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Urbanears Zinken

DJ-Klassiker in neuer Version

Kurz & knapp

Auch in der neuen Version ist der Zinken von Urbanears weiterhin ein ziemlich schicker, robuster und bassstarker DJ-Kopfhörer. Und ich sage hier ganz bewusst DJ-Kopfhörer, denn auch wenn sich der Hersteller bemüht, ihn in der Kommunikation und durch das Hinzufügen eines Freisprechmikrofons als Livestyle-Produkt zu positionieren. Seine Klangcharakteristik und das Tragegefühl entsprechen dem, was man beim Auflegen von Clubmusik braucht sowie erwartet und nicht dem, was man unbedingt morgens in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit in den Ohren und auf dem Kopf haben will.

Vorteile:
  • DJ-optimierter Sound
  • robuste Konstruktion
  • dualer Anschluss: Mini- & Standard-Klinke
Nachteile:
  • etwas strammer Sitz (je nach Kopfgröße)
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Rund zehn Jahre ist es her, dass uns die erste Version des Zinken (Test) von der schwedischen Marke Urbanears zum Test auf die Ohren setzen konnten. Und wie der Wandel der Zeit nun mal so ist, kaufte Zound Industries – die frühere Dachfirma von Urbanears – 2023 die bekannte Firma Marshall – aber das nur am Rande. Wichtiger ist dagegen, dass die neue Version des Zinken einen verbesserten Sound und ein langlebigeres Plastik haben soll, welches zudem zu 87% Prozent aus recyceltem Material besteht.

Urbanears Zinken gibt es in Schwarz, Rot, Gold

Anders als die Ursprungsversion, die noch einen bunten Reigen von fünfzehn Farben umfasste, ist die aktuelle Variante nur in den Kolorationen „Jet Black“ (Schwarz), „Salsa Red“ (Rot) und „Taxi Yellow“ (Gelb) erhältlich.

Geblieben ist dagegen das trickreiche Anschlusskonzept: Das mitgelieferte Kabel hat auf der einen Seite einen großen, auf der anderen, einen Miniklinkenstecker. Der Hörer verfügt entsprechend auf der linken Seite über eine große Buchse, auf der rechten über eine Miniklinkenbuchse. Im Ergebnis braucht es so keinen Adapter mehr – man dreht einfach das Kabel. Klasse!

Beibehalten wurde auch die „Soundplug“-Funktion, die es ermöglicht, dass man an der frei bleibenden Buchse einfach einen weiteren Hörer anstöpseln kann, der dann parallel zum gastgebenden Zinken mitläuft. Allerdings sollte der zweite Hörer idealerweise ungefähr mit der gleichen Impedanz wie der Zinken ausgestattet sein, da ansonsten der Lautstärke-Unterschied zwischen den Hörern zu groß ist.

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Neu hinzugekommen ist eine kleine Ausbuchtung im Kabel in der sich ein Taster nebst Mikrofon befindet, wodurch die Rufannahme und das Telefonieren mit aufgesetztem Hörer möglich werden. Was für einen DJ-Kopfhörer nicht unbedingt sein muss. Aber naja: die Grenzen zwischen DJ und Livestyle verschwimmen ja auch im realen Leben gelegentlich.

Technische Daten des Urbanears Zinken

Wie schon beim Vorgängermodell reicht der Frequenzgang hier von 20 Hz bis 20 kHz und auch der Treiberdurchmesser von 40 Millimetern wurden beibehalten. Allein mit der Impedanz geht es in der neuen Version von vormals 85 Ohm runter auf 32. Im Prinzip sollten so auch etwas spannungsschwächere Zuspieler die Zinken leistungstechnisch gut ausfahren können. Allerdings war bereits die erste Version – trotz hoher Ohm-Zahl – ein ausgesprochen guter Spannungsverwerter, der auch an leistungsschwachen Mobiltelefonen gut zu gebrauchen war. Einen ordentlichen Sprung auf 118 dB pro zugeführtem Milliwatt macht der Schalldruckpegel (vormals 101,3 dB).

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Tragekomfort des Urbanears Zinken

Grundsätzlich handelt es sich beim Zinken um ohraufliegende (On-Ear) Kopfhörer. Der Vorteil an diesem Prinzip ist, dass sie kleiner sind als ohrumschließende Hörer und dabei – je nach Andruckstärke – dennoch eine relativ hohe Dichtigkeit und damit Abschirmung von Außengeräuschen ermöglichen.

Der Nachteil ist, dass die Ohren unweigerlich an den Kopf gedrückt werden, was bei längerem Tragen und je nach Andruckstärke, schnell unangenehm werden kann.

Der Zinken gehört hier zu den robusteren Vertretern seiner Art und tackert sich ziemlich hart und fest ans Ohr, was im DJ-Einsatz durchaus wünschenswert ist, beim alltäglichen Tragen aber weniger Freude macht. Zwar gibt der Kopfbügel mit der Zeit ein bisschen nach, aber entspanntes Tragen sollte man hier eher nicht erwarten.

Auch haptisch wirkt der Zinken gut für den rauen DJ-Einsatz gerüstet: Hier klappert nichts und die Scharniere zum Einklappen der Hörmuscheln sind aus solidem Metall gefertigt. Falls nötig können die Ohrpolster schnell gewechselt werden, da sie praktischerweise an drei Punkten angeklippt sind.

Wie klingt der Urbanears Zinken?

Zum Vorgänger schrieb ich an dieser Stelle, dass er mit seinem Frequenzgang ganz klar DJs, Bassliebhaber und Klubgänger adressiert. Das gilt uneingeschränkt auch für die neue Version, denn an der Klangcharakteristik hat sich wenig geändert.

Immer noch steht der Bass hier im Vordergrund: Der typische „Pock“-Bereich bei ungefähr 80 Hz und einer kleiner Bauch im Bereich um die 500 Hz, der sich für eine gewisse Wärme im Klang verantwortlich zeichnet. Oberhalb von 1 kHz in Richtung Hochmitten und Höhen fällt der Pegel dann um rund zehn Dezibel ab, was in der Summe dann – unter audiophilen Kriterien betrachtet – zu einer eher bedeckten Höhenwiedergabe führt. Belädt man den Zuspieler beispielsweise mit Trevor Horns neuem „The Best Of“-Album, das künstlerisch zwar relativ langweilig, klanglich aber absolut erstklassig ausbalanciert ist und lauscht auf die im zweiten Refrain von „Swimming Pools“ sporadisch zart eingesprenkelte Off-Beat-HiHat, sind diese auf dem Referenzhörer bestens zu identifizieren, während sie auf dem Zinken bereits am Rand des klanglichen Geschehens liegen. Das wäre der HiFi-Einsatz.

Wenn man den Zinken dagegen nachts im Club zum Einsatz bringt und beim Vorhören gegen eine PA ankämpfen muss, die gerade mit deutlich über 100 dB feuert, dann ist genau diese Charakteristik die beste Wahl. Denn wenn man dann noch einen Höhen-reichen Kopfhörer auf Maximallautstärke bringen muss, um den Bass zu hören, ruiniert man sich als DJ unweigerlich die Ohren.

Auch in Bezug auf die Impulsfestigkeit ist der Zinken ein echter Clubgänger: selbst unter Vollanschlag meines Kopfhörerverstärkers gelang es mir nicht, den Hörer ans Zerren zu bringen. Kurz: Als Arbeitsgerät im Club ist der Zinken immer noch eine sehr gute Wahl. Für den Musikgenuss im Alltag eher nicht.

Fazit

Der Urbanears Zinken ist auch in der aktuellen Variante ein ebenso formschöner wie robuster DJ-Kopfhörer, der fest am Kopf sitzt und entsprechend eine ordentliche Abschirmung vor Außengeräuschen bietet, was bei Auflegen natürlich vorteilhaft ist. Auch seine Klangcharakteristik richtet sich vornehmlich an DJs, die Clubmusik in lauten Umgebungen vorhören. Der Zinken ist also ein ebenso pegel- wie bassstarkes Arbeitsgerät und genau hier sind auch die eher gering ausgeprägten Höhen des Hörers goldrichtig, bewahren sie den oder die ausführende DJ doch vor Hörschäden durch übermäßigen Beschuss mit Hochtonfrequenzen.

Freunde von eher ausgewogenen Klangpräsentationen werden an dieser Frequenzgewichtung dagegen nicht so viel Freude haben. Die Idee mit dem drehbaren Anschlusskabel ist auch heute noch verdammt clever und bringt den Zinken einen Bonus-Stern bei der Funktionsbewertung. Und nicht zuletzt der Umstand, dass Urbanears erkennbare Anstalten machen, den ökologischen Fingerabdruck ihres Hörers zu senken, sorgt für ein Plus auf dem Punktekonto.

vor 6 Monaten von Numinos
  • Bewertung: 4.5
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Technische Daten

  • BauformOn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz32 Ohm
  • Gewicht mit Kabel252 g
  • Gewicht ohne Kabel207 g

Lieferumfang

  • Wendekabel

Besonderheiten

  • in Schwarz, Rot und Gelb erhältlich

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