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Bose QuietComfort 45

Gut klingender Over-Ear mit aktivem Noise Cancelling

Mit dem Bose QuietComfort 45 betreibt der Hersteller eine konsequente Produktpflege: Die neuen Over-Ears kommen mit aktivem Noise Cancelling (ANC, Geräuschunterdrückung), einer langen Akkulaufzeit und prima Klang. Gegenüber der Konkurrenz muss aber auf wichtige Features verzichtet werden. Ob das reicht?

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Upgrade einer Legende

Boses QuietComfort-Kopfhörer zählen zu den meist verkauften Noise-Cancelling-Kopfhörern. Mit dem neuen Modell Bose QuietComfort 45 (QC 45) möchte der Hersteller daran auch so schnell nichts ändern. Wir dürfen daher schon gespannt sein, was man denn bitteschön gegenüber dem Vorgänger, dem Bose QuietComfort 35 II (zum Test), verbessern kann, und ob es sich lohnt, wenn schon nicht die Marke, dann wenigstens das Modell zu wechseln. Das wollen wir klären.

Bose QuietComfort 45: die Unterschiede zum QuietComfort 35

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Die Gehäuse sind gleich, was klar ein Vorteil ist, denn kaum ein Kopfhörer in dieser Klasse bietet bei einem Gewicht von 240 Gramm einen so angenehmen Tragekomfort. Auch an den samtweichen Ohrpolstern aus Kunstleder, dem mechanisch justierbaren Bügel sowie der Anordnung der Bedienelemente hat Bose nichts verändert. Ebenfalls geblieben ist die Möglichkeit, den Hörer auf kleinstem Raum zusammenfalten zu können, was den QC 45 zu einem idealen Reisebegleiter macht.

Neu, und schon auf dem Papier besser ist die Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden, Bluetooth 5.1, ein weiteres Mikrofon zu besseren Sprachverständlichkeit sowie eine neuere Treiberarchitektur.

Unterschiede zu den wichtigsten Mitbewerbern

Der Bose QuietComfort 45 kommt funktional deutlich schlanker daher als z.B. ein Sony WH-1000XM4 (zum Test): Luftdrucksensoren, Auto Pause oder Hi-Res-Audio kennt der QC 45 nicht. Auch die Bose Music App (iOS, Android) bietet nur die nötigsten Einstellmöglichkeiten, wirkt daher aber alles andere als überfrachtet. Das ist fast schon so spartanisch wie ein Apple AirPods Max (zum Test), der sich bedienungstechnisch an das vorhandene (Apple)Audio-Device anlehnt.

Der QuietComfort in der 2021er-Edition wird wie eh und je über Taster bedient und ist – wie oben kurz angedeutet – auch nicht mit Sensoren ausgestattet. Beim Absetzen spielt der Bose QuietComfort 45 daher munter weiter. Auch kann er keine binaurale Erlebniswelten schaffen, wie das Apple samt Headtracking schafft. Manche mögen das vermissen, die Bose-Fan-Base wohl eher nicht.

In Sachen Bluetooth-Codec zeigt Bose den Feature-Jägern ebenfalls die kalte Schulter. AptX oder LDAC sind nicht vorgesehen, HD-Audio wird somit weitestgehend nur via AAC unterstützt. Wie bei Sennheiser und Sony auch, kann über ein mitgeliefertes 3,5-mm-auf-2,5-mm-Kabel Audio analog zugespielt werden, wobei das Noise Cancelling aktiviert werden kann. Für Reisende ist das eine gute Nachricht.

Der Klang der Bose QuietComfort 45

Bose hat die Treiber der QuietComfort 45 nach eigenen, etwas schwammigen Aussagen optimiert. So soll die hauseigene Triport-Klangarchitektur das akustische Volumen der Hörmuscheln vergrößern, um einen tieferen, volleren Klang bei gleichbleibenden Abmessungen hervorzubringen. Zudem soll ein stets aktiver EQ den Sound Lautstärke-abhängig und je nach Genre immer optimal auf die Sprünge helfen.

Beim Durchhören unserer Spotify-Playlist wirkt der Bose QuietComfort 45 zunächst neutral, gar ein wenig charakterarm. Ohne sonderliche Vorkommnisse spielt er sich durch verschiedenste Genres, immer mit einer richtig guten Klangtextur. Bei Elektronik stehen die Basswände stramm im Basement, ohne zu erdrücken. Bei Klassik-Titeln stimmen Raum und Tiefe mit der Bühne überein, Rock-Klassiker wie Motörheads „Ace of Spades“ drückt der QC 45 ins Mittenohr, wie es sich für Gitarrenstile eben gehört.

Im direkten Vergleich konnte ich den Bose QuietComfort 45 mit den Apple AirPods Max sowie den für mich zu Referenz-Zwecken immer wieder gern hinzugezogenen Bowers & Wilkins PX7 (zum Test) hören. Der Bose QC 45 wirkt auf mich wie ein Produkt, das möglichst perfekt klingen will. Die Textur sitzt, Ecken und Kanten sind ihm fremd. So lassen sich feinere Nuancen, die ein PX7 noch zu zeichnen vermag, weniger wahrnehmen. Auch ein ultratiefer Zug aus dem Basskeller, den der AirPods Max ohne größere Anstrengungen noch ins Hörorgan zu wummern vermag, beeindruckt mit den QC 45 nicht sonderlich. Ein gewisses Understatement ist hier definitiv vorhanden, und so erinnert mich der Bose QuietComfort 45 eher an ein Model im perfekten Klangkleid, das jeden beeindrucken will.

Wie gut ist das Noise Cancelling der Bose QuietComfort 45?

Boses Noise Cancelling gehört mit zum Besten am Markt, was der QC 45 auch eindrucksvoll beweist. Gleichförmige Umgebungsgeräusche wie das Grundrauschen einer Stadt drückt dieser Kopfhörer einfach mal weg. Und selbst das Quietschen einer Straßenbahn wird höchstens als leises Störgeräusch wahrgenommen. Wenn Musik anliegt, kriegt man so gut wie gar nichts mit. Das liegt bei Boses QC 45 einerseits an der hohen passiven Dämmung. Aber die Qualität der ANC-Elektronik leistet hier ganze Arbeit. Im Vergleich zum AirPods Max hat der QC 45 diesbezüglich leicht die Nase vorn, der Sony WH-1000XM4 stand uns leider nicht zur Verfügung. Beide Modelle scheinen mir hier aber ebenbürtig zu sein. Was auffällt: Auch ohne Musik sorgt der Bose QuietComfort 45 schon fast für gespenstische Ruhe. Das leichte Eigenrauschen des Kopfhörers ist auf das Nötigste reduziert, aber wahrnehmbar.

Der QC 45 bietet natürlich auch einen Transparenz-Modus, vom Hersteller „Aware-Modus“ getauft. Hier ist in meinen Ohren der Apple AirPods Max absoluter Spitzenreiter. Aber: Auch der Bose öffnet die akustische Barriere so, dass sowohl Musikhören als auch Gespräche möglich sind, und – vor allem – ein reales akustisches Ambiente über das geschlossene Kopfhörersystem übertragen wird.

In der Praxis

Der QC 45 konnte als universeller Begleiter diverse Alltagssituationen meistern, und dies erstaunlich gut. Angenehm sind das geringe Gewicht und die kompakten Maße. Die Embryo-artig zusammenlegbaren Hörer werden in einem stabilen Case geliefert und nehmen wenig Platz im Handgepäck ein. In puncto Energie kommt der QC 45 meiner Erfahrung nach zwei bis drei Tage bei normaler Nutzung mit einer vollen Ladung aus. Normal hieß im Testfall: der ein oder andere Spaziergang, Video-Calls, Schlummerstunde mit Musikberieselung sowie leichte häusliche Arbeit mit meinen Lieblings-Podcasts – in der Summe vielleicht vier Stunden pro Tag.

Worauf man achten sollte, ist, die automatische Abschaltung zu aktivieren, denn durch das Fehlen jeglicher Sensorik bleibt der QC 45 beim Ablegen und selbst beim Einpacken in Betrieb, bis der Akku leer ist.

Das Bluetooth-Pairing geschieht problemlos, wobei der Bose QuietComfort 45 auch in der Lage ist, zwei Bluetooth-Verbindungen aufzubauen, so dass z.B. eingehende Anrufe über ein Smartphone angenommen werden können, auch wenn eine Verbindung zum Beispiel zu einem Computer aufgebaut ist.

Die Sprachqualität bei Video-Calls war sehr gut. Längere Google-Meet-Sessions waren sowohl für mich als auch die Teilnehmer im Call klar und verständlich. Nach ca. einer Stunde kommt der Wunsch auf, Ohr und Hörer wenigstens kurzfristig zu lüften. So leicht und komfortabel sie auch sind: durch den fast schon hermetischen Lufteinschluss wird es unter den Ohren auf Dauer dann doch etwas wärmer.

Als Reisekopfhörer wussten die QC 45 ebenfalls zu gefallen. Bahnfahrten mit aktiviertem Noise Cancelling waren komfortabel, über die Aware-Funktion ließen sich Lautsprecherdurchsagen sehr gut einfangen und wahrnehmen. In der Stadt sollte man dies grundsätzlich anlassen. Die Umgebung wurde beim QC 45 akustisch gut abgebildet, auch wenn die Apple AirPods Max hier deutlich stärker agieren, bzw. natürlicher klingen.

Den Bose QuietComfort 45 gibt sowohl in Schwarz als auch in Weiß. Beide empfinde ich ästhetisch als gelungen. Der Tragekomfort ist sehr gut, auch bei viel Bewegung behält der Bose seinen Sitz. Brillenbügel geraten nicht in Konflikt mit den Ohrpolstern, und Schirmmützen können ebenfalls problemlos „überbügelt“ werden.

Die Bose Music App bietet alle wichtigen Zusatzinfos sowie einige paar Grundverwaltungsakte. Positiv ist hier, dass man nicht unbedingt ein Konto einrichten muss und weitestgehend anonymisiert den QC 45 nutzen kann.

Die Sprachführung ist mehrsprachig und kann via App gewählt werden. Wenn Englisch schon lustig ist, lädt die deutsch gesprochene künstliche Damenstimme schon zum Schmunzeln ein. Man kann – und sollte – sie einfach ausschalten, denn Akku-Ladestand und Informationen darüber, mit welchem Device man gerade verbunden ist, kann man auch über die App einsehen.

Bose arbeitet mit dem Google Assistant zusammen, Apple Siri zeigen die QC 45 die kalte Schulter. Über die entsprechende App von Google kann man sodann nach dem Wetter oder dem nächsten Restaurant fragen. Ausgelöst werden die Sprachbefehle durch ein Drücken und Halten der mittleren Taste am rechten Hörer.

Die Steuerung via Taster finde ich weiterhin als bessere Wahl. Das Gewische und Getippe auf berührungsempfindlichen Kopfhörermuscheln war nie mein Ding. Da lobe ich mir den Bose QuietComfort 45, der nach nur geringer „Einarbeitungszeit“ einen souveränen Umgang mit diesem kleinen, aber feinen technischen Gerät ermöglicht.

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Ralf Willke
vor 3 Wochen von Ralf Willke
  • Bewertung: 4.5
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Länger hören, schneller laden, besser klingen – Bose hat eine gute Produktserie noch besser gemacht und betreibt mit dem Bose QuietComfort 45 eine konsequente Pflege.

Vom reinen Musikgenuss über alltägliche Höraufgaben bis hin zum Arbeitswerkzeug im Homeoffice – wer einen gut klingenden, kompakten, einfach zu bedienenden und zuverlässigen Alltagskopfhörer sucht, wird mit dem Bose QuietComfort 45 fündig.

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Gewicht ohne Kabel240 g

Lieferumfang

  • 3,5-mm-auf-2,5-mm-Audiokabel
  • USB-C-Ladekabel
  • Transport-Etui

Besonderheiten

  • in Schwarz und Weiß erhältlich
  • BT-Codecs: SBC, AAC
  • BT-Version: 5.1

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