Bowers & Wilkins PI4

Nackenband-In-Ears mit adaptivem Noise Cancelling und sehr gutem Klang

Mit den PI4 liefert Bowers & Wilkins einen weiteren hervorragend ausgestatteten Nackenband-In-Ear mit zwei 14,2-Millimeter-Full-Range-Treibern, drei unterschiedlichen aptX-Codecs, Bluetooth 5.0 mit Multipoint-Funktion, einer adaptiven Geräuschunterdrückung und einer guten App, um vieles davon zu steuern und zu individualisieren.

Haptik

Der PI4 kommt im elegant gestalteten Karton, ein Leichtgewicht ist er aber nicht, denn die Schaltbereiche samt der ganzen Technik sind mit Metall ummantelt, in den Ohrhörern finden sich Magnete, die ebenso in ein Metallgehäuse eingefasst sind, und den Akku darf man natürlich auch nicht vergessen. Da kommt doch so einiges zusammen – 40 Gramm um genau zu sein; zum Glück ruht das ganze Gewicht auf dem Nacken und zerrt nicht an den Ohren. Am Tragekomfort gibt es deshalb nichts auszusetzen.

Bluetooth 5.0 und mehr

Der Kopplungsvorgang wird per fünfsekündigem Druck auf den Hauptschalter eingeleitet, vollzieht sich schnurstracks und die App – falls bereits installiert – vermeldet sogleich Verbindungserfolg. Dank Multipoint kann sich der PI4 beispielsweise neben einem iPhone noch mit einem MacBook verbinden, sodass Anrufe vom Telefon entgegengenommen werden können, während von dem größeren Gerät Musik gestreamt wird. Das ist äußert praktisch und über die App kann das sogar unterbrechungsfrei im laufenden Betrieb geschehen.

Klang

Dank der je drei Paar im Lieferumfang enthaltenen Ohrpassstücke und -haken, sollte schnell die Kombination „dicht, fest und nicht drückend“ gefunden sein. Ein Druck auf den mittleren der drei wirklich edel anmutenden Schalter, deren Druckpunkt mir ein ganz klein wenig zu schwammig ist, startet die Musik, in unserem Test ist das zunächst „Collaborations“ von Ed Sheeran. Der erste Eindruck vermittelt einen ausgewogenen Klang, der das Potenzial hat, einen sofort in das Album einzusaugen. Der Bass ist dabei druckvoll, gefolgt von fülligen und breiten Mitten, während klare und weite Höhen das Klangbild nach oben hin gekonnt abrunden. Der Sound der Bowers & Wilkins PI4 ist zweifellos sehr gut und im Gegensatz zum kleineren Bruder, dem PI3 (zum Test), entsteht hier nicht den Eindruck, dass der Bass zu aufdringlich agiert. Es lässt sich also festhalten: Insgesamt bringen die PI4 eine neutralere Abstimmung mit und fühlen sich somit in sämtlichen Genres wohl.

ANC

Wer den Straßenlärm beim Musikhören ausblenden möchte, kann diesen per aktiver Geräuschunterdrückung auf der linken Seite des Kabels in drei Stufen ausblenden: Eine sanfte Frauenstimme im feinsten British English klärt uns je nach Auswahl darüber auf, welcher der Modi „Low“, „High“ und „Auto“ gewählt wurde. Während „Low“ eher sanft eingreift, damit Außengeräusche aus Sicherheitsgründen nicht zu sehr unterdrückt werden, packt „High“ beherzter zu und eignet sich laut Angaben des Herstellers besonders gut zur Auslöschung von statisch auftretendem Lärm, wie etwa dem Dröhnen der Flugzeugtriebwerke oder dem Rumpeln eines fahrenden Zuges. Die Unterdrückung arbeitet generell gut, und der Unterschied zwischen „Low“ und „High“ ist unterscheidbar. Der adaptive Modus „Auto“ passt das Noise Cancelling dagegen automatisch an die jeweiligen Umweltgeräusche an: Entfernt man sich von statisch auftretendem Lärm und werden die Außengeräusche dynamischer, ändert sich entsprechend die Stärke der Auslöschung. Insgesamt wirkt die Unterdrückung in jedem dieser Schaltzustände aber sanfter und nicht so abschottend, wie man das von entsprechenden Platzhirschen aus dem Over-Ear-Bereich kennt. Diese „sanftere“ Entkoppelung gegenüber der Umwelt sorgt dann beim PI4 glücklicherweise auch dafür, dass der sogenannte Taucherglockeneffekt, also das unangenehme Unterdruckgefühl in den Ohren, ausbleibt. Gleichzeitig ändert sich die Klangfarbe sowie -ästhetik bei aktiviertem Noise Cancelling kaum. Und vielleicht ist das das Geheimnis von Bowers & Wilkins: Die Technik nicht so sehr in den Vordergrund zu zwingen, sondern passgenau anzuwenden, und so, trotz geringerer Abschottungsleistung des ANC, ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen, welchem man gerne zuhört.

Ambient Pass Through

Zusätzlich kann in der App noch die Durchlässigkeit des Ambient-Pass-Through-Modus eingestellt werden, der sich durch langen Druck auf die ANC-Taste aktivieren lässt. Die verbauten Mikrofone fangen dann Umweltgeräusche ein, verstärken sie und werden durch die Kopfhörer wiedergegeben, während die Musik leise im Hintergrund weiterlaufen kann. Der Vorteil: Die In-Ears können in den Ohren bleiben, wenn wichtige Durchsagen im Zug oder am Flughafen nicht verpasst werden dürfen. Man kann sich natürlich trefflich darüber streiten, ob es tatsächlich nicht schneller ginge, einfach die Stopp-Taste zu drücken oder gar die Ohrstöpsel kurz aus den Ohren zu nehmen, aber sinnvoll ist so ein Feature allemal.

Verschiedenes …

Schnappt man die magnetischen Ohrhörer an ihren Rückseiten zusammen, stoppt die Musik, zurück in den Ohren läuft sie weiter. In der App kann dieses Verhalten ein- oder ausgeschaltet werden, genau wie einen Timer, der festlegt, nach welcher Zeit der Inaktivität die PI4 komplett abschalten. Zudem können Sprachansagen auf Wunsch deaktiviert werden. Die Remote funktioniert dabei ganz klassisch und bietet viele Steuerungsmöglichkeiten. Erfreulicherweise hat sich der Hersteller dazu entschieden, zwei Taster exklusiv der Lautstärkeänderung vorzubehalten. Top!

In Sachen Verbindungsqualität beim Telefonieren schwankt die Sprachverständlichkeit, je nachdem, wo telefoniert wird: So sind beide Seiten sehr gut verständlich, wenn keine bis wenig Außengeräusche vorhanden sind. Im Freien versuchen die PI4 natürlich Störungen zu filtern, was die eigene Stimme beim Gegenüber dann immer wieder mal abgehakt und dumpfer angekommen lässt. Insgesamt liefert der In-Ear aber ein gutes Ergebnis ab, was vor allem Vieltelefonierer freuen dürfte. Und für Business-User ebenfalls schön gelöst ist die Möglichkeit, zwei Anrufe zu einer Konferenzschaltung zusammenlegen zu können.

Noch einige Worte zur Akkuleistung: Der Hersteller gibt je nach eingeschalteten Features zwischen zehn und zwölf Stunden Laufzeit an, mit dem USB-A-auf-USB-C-Kabel kann der PI4 dann binnen drei Stunden vollständig aufgeladen werden, dank Quick Charge reichen 15 Minuten am Stromkabel, um drei Stunden Spielzeit zu erreichen.

Sven Opitz
vor 7 Tagen von Sven Opitz
  • Bewertung: 4.25
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Die PI4 von Bowers & Wilkins sind hochwertige Bluetooth In-Ears mit sehr gutem Sound, vielen sinnvollen Funktionen sowie Codecs, einer guten App und einer adaptiven Geräuschunterdrückung, die vielleicht etwas zurückhaltender agieren mag, als sich der ein oder andere wünscht. Die Verarbeitung und Anmutung sind allerdings top mit einem Hauch von Luxus – eben genau so, wie man es von Bowers & Wilkins erwartet.

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)10 - 30.000 Hz
  • Gewicht mit Kabel40 g
  • Kabellänge20 cm

Lieferumfang

  • 3 Paar Ohrpassstücke (S, M, L)
  • 3 Paar Ohrhaken (S, M, L)
  • USB-C-Ladekabel
  • Transportbeutel

Besonderheiten

  • in Schwarz, Silber und Gold erhältlich
  • BT-Codecs: aptX Adaptive, aptX HD, aptX Classic, AAC, SBC
  • BT-Version: 5.0
  • BT-Profile: A2DP v1.3.1, AVRCP v1.6.1, HFP v1.7.1, HSP v1.2, BLE GATT (Generic Attribute Profile)

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