Bowers & Wilkins Px7 S2

Sehr gut klingende Wireless-Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling

Der Bowers & Wilkins Px7 S2 überzeugt uns vor allem aufgrund des sehr guten Klangs. Aber auch in Sachen Noise Cancelling, Aussehen sowie Tragekomfort spielt der Neuling ganz oben mit. Android User erhalten mit dem Px7 S2 zudem einen klaren Vorteil gegenüber iOS-Nutzer.

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Mit dem Px7 S2 will Bowers & Wilkins gegenüber dem Vorgänger Px7 alles besser machen, wobei sich manch geneigter User fragen könnte, was es denn da besser zu machen gäbe? Aber ja, da geht noch was. Wir hatten eine knappe Woche Zeit den Px7 S2 pünktlich zum Erscheinungstag zu testen und mit seinem Vorgänger zu vergleichen.

In der Redaktion gehören einige wenige Kopfhörer zu Referenzmodellen. Bei den Wireless-Modellen gehört ein Bowers & Wilkins Px7 (zum Test) dazu, wobei hier vor allem der Klang einen Spitzenplatz einnimmt. Nachholbedarf hatte der 2019 auf den Markt gekommene Kopfhörer gegenüber Sonys WH-1000XM-Modellen (zur Testübersicht) in puncto Noise Cancelling und Apples AirPods Max (zum Test) beim Transparenzmodus.

Aussehen, Materialien und Form des Px7 S2

Den Bowers & Wilkins Px7 S2 gibt es in drei Farben: Schwarz mit silbernem Binding, Grau mit ebenfalls silberfarbenem Ring als Abschluss zwischen Polster und Korpus sowie eine blaue Variante mit goldener Applikation.

Die Aufhängungen der um 180 Grad drehbaren Gondeln sind zum Vorgänger ähnlich konstruiert, und auch die Größenanpassung lässt sich gleichsam komfortabel einstellen. Eine Überraschung zeigt sich beim Gewicht: Der Px7 S2 ist mit 307 Gramm gleich schwer wie sein Vorgänger, fühlt sich aber leichter an, was durch einen deutlichen Zugewinn beim Tragekomfort zu erklären ist. Die etwas starre Form des Px7 ist bei der S2-Variante einer weicheren, flexibleren Anmutung gewichen, ähnlich der eines Bose QuietComfort 45 (zum Test). Die Bedienelemente hat man auf der rechten Hörerseite belassen: Taster mit deutlich wahrnehmbarem Druckpunkt für Laut/Leise, Play/Pause/Stop/Skip sowie einen Ein-/Ausschalter wurden seitens des Herstellers nicht überarbeitet. Ganz in meinem Sinne, denn mir sind Schalter und Taster per se lieber als Wischbewegungen.

Bowers & Wilkins Px7 aufgepimpt – ein paar technische Daten des S2

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Bowers & Wilkins hat beim Px7 S2 gegenüber dem Vorgänger an der Treiberkonstruktion gearbeitet. Auch hier sind die „Lautsprecher“ in einem leichten Winkel zum Ohr. Aufgrund der geänderten Bauform ist laut Hersteller mehr Platz, um den Winkel noch etwas steiler zu stellen. Der Klangraum wurde schlichtweg vergrößert.

Der Bowers & Wilkins Px7 S2 kann aptX Adaptive, wenn der (Gegen)-Spieler das auch kann. Mein Android-Test-Handy vermeldete, den aptX HD Codec zu Übertragungszwecken nutzen zu wollen. Mein iPhone kommunizierte mit dem Apple-eigenen AAC-Codes mit dem Px7 S2.

Nicht mehr im Angebot hat Bowers & Wilkins eine analoge Klinkenverbindung, legt aber ein Miniklinke-auf-USB-C-Kabel in das – im Übrigen sehr schmucke – Case. Zudem bietet der Px7 S2, wie auch die True Wireless In-Ears Bowers & Wilkins PI7 (zum Test), eine rudimentäre Audio-Interface-Funktion via USB. Das freut mich in zweierlei Hinsicht: Erstes lässt sich der Px7 S2 als Audio-Gerät in einer Recording-Software definieren. Über das Miniklinken-/USB-C-Kabel konnte ich zudem ein Software-Instrument via iPad Pro mit einer sehr niedrigen Latenz spielen. In beiden Fällen war das Noise Cancelling aktivierbar, allerdings war die Lautstärkesteuerung am Hörer deaktiviert.

Was bei einem Kopfhörer dieser Klasse nicht fehlen darf, ist die Fähigkeit, mit zwei Devices in Verbindung zu treten. Multipoint funktionierte in der klassischen Office-Situation Computer/Smartphone sehr gut. Auch die Sprachverständlichkeit hat uns überzeugt. Sowohl bei der reinen Telefonie wie auch bei Audio/Video Calls war der Px7 S2 ein zuverlässiger Partner, u.a. auch weil zwei dedizierte Mikrofone einzig für die Telefonie integriert sind.

Die App

Kurz vor Toresschluss veröffentlichte Bowers & Wilkins noch eine Beta-Version für iOS, welche mit der Software zum Verkaufsstart identisch sein sollte. Wenig spektakulär, aber funktionabel lässt sich hier eine Höhen- und Tiefen-Klangregelung aufrufen, der ANC-Modus steuern (was werkseitig auch über einen Taster an der linken Hörerseite geht). Zudem gibt es Zugang zu den hinterlegten Manuals sowie die Möglichkeit, weitere Bowers-&-Wilkins-Geräte über die App zu verwalten.

Noise Cancelling und Transparenzmodus des Px7 S2

Hier hat Bowers & Wilkins am stärksten zur Konkurrenz aufgeholt. Es gibt drei Zustände: Noise Cancelling an, aus und Transparenz, was hier „Umgebungsdurchschaltung“ genannt wird. Gegenüber dem Px7 wurde die Geräuschunterdrückung beim Px7 S2 merklich verbessert, auch wenn das ANC nicht ganz an das Noise Cancelling der Apple AirPods Max heranreicht. Was Bowers & Wilkins aber hervorragend hingekriegt hat, ist der Transparenzmodus, der quasi ebenbürtig zum AirPods Max ist. Man kann mit aufgesetztem Kopfhörer ohne weiteres auch entfernten Gesprächen folgen. Hier haben die Briten nicht nur auf einen neuen DSP gesetzt, sie wussten ihn auch richtig zu tunen.

Klangqualität des Bowers & Wilkins Px7 S2

Auch beim Klang zeigte sich, dass der Bowers & Wilkins Px7 S2 in allen Belangen gegenüber dem Vorgänger eine Schippe draufgesetzt hat. Durch das leicht vergrößerte Volumen, die Optimierung des Abstrahlwinkels der Membran sowie rein subjektiv auch den besseren Tragekomfort schien der S2 seine Sache in puncto Klang ein bisschen besser zu machen.

Mir gefiel schon immer die B&W-Klangtextur, die auch beim neuesten Modell vorzufinden ist. Viel Spaß habe ich bei Kopfhörertest mit Musikproduktionen aus den 70er- und 80er-Jahren, als tontechnisch sehr viel Wert auf einen guten Sound gelegt wurde, wie in der Playlist „The Art of Electric Piano“ sehr gut nachzuhören ist. Die zumeist live eingespielten Tracks bieten eine Lebendigkeit, die über gute Kopfhörer bzw. perfekten Hörsituationen eine große Freude sind. Beim routinierten Skippen durch unsere Kopfhoerer.de-Playlist agiert der Px7 S2 ebenfalls auf hohem Niveau. Dies gilt für alle Genres. Und bei hochauflösenden Files, abgespielt über ein Android-Smartphone mit aptX HD Codec, öffnen sich je nach Musikmaterial noch einmal neue Klangwelten, hier zeichnen die Linien in puncto Räumlichkeit und Luftigkeit noch einmal feiner, einfach weil viel mehr Audioinformationen vorhanden sind und über den Px7 S2 auch wiedergegeben werden. Das Noise Cancelling beeinflusst den Klang im Übrigen kaum, und auch ein gerne mal auftretendes Rauschen bei aktiviertem Noise Cancelling ist dem Px7 S2 nicht zu eigen.

Der Bowers & Wilkins Px7 S2 im Alltag

Kopfhörer sind Alltagsbegleiter, die nicht nur zum reinen Musikgenuss eingesetzt werden, sondern auch im Büro bei Calls oder auf Reisen störungsfrei ihre Dienste verrichten sollen. Der Px7 S2 wurde in der Testphase zur Verwunderung mancher Mitbewohner kaum vom Kopf genommen, da er einerseits stundenlanges Tragen möglich machte, andererseits dank des sehr guten Transparenzmodus mich auch an Gesprächen teilhaben ließ. Umwelt- oder Maschinengeräusche wusste der Bowers & Wilkins Px7 S2 so weit herunterzuregeln, dass auch beim Staubsaugen oder schleudernden Waschmaschinen Audiobeiträgen Wort für Wort gefolgt werden konnte. Auch eine Testfahrt mit der Straßenbahn durch die belebte Innenstadt ließ mich weitestgehend ungestört der Musik folgen.

Das Pairing sowie das Wiederaufnehmen einer Bluetooth-Verbindung ging stets zügig vonstatten, auch das Handling im Multipoint-Betrieb funktionierte während der Testphase klaglos. Video und Audio Calls funktionierten störungsfrei. Besonders gefreut hat mich die Möglichkeit, den Px7 S2 als USB Audio Device bei einer Audioproduktion einzusetzen. Die Latenz war gering genug, auch virtuelle Instrumente via Klaviatur zu spielen. Ein Apple AirPods Max kann das zum Beispiel nicht.

Die Akku-Laufzeit wird mit 30 Stunden angegeben, was unter Testbedingungen nie zum Leerstand führte. Ich habe allerdings zwischendurch auch immer wieder mal eine USB-Verbindung zum Rechner zur Podcast-Produktion aufgebaut. Naturgemäß versorgt sich der Akku dabei auch mit frischem Strom.

Die Bluetooth-Verbindung war bis zu meiner imaginären Kaffeemaschinen-Grenze stabil und vergleichbar mit anderen Testkandidaten. Der Gang ein Stockwerk tiefer (ca. 7 m Luftlinie) durch zwei Wände war stabil. Im Freifeld wurden zehn Meter locker erreicht.

Die integrierten Tragesensoren möchte ich nicht unerwähnt lassen. In drei Empfindlichkeitsstufen kann – via App gesteuert – der Kopfhörer schon beim Anheben einer Seite die Musik stoppen, oder erst beim Absetzen bzw. bei der dritten Stufe gar nicht. Dann sollte man allerdings die Auto-Stand-by-Zeit nach 15 Minuten aktiviert haben, damit der Akku nicht grundlos leerläuft.

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Ralf Willke
vor 1 Monat von Ralf Willke
  • Bewertung: 4.88
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Bowers & Wilkins hat mit seiner Ankündigung, den Px7 besser zu machen, nicht zu dick aufgetragen. Der Bowers & Wilkins Px7 S2 punktet vor allem aufgrund des sehr guten, in Nuancen verbesserten Sounds – hierfür gibt es wieder einmal die volle Punktzahl. Aber auch in Sachen Aussehen und Tragekomfort zieht der Px7 S2 zur Konkurrenz annähernd gleich. Vorne liegt der Px7 S2 meiner Ansicht nach durch die USB-Audio-Funktion, was ihn auch bei Audioproduktionen via USB-Kabel einfach zur Abhörstation macht.

Android-User haben, falls das Smartphone aptX Adaptive unterstützt einen klaren Vorteil: High-Res Audio hebt den Höreindruck auf ein anderes Niveau – ein Zugewinn, den man mit iPhones nicht genießen kann, weshalb ich der Android-Gemeinde den Px7 S2 besonders empfehlen kann, da er auch sonst in einer ähnlichen Liga wie ein AirPods Max spielt.

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Impedanz37,7 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)98,11 dB
  • Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf613,5 g
  • Gewicht mit Kabel319 g
  • Gewicht ohne Kabel307 g
  • Kabellänge115 cm

Lieferumfang

  • USB-C auf Miniklinkenkabel
  • USB-C-Kabel
  • Transporttasche

Besonderheiten

  • in Schwarz, Blau und Grau erhältlich
  • BT- Codecs: SBC, AAC, aptX, aptX HD, aptX Adaptive
  • BT-Version: 5.0
  • BT-Profile: HSP, HFP, A2DP, AVRCP

9 Antworten auf “Bowers & Wilkins Px7 S2”

  1. Avatar Jürgen sagt:

    Hallo, bleibt zu hoffen, dass die Verarbeitung besser ist als beim PX5, Von diesem Modell sind mir drei Geräte in Folge ausgefallen. Jeweils ging der rechte oder linke Hörer kaputt. Bei allen drei Hörern hat sich der Ausfall durch Knackgeräusche angekündigt.

  2. Avatar Wolf sagt:

    Hallo Kopfhörer Team,

    wo seht ihr den PX7 S2 klanglich gegen den Technics EAH-A800?

    Der Technics kann LDAC und wohl auch „offline“ betrieben werden.

  3. Avatar Alexander Uihlein sagt:

    Vergleich zum Urvater P7 wireless?
    Herr Wilken, gehen sie doch bitte einmal in sich und erinnern sie sich an ihren Test das P7 wireless.
    Wir haben inzwischen 4 Stück im Haushalt – ständig im Einsatz, da uns klanglich noch keine Alternative geboten wurde.
    Den persönlichen intensiven Vergleich mit den beiden Nachfolgern PX und PX7 habe ich als enttäuscht beendet. Klanglich konnte keiner dem P7w folgen. Warm, differenziert und unkompliziert wie der P7W war keiner – auch kein Wettbewerber.
    Wie schätzen sie persönlich den Px7 S2 klanglich im Vergleich zum P7W ein?

    • Ralf Willke Ralf Willke sagt:

      Hallo Herr Uihlein,
      einen Vergleich zum P7 kann ich leider nicht ziehen, dafür liegt der Test zu weit zurück, und ein P7 steht mir nicht zur Verfügung. Den P7 habe ich noch sehr gut in Erinnerung, da er vor allem optisch gefiel. Der PX7, wie auch der gerade getestete PX7 S2 wurden klanglich ein wenig dem Zeitgeist angeglichen, das stimmt schon, Ob das nun ein Qualitätsmerkmal oder eine Geschmacksfrage ist, muss jeder für sich entscheiden.

  4. Avatar Thomas sagt:

    Max dB? Keinerlei Messwerte? Leute….

    • Redaktion Redaktion sagt:

      Der Hersteller stellt selbst (noch) keine technischen Spezifikationen bereit. Und keine Angst Herr Mertens: Wir messen diese Kopfhörer schon noch.

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