Der Final Sonorous III möchte sowohl als HiFi- wie als Monitor-Kopfhörer durchgehen. Als geschlossenes Over-Ear-Gerät scheint er auf den ersten Blick beiden Aufgaben gewachsen sein zu können. Kann unser Test das bestätigen?

Lieferumfang, Design & Verarbeitung

Dem Final Sonorous III liegen ein abnehmbares Kabel und ein Steckadapter auf 6,35 mm-Klinke bei. Das war’s auch schon. Der Hersteller bleibt seinem Design-Konzept auch beim Sonorous III treu und schickt ihn optisch mit deutlichen 70s/80s-Anleihen ins Rennen. Das Plastik seiner Gehäuse ziert ein Wet-Look-Finish. Dadurch gibt es auf der schwarzen Oberfläche keine Probleme mit sich abzeichnenden Fingerabdrücken. Abgeschlossen werden die Hörschalen zum Ohrpolster hin von einem umlaufenden Metallring. Die Ohrpolster selbst bestehen aus weichem Synthetikleder.

Materialauswahl und Verarbeitung gefallen mir beim Sonorous III gut. Er bietet den schon von anderen Final-Kopfhörern bekannten Kopfbügel aus Stahlblech, an dem die Hörmuscheln stufenlos verstellt werden können. Alle verkapselten Elemente sind per Verschraubung verschlossen, so dass im Fall der Fälle eine Wartung möglich wird. Außerdem sind die Ohrpolster des Sonorous III wechselbar.

Technik & Handling

Anders als etwa beim Sonorous VI, der auf eine Kombination aus dynamischen und Balanced-Armature-Treibern setzt, arbeiten im Final Sonorous III ausschließlich dynamische 50-mm-Treiber. Dadurch soll der Fokus des Kopfhörers mehr auf der Basswiedergabe liegen. Ein Luftauslass im ansonsten verschlossenen Gehäuse soll die Bässe nochmals verbessern. Die Treibereinheit ist mit einer breit angelegten Frontplatte unmittelbar mit dem Gehäuse verbunden, was Resonanzen verhindern soll. Die Titan-Membran soll hohe Frequenzen besonders obertonreich wiedergeben können.

Die Hörmuscheln des Sonorous III sind in einem Kugelgelenk gelagert. Dadurch gelingt dem Hörer sowohl die horizontale als auch vertikale Anpassung an die Kopfform. Leider haben die Hörmuscheln aufgrund dieses Gelenks aber auch ein gewisses Spiel hinsichtlich ihrer Drehung. In Verbindung mit ihrem hohen Gewicht kommt es deshalb bei schnelleren Kopfbewegungen zu einem unsicheren Sitz des Kopfhörers. Bei wenig Bewegung sitzt der relativ schwere Kopfhörer aber angenehm auf dem Kopf. Ohrpolster und Kopfband-Polsterung sorgen dafür, dass der Anpressdruck in der Praxis nicht so hoch erscheint, wie er sich auf dem Papier liest. Auch schließen die Ohrpolster gut ab, so dass die Isolation von Außengeräuschen bei diesem Kopfhörer wirklich gut ist.

Wie bei anderen Final-Kopfhörern fällt auch in diesem Fall die Kabellänge mit gerade einmal 1,45 m kurz aus. Sowohl für den HiFi-Bereich als auch für den Monitor-Einsatz sollte hier für meinen Geschmack zumindest eine größere Kabellänge gewählt werden. Noch besser wäre es, wenn Final dem Kopfhörer ein weiteres Kabel spendieren würden. Das beiliegende Kabel wird übrigens per Drehmechanismus befestigt und sitzt deshalb bombenfest. Genau dieser Drehmechanismus birgt aber auch ein Problem: Kabel, die nicht über die kleinen Sicherheitshäkchen verfügen, die sich an den Steckern befinden, halten nicht im Sonorous III. Somit können ausschließlich proprietäre Kabel des Herstellers verwendet werden.

Das wäre nicht weiter tragisch, würden sich nicht (wie auch bei anderen Sonorous-Modellen) metallene Knickschutze am Kabel dieses Kopfhörers befinden, die die Gefahr bergen an ihren Auslässen das Kabel abzuknicken. Deutlich sicherer würde ich mich als Anwender fühlen, wenn hier entweder auf eine bewährte Lösung, wie gummierte Kabelauslässe, zurückgegriffen worden wäre, oder aber die Möglichkeit vorhanden wäre auch Kabel von anderen Anbietern einsetzen zu können.

Klangcharakter & Einsatzgebiete

Klarer und transparenter Sound soll vom Sonorous III ausgegeben werden. Hier versprechen Final keineswegs zu viel. Der Kopfhörer klingt brillant durch und durch. Seine Höhenwiedergabe ist fein und detailreich. Zwar befindet er sich bei Gesangssignalen oftmals hart an der Grenze zum Zischeln. Letztlich kommt es dazu aber nicht. Stattdessen sorgt er auch in den Mitten für Feinzeichnung. In Kombination mit den brillanten Höhen sorgt das für eine begeisternde klangliche Tiefe und einen imposanten Stereo-Eindruck.

So mancher Kopfhörer hat Probleme mit der Mittenwiedergabe von Gitarrenmusik. Nicht so der Sonorous III. Er klingt im betreffenden Frequenzbereich ausreichend warm, so dass auch das Hören von Alternative Rock und Metal mit diesem Kopfhörer Spaß machen. „Drahtiger“ Sound liegt diesen Final-Headphones. In den Bässen ist der Sonorous III zwar dezent aufgestellt, kann aber den Bass von EDM-Produktionen differenziert abbilden und sogar Subbässe in Maßen rüberbringen. Wenngleich dafür je nach Produktion die Unterstützung eines EQs erforderlich ist. Aufgrund seines detaillierten Klangs kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass der ein oder andere Käufer den Sonorous III auch für das Monitoring im (Home-)Studio einsetzen wird. Nicht zuletzt macht sich der Kopfhörer aufgrund seiner geringen Impedanz und seinem kurzen, geraden Kabel auch gut an Smartphones, Tablets und Laptops.

Fazit: Final Sonorous III
von Carsten Kaiser

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Wie sich im Test zeigt, sind für den Final Sonorous III viele Einsatzgebiete möglich. HiFi-Fans werden Gefallen an seiner Brillanz und Feinzeichnung finden. Auch für das Monitoring im Tonstudio kann der geschlossene Over-Ear-Kopfhörer mit Detailreichtum punkten. Und sogar als Kopfhörer für unterwegs eignet er sich aufgrund seiner Bauweise und Klangeigenschaften. Die „Schwachstellen“ des Kopfhörers liegen aber in seinem Lieferumfang, Kabel und Handling. Für den aufgerufenen Verkaufspreis dürfte ruhig etwas mehr Zubehör an Bord sein, das Kabel zumindest einen Knickschutz bieten, und der Sitz des Kopfhörers besser, weil fester sein. Auch die Tatsache, dass am Sonorous III ausschließlich Kabel vom Hersteller Final zum Einsatz kommen können, ist ein Wermutstropfen. Wer mit diesen Kritikpunkten leben kann, erhält mit dem Final Sonorous III aber einen Kopfhörer, den man aufgrund seiner dezenten Bässe, detailreichen Mitten und kristallklaren Höhen getrost als „Audio-Lupe“ oder „klangliches Seziermesser“ mit angemessenem Preis-Leistungs-Verhältnis bezeichnen kann.

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Technische Daten

Bauform
Over-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Impedanz
18,85 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
102,1 dB
Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf
607,5 g
Gewicht mit Kabel
453 g
Gewicht ohne Kabel
415 g
Kabellänge
145 cm

Lieferumfang

  • Adapter auf 6,35 mm

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Freue mich schon wenn ihr euch dem D8000 widmet :^)