Beats Studio Buds

True Wireless In-Ears mit Noise Cancelling und Transparenzmodus

Die Studio Buds sind die ersten True-Wireless-Kopfhörer der Apple-Tochter Beats. Mit ihrem Debüt will der Hersteller nicht nur die iOS-Gemeinde mit einer preiswerten AirPods-Alternative beglücken, sondern auch Android-Anhänger mit annähernd gleichem Feature-Set überzeugen.

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Verpackung und Lieferumfang

Die als besonders nachhaltig deklarierte Pappschachtel beinhaltet ein Lade-Case samt In-Ears, ein 22 Zentimeter kurzes USB-C auf USB-C Ladekabel, Ohrpassstücke aus Silikon in den Größen S, M und L sowie die üblichen Infos in gedruckter Form: Schnellstartanleitung, Sicherheitshinweise, den obligatorischen Beats-Sticker sowie einen Code im Gegenwert von drei Monaten Apple Music for free.

Tragekomfort

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Das Lade-Case ist mit einer Länge von 7,2 cm sowie einer Breite von 5,1 cm größer als das der Apple AirPods Pro (zum Test), liegt aber dennoch gut in der Hand und passt in jede Tasche. Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig. Dank Magneten vereinen sich die Hörer smooth mit dem Case, und auch außerhalb der Herberge ziehen sich die Ohrstöpsel magnetisch an, damit nichts verloren geht.

Die Studio Buds werden mit einer leichten Drehung in die Ohrmuscheln gesteckt und sorgen mit den passenden Ear Tips bereits für eine sehr gute passive Geräuschunterdrückung. Ein Steg dient dabei als Griffhilfe, was zwar sehr hilfreich ist, dennoch entstehen beim Nachdrücken der Buds ein manches mal hörbare Feedbackschleifen, oder es wird versehentlich ein Befehl ausgelöst.

Die beiden Ohrstöpsel wiegen jeweils nur ca. fünf Gramm und fallen daher im wahrsten Sinne des Wortes kaum ins Gewicht. Durch ihre „erhabene“ Bauform stehen sie ein Stück weit aus den Ohren heraus, als Beanie-Fan habe ich allerdings keine sonderlich großen Druckbeschwerden wahrgenommen. Ein weiterer Vorteil: Da die Steuerung über mechanische Taster erfolgt, können die Studio Buds auch mit darüber liegender Kopfbedeckung bedient werden.

Bedienung

Die Formgebung der Studio Buds wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, denn die wahlweise mattschwarzen, -weißen oder -roten Ohrstöpsel verjüngen sich und bilden einen farblich passenden, glänzenden Steg, der das bekannte Firmenlogo trägt und für die Steuerung zuständig ist. Auf Touch- und Wischgesten reagiert dieser Steg nicht. Er ist als „klassischer“ Druckknopf ausgelegt – mit einen angenehmen Druckpunkt.

Die Steuerung ist konservativ: Wiedergabe, Pause, Anrufe annehmen oder ablehnen erfolgen per einfachen Druck, Track vor per Doppel-Tab, Track zurück per dreifachem Tab und der Wechsel zwischen Noise Cancelling, Transparent- sowie normalem Modus erledigt man per Drücken und Halten. Als Apple-Nutzer war’s das aber noch nicht ganz, denn wer innerhalb eines Liedes vor- oder zurückspulen möchte, kann dies auch tun. Android-User müssen auf dieses nützliche Feature verzichten. Worauf beide Lager ebenfalls verzichten müssen, ist die Möglichkeit, die Lautstärke direkt an den Hörern zu ändern. Hier bleibt einem nur der Griff zum Abspieler oder – dank Unterstützung von Siri und Google Assistant – zur eigenen Stimme.

Akku-Laufzeit

Bis zu acht Stunden halten laut Hersteller die Kopfhörer ohne Noise Cancelling durch, fünf mit aktiver Geräuschunterdrückung. Das Lade-Case kann dabei zwei zusätzliche Ladungen bereithalten, so dass wir rein theoretisch auf 15 Stunden Gesamtlaufzeit mit aktiviertem Noise Cancelling oder aber auf 24 Stunden ohne NC und ohne Transparenzmodus kommen. In unseren Praxistests wurden diese Werte nicht erreicht, wir mussten die Lithium-Ionen-Batterien der Studio Buds nach ca. vier Stunden und 20 Minuten (NC an) betanken. Dank Fast Fuel reichen fünf Minuten am Stromnetz für ca. eine Stunde Wiedergabedauer.

Die im Case integrierte LED blinkt dabei rot, ist der Akku voll, leuchtet sie weiß. An den Hörern selbst fehlt eine solche Anzeige, aber ein Statuston weist uns rechtzeitig auf einen zuneige gehenden Akku hin. Und während die kostenlose Beats App für Android die Lade-Status der Hörer als auch des Cases darzustellen vermag, bleibt iOS-Usern nur die Möglichkeit, das Batterie-Widget entsprechend einzurichten.

Bluetooth und Pairing

Beats setzt bei den Studio Buds auf die aktuelle Bluetooth-Version 5.2 und funkt mit den Codecs SBC sowie AAC. Die Funkstrecke bleibt in unseren Praxistests im Freifeld bis ungefähr 32 Meter stabil, in geschlossenen Räumen hören wir erste Aussetzer beim Betreten des dritten Raumes (ca. 12 Meter).

Das initiale Pairing erfolgt dabei per Tastendruck: Case öffnen, Button drücken und schon erscheint ein (nur unter iOS animiertes) Pop-up des Gehäuses und der Ohrhörer, samt Einrichtungsaufforderung. Und hier wird bereits deutlich, was wir in der Einleitung bereits angedeutet haben: Apple, bzw. Beats macht hier nun keinen Unterschied mehr zwischen iOS und Android. Die Einrichtung geht auf beiden Plattformen wirkungsgleich vonstatten. Doch während Apple-User die darauffolgenden Konfigurationsmöglichkeiten einfach im Bluetooth-Menü unter „Einstellungen“ erledigen können, müssen Android-Nutzer auf die App zurückgreifen. Wobei auch gesagt werden muss, dass es hier nicht allzu viel zu konfigurieren gibt, denn es lassen sich lediglich der Name der Kopfhörer und die Drücken-und-Halten-Funktion (Geräuschkontrolle / Sprachassistenten) ändern.

Technisches

Bemerkenswert ist, dass Beats bei einem knapp 150 Euro teuren Produkt auf Kerntechnologien des Mutterkonzerns verzichtet. Der von Apple entwickelte H1-Chip mit zehn Audiokernen kommt hier nicht zum Einsatz. Der Hersteller spricht hier lediglich von einer „speziellen Audioplattform“, die eingesetzt wird, um einen Feature-Gleichstand zwischen iOS und Android zu erreichen – mit dem Ergebnis, dass sowohl die Finden-Funktion unter iOS („Wo ist?“) als auch Android („Mein Gerät finden“) unterstützt werden.

Einhergehend damit gibt es im Gegensatz zu den Apple AirPods Pro oder allen anderen Kopfhörern mit W1- oder H1-Chip ein paar Einschränkungen: So können die Studio Buds nicht per Audiofreigabe mit anderen Apple- und Beats-Hörern gemeinsam im Verbund spielen. Auch fehlt eine iCloud-Synchronisierung, um innerhalb weniger Sekunden zu anderen Apple-Geräten zu wechseln.

Da die Studio Buds ohne Beschleunigungssensoren auskommen müssen, funktioniert Spatial Audio nicht mit cineastischen Inhalten, wohl aber mit Apple Music. Wobei auch andere Kopfhörer letztgenannte Funktion beherrschen. Schließlich fehlt noch die praktische Im-Ohr-Erkennung, die das Spiel pausiert, wenn die Kopfhörer aus den Ohren genommen werden, bzw. fortsetzt, wenn sie wieder eingesetzt werden.

Telefonie

Auch Beats verbaut zwei wellenbündelnde Mikrofone (Beamforming) pro Hörerseite, welche die eigene Stimme sauber und deutlich samt Windgeräuschfilterung an die Gegenstelle übermittelt. Wer sich jetzt freut, dass der Fahrtwind beim Radeln ebenso ausgelöscht wird, wird leider enttäuscht, denn das leisten die Studio Buds nicht. Es gibt aber immerhin eine merkliche Reduzierung bei aktiviertem NC, und hier liegen sie mit den Apple AirPods Pro fast gleichauf.

Klang

Der Bassbereich kickt füllig und präsent in die Gehörgänge und schafft einen ordentlichen Druckaufbau. Dabei ist er weder überbordend, wie wir es von älteren Beats-Modellen kennen, noch strahlt er in den unteren Mittenbereich so stark ein, dass wichtige Schallinformationen verloren gehen. Im Gegenteil, die Tonalität ist auch in den untersten Registern stets gegeben, sodass sich Kicks und Bass-Linien klar erkennen lassen.

Die Mitten bauen sauber darauf auf, zeigen aber leichte Schwächen im oberen Mittenbereich. Stimmen sind präsent, was gesprochenen Inhalten zu Gute kommt, und die Höhen besitzen eine schöne Balance aus Spritzigkeit und Nüchternheit, sodass sich die Hörermüdung in erfreulichen Grenzen hält. Wir hatten nur bei einigen wenigen extrem spitzgemischten Songs eine Schärfe in den Höhen ausgemacht.

Es bleibt daher festzuhalten: Das Tuning der Kopfhörer ist den Herren Beats gelungen!

In Sachen Räumlichkeit gibt’s ebenfalls nicht viel zu meckern. Bauartbedingt liefern hier In-Ears nicht so dreidimensional ab, wie Over-Ears dies tun, so dass die virtuelle Bühne im Kopf nicht sonderlich groß wirkt. Aber durch den Raum wandernde Schallereignisse oder das Ausklingen großer Hallräume lassen sich stets nachverfolgen.

Noise Cancelling und Transparenzmodus

Wird das einstufige Noise Cancelling aktiviert, löscht die verbaute Elektronik breitbandig aus. Unser Standardtest mit unterschiedlichen Rauscharten (weiß, rosa, braun) zeigt hier wieder schön die Effektivität der eingesetzten Technik, denn es verschwinden vor allem die tieffrequenten Anteile, während die Mitten und Höhen eine leichtere Auslöschung erfahren.

Dabei arbeitet die Geräuschunterdrückung nicht ganz so effektiv wie das der Apple AirPods Pro, macht seine aber Sache gut. So klingt die Stimme eines Telefonierenden im Nebenzimmer dünn und leise, Turbinengeräusche, Bahnfahrten und andere Schallereignisse werden ebenso gedämpft.

Der Transparenzmodus der Studio Buds klingt im direkten Vergleich mit dem der AirPods Pro nicht so natürlich, Bahndurchsagen oder Unterhaltungen blieben dennoch stets verständlich. Leider zeigt sich aber hier ein deutliches Grundrauschen, das aber nur nervt, wenn keine Musik spielt.

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Pete Schloßnagel
vor 1 Monat von Pete Schloßnagel
  • Bewertung: 4.25
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Beats hat mit den Studio Buds eine neue Richtung eingeschlagen, die zu gefallen weiß! Endlich gibt es (fast) keine Benachteiligungen für Android-User mehr, auch wenn man dafür auf Apples H1-Chiptechnologie verzichten muss. So ist es zwar schade, dass Bequemlichkeiten wie iCloud-Sync fehlen, dennoch fühlen sich auch diese Beats-Kopfhörer wie ein richtiges Apple-Produkt an. Was ja nichts Schlechtes sein muss. Beats leisten sich jedenfalls bei diesem Produkt keine groben Schnitzer, sowohl Klang, Noise Cancelling und Kompatibilität überzeugen.

Wem die Apple AirPods Pro bisher zu teuer oder zu unflexibel waren, hat mit den Studio Buds nun eine erschwingliche und kaum schlechtere Alternative zur Auswahl.

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Gewicht ohne Kabelje 5 g, Case: 48 g
  • Kabellänge22 cm

Lieferumfang

  • 3 Paar Ohrpassstücke (S, M, L)
  • USB-C-Ladekabel
  • Lade-Case

Besonderheiten

  • in Schwarz, Rot oder Weiß erhältlich
  • BT-Codecs: SBC, AAC
  • BT-Version: 5.2

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