Kopfhörerhersteller tun alles dafür möglichst viele Kopfhörer zu verkaufen. Einen gänzlich anderen Weg geht allerdings der bayrische Hersteller Ultrasone: Er setzt auf künstliche Verknappung. Denn der Edition eleven ist auf 1.111 Einheiten limitiert. Entsprechend exklusiv ist dann auch der Preis: Tausend Euro muss man für den handgefertigten Kopfhörer entrichten.

Für den stolzen Betrag bekommt man aber auch einiges geboten, denn die Gehäuse sind aus massivem Nussbaum gefertigt, so dass jeder Hörer schon aufgrund der sichtbaren Maserung ein Unikat ist. Und auch technisch bringen Ultrasone hier alles zum Einsatz, was sich bewährt hat: Fast schon selbstverständlich, dass die Membran entsprechend der hauseigenen S-Logic-Plus-Technologie in der Hörachse verschoben ist, um die räumliche Wahrnehmung zu unterstützen. Ebenfalls mit an Bord: die ULE-Abschirmung (Ultra Low Emission), welche verspricht, den Kopf des Trägers gegen die magnetische Strahlung der Treiber zu schützen. Und dann sind da selbstverständlich noch die 40-Millimeter-Membranen, die aus TruTex-Bio-Zellfaser bestehen und von Neodym-Eisen-Bor-Magneten angetrieben werden. Diese treten mit einer Impedanz von 35,2 Ohm (gemittelt) gegen den Verstärker an und empfehlen sich damit für sämtliche Zuspielquellen – vom iPad bis zum High-End-Verstärker.

Handling

Damit das Unikat – wenn man es gerade nicht trägt – wirkungsvoll in Szene gesetzt wird, ist ein schicker Kopfhörerständer inklusive, der auf den Namen „Motega“ hört und dessen massiver, schwerer Standfuß hauptverantwortlich für die ungewöhnlich große und schwere Verpackung ist. Der Kopfhörer wird über ein 3 Meter langes, geflochtenes Kabel mit Strom versorgt, dessen Enden vergoldete, zweipoligen Stecker markieren, welche in die zugehörigen Buchsen an den Hörern gesteckt werden. Eine Markierung für Links und Rechts gibt es nicht. Hier muss man sich einfach der alten Regel bedienen, dass Rot im Audiobereich auf die andere Seite gehört, wie in der Politik.

Seine 316 Gramm Gewicht verteilt der Edition eleven sehr ausgewogen und dezent auf dem Kopf, wofür hauptsächlich die kuscheligen Velours-Ohr-Polster und das Kopfbügel-Polster aus Alcantara verantwortlich sind. Die Ohrpolster sind mit Klebeflächen versehen und im Schadensfall austauschbar. Typisch für die offene Bauform ist das luftige, wenig einengende Tragegefühl, das gerade bei langen Hörsessions sehr angenehm ist. Auch die Haptik ist souverän, denn hier wackelt oder klappert nichts, und besonders der Griff zu den sauber geschliffenen Seitenteilen aus Holz ist ausgesprochen handschmeichelnd.

Klang

Das wichtigste zuerst: Der Edition eleven klingt ganz ausgezeichnet. Frequenztechnisch ist alles da was der gigantische Frequenzgang (6 Hz – 42kHz) zu liefern verspricht. Auch die räumliche Auflösung – dank S-Logic Plus – gefällt und breitet das Stereofeld detailliert zwischen den Ohren aus. In seiner klanglichen Abstimmung liegt die Gewichtung ganz klar auf Hörvergnügen. Dafür ist vor allen Dingen der muskulöse Bass verantwortlich, der in mächtigen subsonischen Wogen auf das Ohr trifft – dabei jedoch nie überzeichnet oder künstlich, sondern immer warm und rund wirkt. Man fühlt sich hier ausgesprochen wohltuend und kuschelig umschmeichelt – ein akustisches Geschehen, das man nur ungern wieder verlässt. Da klangliche Gewichtungen immer antagonistisch arbeiten, funktioniert diese Inszenierung nur, weil der Edition eleven stressigen Hochmitten und Höhen mit hörbarer Gelassenheit begegnet. Das ist dann zwar nicht hundertprozentig neutral, im Ergebnis aber goldrichtig: Denn wenn man einen Tausend-Euro-Luxuskopfhörer kauft, möchte man ja keinen analytischen, neutral-kalten Detektor für Mixing-Fehler auf den Ohren haben, sondern einen Hörer, der dem Wohlklang und dem Musikgenuss dient. Diesen Anspruch erfüllt der Edition eleven vorbildlich.

Fazit: Ultrasone Edition eleven
von Numinos

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Ein kleiner Trost, falls man gerade keine tausend Euro für diesen erstklassigen Kopfhörer zur Hand hat: Es gibt Modelle anderer Marken und sogar von Ultrasone selbst, die für einen deutlich geringeren Preis eine ähnliche Klangqualität liefern wie der Edition eleven. Das heißt allerdings nicht, dass es für ihn keine Daseinsberechtigung gibt – im Gegenteil: Zu dem ausgezeichneten Klang kommen ja noch die schöne Materialität jedes Unikats und der hohe Tragekomfort hinzu. Er will eben kein rohes Arbeitsgerät, sondern ganz bewusst ein Luxusprodukt sein, der handgefertigte Kopfhörer aus Bayern. Und das gelingt ihm: klanglich wie optisch.

Hier erhältlich:

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Messdaten

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Technische Daten

Bauform
Over-Ear
Bauweise
offen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
6 - 42.000 Hz
Impedanz
35,2 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
94,67 dB
Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf
703,5 g
Gewicht mit Kabel
348 g
Gewicht ohne Kabel
316 g
Kabellänge
300 cm

Lieferumfang

  • Kopfhörerständer
  • Mikrofaserputztuch
  • Transportbeutel
  • Adapter auf 6,35 mm

Besonderheiten

  • Limitierung auf 1.111 Exemplare
  • S-Logic Plus Technologie
  • 5-jährige Garantie

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Emil

Hallo Christian,
vielen Dank für deinen sehr aussagekräftigen Test.
Du schreibst „Es gibt Modelle anderer Marken und sogar von Ultrasone selbst, die für einen deutlich geringeren Preis eine ähnliche Klangqualität liefern wie der Edition eleven“.
Welches Modell oder welche aktuellen Modelle von Ultrasone hast Du denn hier im Sinn? Mir käme es rein auf die klanglichen Eigenschaften an, ich brauche keinen Rosenholzhörer oder ähnliches 😉
Wenn es also einen Ultrasone Hörer gibt, der sehr ähnlich oder sogar fast genauso klingt, aber günstiger ist, fände ich das sehr interessant.
Vielen Dank und schöne Grüße
Emil