Cambridge Audio Melomania Touch

True Wireless In-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang und einfacher Bedienung

Cambridge Audio ist seit fünf Jahrzehnten im Bereich der gehobenen Hifi-Technik aktiv. Dabei beschränkt sich der britische Hersteller nicht nur auf klassische Komponenten wie Verstärker, Lautsprecher, CD- oder Plattenspieler, sondern unterstützt auch moderne Formen des Musikkonsums wie das Streaming. Und natürlich dürfen auch Kopfhörer im Angebot nicht fehlen.

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Melomania Touch ist das teurere der zwei True-Wireless-Produkte von Cambridge Audio und in zwei Farben verfügbar, Schwarz und Weiß. Es handelt sich um wertig gefertigte Konstruktionen im Plastikgehäuse mit berührungsempfindlichen Außenseiten. Die Akkus liefern eine beachtliche Laufzeit von bis zu sieben Stunden. Hinzu kommt das obligatorische, schmuck in veganem Kunstleder verpackte, Case zur Aufbewahrung und für den Ladevorgang per USB-C. Hier erfreut man sich zusätzlicher Akkukapazität, mit der man lautstärkeabhängig letztlich eine Laufzeit von etwa 40 Stunden im sogenannten High-Performance-Modus erreicht. Ein optionaler Low-Power-Modus fügt dem sogar noch zusätzliche Reserven hinzu. Die Zeit für eine volle Ladung beträgt zwei Stunden.

Bluetooth 5 sorgt für eine effiziente und stabile Übertragung über mehrere Räume, während die Codecs aptX, AAC und SBC für die Tonausgabe sorgen. Angesichts des audiophilen Anspruchs des Herstellers vermisse ich dabei die Formate aptX HD und LDAC.

Praxis

Das leichte Gehäuse, die ergonomisch angewinkelten Treiberkanäle sowie zahlreiche Silikonpassstücke und Ohrflossen sorgen für eine gute und sichere Passform, die auch bei längeren Hörsitzungen nicht stören. Für den Alltag und den Mobilbetrieb sind die Hörer damit bestens geeignet, für Sport aufgrund ihrer IP-Schutzklasse IPX4 ebenso, was übrigens auch auf das Lade-Case zutrifft.

Jeder Hörer besitzt an der Außenseite eine berührungsempfindliche Fläche, die für unterschiedliche Funktionen genutzt werden kann. Wie bei den meisten Mitbewerbern besteht dabei die Gefahr, durch versehentliches Berühren solche Funktionen auch ungewollt auszulösen.

Die Hörer werden automatisch ein- und beim Einlegen in das Case wieder ausgeschaltet – ein Vorgang, der sich aber auch manuell durchführen lässt. Das Pairing mit dem Smartphone erfolgt zügig und ermöglicht somit eine praxisgerechte, geradlinige Nutzung. Bei Bedarf lässt sich übrigens auch nur ein einzelner Hörer betreiben, etwa für Telefonate.

Für die Konfiguration sorgt die kostenlose Melomania-App für iOS und Android. Sie ermöglicht Updates (Test mit Version 1.18), zeigt den Ladestand der Akkus an, bietet eine mögliche Ortung der Kopfhörer bei Verlust und besagte umfassende Konfiguration der berührungsempfindlichen Flächen. Zur Verfügung stehen Play/Pause, Track Skipping, Lautstärke, Telefonate, der Aufruf eines Sprachassistenten (Siri, Google Assistant) sowie das Aktivieren eines in der Intensität regelbaren Transparenzmodus, der Außengeräusche über die verbauten Mikrofone in den Hörgang einblendet, um besser bei aufgesetzten Kopfhörern mit der Umwelt kommunizieren zu können. Dabei kommen die bekannten Einfach- und Mehrklicks und längere Berührungen in Kombination mit Ansagen (die Sprache ist wählbar) zum Einsatz. Ungewollte Funktionen schaltet man schlicht ab, um die Bedienung zu vereinfachen – ein sinnvoller Weg. Noch schöner hätte ich es gefunden, wenn der Transparenzmodus sich auch durch Berühren und Halten nur temporär aktivieren ließe.

Die App bietet zudem einen speicherbaren fünfbandigen Equalizer für die persönliche Klangabstimmung. Noise Cancelling wird hingegen nicht geboten, wohl aber eine gute passive Nebengeräuschunterdrückung. In der attraktiven Preisklasse von circa 140 Euro ist das kein Problem und zeigt gleichzeitig eine mögliche Lücke für ein künftiges größeres Modell.

 

Klang

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Die dynamischen 7-mm-Treiber mit Graphen-Membran sowie ein laut Hersteller eigens abgestimmter Modus zur Signalverstärkung sorgen für satten, ausgewogen und angenehm rauscharmen Klang über Bluetooth – mit anständigen Pegelreserven. Absolute Neutralität in audiophilem Sinne sollte man dabei eher nicht erwarten. Tatsächlich geht es dem Hersteller hier eher um anspruchsvollen Hörspaß bei gleichzeitig sinnvoller Abstimmung für den mobilen Einsatz.

Das beginnt mit einem tonal definierten und sauberen, druckvollen Bass, der zudem tief in den Frequenzkeller hinabreicht. Tendenziell ist der Bassbereich etwas betont, aber nicht wummernd, sondern angenehm straff. Für Pop/Rock, Elektronik und insbesondere auch moderne Produktionen ist das eine feine Abstimmung, die Spaß garantiert. Der Mittenbereich wird dabei nicht zurückgedrängt. Stimmen verfügen über die nötige Fülle, Wärme und Verständlichkeit. Die Detailauflösung ist ansprechend. Aber auch Rockgitarren, Schlagzeug sowie akustische Instrumente wie Benny Anderssons Fazioli-Flügel (Piano) werden ansprechend reproduziert und erzeugen bei Bedarf Nähe, Emotion und/oder Druck.

In den Höhen spielt der Melomania Touch sicher auf. Stellenweise überschreitet er aber bei bestimmten Produktionen leicht die Grenze zur Härte (Britney Spears: Toxic), ist also kein expliziter Schönspieler. Die generell gute Detailauflösung sorgt für das Gefühl von Schnelligkeit und führt zu einem gut aufgelösten, stabilen Stereopanorama und den nötigen feinen Nuancen bei Stimmen. Räume beziehungsweise Raumeffekte sind sicher erkennbar, während der Aufbau von Tiefe bauartbedingt eher nicht gelingt. Silberglanz und audiophile Luftigkeit findet man hier eher nicht, es wäre bei diesem Preis und aufgrund der Konstruktion auch zu schön. Jazz- und Orchesteraufnahmen zeigen, dass der Melomania Touch zu einer ansprechenden Dynamikabstufung fähig ist und somit auch diese Genres beachtlich gut bewältigt – aufgrund des Störabstands natürlich bevorzugt in Ruhepositionen. Schließlich überzeugt mich das Testgerät in der Praxis auch mit seiner klaren Sprachübertragung bei Telefonaten, die über die beiden integrierten Mikrofone und eine zugehörige Rauschunterdrückung realisiert wird.

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Ulf Kaiser
vor 9 Monaten von Ulf Kaiser
  • Bewertung: 4.25
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Für etwa 140 Euro erhält man bei Cambridge Audio einen ansprechenden True-Wireless-Kopfhörer, der nicht nur gut klingt, sondern auch einfach zu bedienen ist und zudem eine überzeugende Akkuleistung liefert. Auf Noise Cancelling wird verzichtet und auch audiophile Höhenflüge sollte man trotz des guten Namens nicht erwarten. Vielmehr erhält man einen musikalisch und treffsicher auf den Mobilbereich abgestimmten In-Ear-Kopfhörer mit richtig knackigem Preis-Leistungs-Verhältnis. Es muss eben nicht immer Apple sein.

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabel5,9g pro Stück; Lade-Case: 56 g

Lieferumfang

  • 4 x Silikonaufsätze Small
  • 4 x Silikonaufsätze Medium (2 x an Kopfhörern)
  • 4 x Silikonaufsätze Large
  • 2 x Silikon-Ohrflossen Small
  • 2 x Silikon-Ohrflossen Medium (an Kopfhörern)
  • 2 x Silikon-Ohrflossen Large
  • 1 x USB-A-zu-USB-C-Ladekabel
  • Lade-Case

Besonderheiten

  • BT-Codecs: aptX, AAC, SBC
  • BT-Version: 5.0
  • BT-Profile: A2DP, AVRCP, HSP, HFP
  • Erhältlich auf der Website des Herstellers

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