Als vor ungefähr zwei Jahren der (damals noch rein kabelgebundene) Xelento Remote (zum Test) in der Redaktion eintraf, waren sich die Tester schnell einig: Dieser In-Ear ist klangliche Spitzenklasse. Entsprechend wurde er von uns mit dem Prädikat „Bester Kopfhörer / In-Ear (02/2017)“ bedacht. Zwischenzeitlich waren die Entwickler bei Beyerdynamic anscheinend fleißig und haben ein Kabel entwickelt, in das ein Akku samt Bluetooth-Modul integriert sind und den In-Ear so zu einem „Wireless“ macht.

Man bekommt hier also im Grunde das Xelento-Remote-Paket bestehend aus zehn Paar Ohrpassstücken in verschiedenen Größen und Materialien (Silikon/Memory Foam), einem versilberten Anschlusskabel (130 cm) mit integrierter Mediensteuerung und Freisprechfunktionen, sowie natürlich die In-Ears selbst. Das Wireless-Kabel kommt dann gewissermaßen noch „on top“ dazu. Man kann also je nach Situation (oder falls der Akku leer ist) zwischen kabelgebundenem und kabellosem Betrieb wechseln.

Sämtliche mechanische, optische und klanglichen Qualitäten des Xelento Remote gelten also grundsätzlich auch für den Wireless: vom edlen und robusten Design, über die ausgezeichnet klingenden Tesla-Treiber bis hin zu der auf Rückwand eingestanzten Seriennummer.

Praxis

Damit der „Remote“ zum „Wireless“ wird, zahlt man also für das Bluetooth-Kabel noch mal einen Aufpreis von zweihundert Euro. Dafür bekommt man bis zu acht Stunden Akkulaufzeit, eine integrierte Mediensteuerungs- und Freisprecheinheit und Bluetooth-Übertragung über die Codecs Qualcomm aptX (HD), AAC und SBC. Das Bluetooth-Kabel wird einfach anstelle des normalen Kabels mit den MMCX-Buchsen der In-Ears verbunden. Ungefähr in der Mitte der rechten Hälfte des Kabels sitzt die Fernsteuerung, in seiner Mitte ein kleiner Zylinder, in dem sich der Akku, die Funkelektronik und die Ladebuchse befinden und der mit einem kleinen Clip an der Kleidung befestigt werden kann. Zwar ist dieser Zylinder so leicht, dass man ihn nicht zwingend befestigen muss, beim längeren Tragen oder Joggen, stört das baumelnde Ding am Hals dann aber schon und man klippt ihn sich gerne fest. Die Zeit für einen vollen Ladezyklus beträgt ungefähr 75 Minuten. Danach bedankt sich der Akku mit rund acht Stunden Betriebsbereitschaft.

MIY App

Seit kurzer Zeit bieten Beyerdynamic für ihre Bluetooth-Geräte auch eine App für Android und iOS an, die auf den Namen „MIY App“ getauft wurde und mit der sich anhand eines Hörtests das Klangverhalten individuell anpassen lässt. Nachdem ich – wie es die App im Dialog fordert – ein Firmware-Update des Xelento Wireless aufgespielt habe, klappte die Kommunikation zwischen Hörer und App auf einem Android-Zuspieler einwandfrei. Ist das Hörprofil angelegt, lässt sich stufenlos zwischen „keine“ und „volle Anpassung“ interpolieren. Tatsächlich ist der Effekt durchaus dramatisch: Aktiviert man die Anpassung, erfahren die Xelentos noch mal einen deutlichen Präsenzschub (besonders in den Höhen), der in Maximalstellung schon fast überzeichnet wirkt. Bewegt man sich allerdings im Bereich zwischen 50 und 60 Prozent, ist die Korrektur ohne Frage ein klanglicher Gewinn.

Immer noch sperren sich Beyerdynamic gegen das Beilegen eines Miniklinke/Klinke-Adapters, das ist insofern ärgerlich, als das der Miniklinken-Stecker des Anschlusskabels vier-polig beschaltet ist (damit die Mediensteuerung von Android/iOS funktioniert). Standard-Adapter funktionieren aber mit dieser Beschaltung nicht, sondern machen das Signal mono.

Höreindruck

Da der Xelento Wireless – abgesehen vom Kabel natürlich – der bisherigen kabelgebundenen Variante entspricht, verfügt er auch über dessen klangliche Eigenschaften. Und die sind einfach großartig: Über das gesamte Hörspektrum klingt der Xelento ausgewogen, präzise und mit einer außergewöhnlichen Agilität. Ich möchte es so umschreiben: Er gibt die Musik nicht einfach wieder, nein, er „spielt“ sie. Stellenweise ertappt man sich selber dabei, wie man sich auf den nächsten Track in der Playlist freut – nicht allein wegen der Musik, sondern auch in freudiger Erwartung, wie dynamisch sie vom Xelento am Trommelfell abgeliefert wird. Dieser Klangeindruck wird auch dann nicht schlechter, wenn man auf die Bluetooth-Verbindung wechselt. Zumindest dann nicht, wenn der Zuspieler (in unserem Test das „Samsung A7“) in der Lage ist, via aptX HD zu kommunizieren. Erfreulich ist auch die Sprachverständlichkeit – sie steht dem internen Mikrofon (anders als bei vielen Mitbewerbern) in nichts nach.

Fazit: Beyerdynamic Xelento Wireless
von Numinos

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Es ist ganz einfach: Der Beyerdynamic Xelento ist ein fantastischer In-Ear und mit dem neuen Bluetooth-Kabel wird aus ihm ein fantastischer drahtloser In-Ear. Mehr gibt es eigentlich gar nicht zu sagen. Obwohl doch: Ich hoffe sehr, dass Beyerdynamic das Bluetooth-Kabel in naher Zukunft auch als separat erhältliches Zubehörteil anbieten, damit Besitzer der „alten“ Kabelversion die Möglichkeit zu einem Bluetooth-Upgrade bekommen.

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Technische Daten

Bauform
In-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
8 - 48.000 Hz
Impedanz
16 Ohm
Kabellänge
130 cm

Lieferumfang

  • 10 Paar Ohrpassstücke (XS – 3XL)
  • 1 Paar Ersatz-Schutzgitter
  • 2 versilberte Anschlusskabel 1,3 Meter (eines mit Bluetooth)
  • Transportetui

Besonderheiten

  • BT-Codecs: SBC, AAC, aptX, aptX HD
  • BT-Version: 4.2
  • BT-Profile: HSP, HFP, A2DP, AVRCP, GAVDP
  • Reichweite: 10 m
  • kostenlose iOS/Android App

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Hallo,

wie kann man einen In-Ear, welcher über 1.000€ kostet auf Platz 1 wählen!? Sorry, aber damit katapultiert Ihr euch in eurer Glaubwürdigkeit und in der Außendarstellung selbst vom Platz!