prinzipiell handelt sich aber um eine Art 3D-Surround-Funktion für Stereoquellen. Daher sei der Ball mal zum Hersteller gespielt, denn Informationen zu den Funktionen innerhalb der Software (oder auf der Homepage, auf der Packung, in der Anleitung) wären sehr willkommen, denn ohne muss man selber heraushören, was sich nun genau am Klangbild ändert, was beim Spielen einfach umständlich ist. Insgesamt gestaltet sich die Software trotzdem sehr übersichtlich und modern. Allerdings fehlt es an einigen Funktionen, wie das Abspeichern von eigenen Profilen.

Klang

Klanglich macht das Syn Pro Air, angefeuert durch die 50-mm-Nanoclear-Treiber von Turtle Beach, aber eine gute Figur. Nimmt man sich ein paar Minuten Zeit für den EQ, bleiben eigentlich kaum Wünsche offen. Der Sound macht Druck, ist klar und kommt in der Regel ohne die ganzen Zusatzfunktionen aus, die man eher als Vorteil bringende Features sehen sollte, die beim Spielen helfen können, aber den Klang verschlechtern.

Mikrofon

Das Mikrofon ist wie so oft dabei, um dabei zu sein. Was der Mensch am anderen Ende der Leitung hört, ist zwar gut verständlich, aber nicht schön. Als hätte man bis auf die Mitten alle Frequenzen herunter geregelt. Das hat aber immerhin den Vorteil, dass wenig Nebengeräusche mit durchflutschen. Wem das nicht reicht, kann ein zusätzliches Noise Gate per Software aktivieren.

Tragekomfort

Während es optisch also vollends überzeugt und sich klanglich auf einem guten Niveau einpegelt, ist der Tragekomfort etwas unausgeglichen. Auf der einen Seite fühlen sich die atmungsaktiven Textilbezüge mit Memory Foam sehr gut an und sehen toll aus, auf der anderen Seite sollte man seinen Kopf dann nicht mehr zu stark bewegen – sonst rutscht das Headset schnell vom Kopf. Wer still sitzt, wird aber auch nach längerer Nutzung seine Freude am 390 Gramm leichten Headset haben.

ANZEIGE
ANZEIGE
Andreas Proß
vor 2 Wochen von Andreas Proß
  • Bewertung: 3.5
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Das Roccat Syn Pro Air ist ein gutes Headset, das in einem Bereich besonders überzeugen kann: der Optik. Ich habe dabei mehrfach selber zum Handy gegriffen, um den Kopfhörer zu fotografieren. Es schreit einfach danach, wenn es langsam pulsierend die Farbe wechselt. Der Sound ist gut, von den Möglichkeiten der Optimierung per Software sollte man sich aber nicht zu viel versprechen. Auch das Mikrofon kann man nicht als „TruSpeak“ bezeichnen.

Am Ende muss man sich darüber im Klaren darüber sein, dass man hier vor allem auch für die Optik bezahlt. In einem Preisbereich von rund 150 Euro gäbe es vom Klang und von den Funktionen her durchaus bessere Alternativen.

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabel390 g

Lieferumfang

  • abnehmbares Mikrofon
  • USB-C-Ladekabel
  • USB-C-Adapter
  • USB-A-Transmitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ANZEIGE