Philips Fidelio L3

Hochwertige Bluetooth Over-Ears mit gutem Klang, effektivem Noise Cancelling und vielen Komfort-Features

Die Philips Fidelio L3 klingen gut, bieten ein effektives Noise Cancelling, sind leicht zu bedienen und überzeugen mit einer sehr guten Akkulaufzeit.

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Dass Philips Kopfhörer kann, hat der Hersteller zuletzt mit den offenen Fidelio X3 als beste HiFi-Kopfhörer im Oktober 2020 (zum Test) bewiesen. Nun treten die Fidelio L3 als geschlossene Variante an, um nicht nur mit gutem Sound zu Hause, sondern auch durch Premium-Features auf Reisen zu punkten.

Die Philips Fidelio L3 kosten laut Hersteller knapp 350 Euro, werden aber bereits ab 210 Euro Online angeboten. Der Preis weist auf die Kategorie Premium-Model im Consumer-Markt hin, wo sich auch vergleichbare Modelle, wie die Sony WH-1000XM4 (zum Test) oder die Bose QuietComfort 45 (zum Test) tummeln. Die tadellose Verarbeitung mit ihrem Mix aus Kunststoff, Metall und Leder unterstreichen diesen Anspruch.

Lieferumfang

Damit die Philips Fidelio L3 sicher und unbeschadet jedes Reise-Abenteuer überstehen, spendiert der Hersteller ein Softcase aus Kunstleder samt Fach fürs mitgelieferte USB-C-Ladekabel, ein Miniklinkenkabel sowie einen Flugzeugadapter. Zusätzlich liegt ein Stoffbeutel als alternative oder zusätzliche Schutzvorrichtung bereit.

Tragekomfort

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Die 366 Gramm verteilt der Kopfhörer angenehm auf dem Kopf. Die mit Memory-Schaum gepolsterten Ohrmuscheln (ca. 6 x 5 cm) aus Muirhead-Leder sind bequem und dichten schön ab – zusammen mit dem recht hohen Anpressdruck ergibt sich daraus eine sehr gute passive Geräuschunterdrückung. Die Gondeln lassen sich zum Transport um 90 Grad verdrehen und bieten ausreichend Spiel, um sich der Kopfform optimal anpassen zu können. Allerdings neigen die Kopfhörer bei sehr heftigen Kopfbewegungen aufgrund ihrer Trägheit zum Verrutschen. Stundenlange Hörsessions sind aber kein Problem für die Fidelio L3, auch wenn bei höheren Temperaturen ein leichter Hitzestau entsteht.

Bedienung

An der linken Hörmuschel befindet sich die Einschalttaste, die bei längerem Drücken auch die Bluetooth-Kopplung startet. Darunter kümmert sich der USB-C-Anschluss um das Laden der Kopfhörer. Mit den beiden Tasten der rechten Hörmuschel lassen sich Noise Cancelling, Transparenzmodus sowie das Mikrofon und das Aufrufen des Sprachassistenten steuern. Medieninhalte werden über das berührungsempfindliche Pad an der rechten Hörmuschel verwaltet: Wiedergabe/Pause, Anrufannahme, Lautstärke ändern, Titel vor- und zurückspringen, Anrufe annehmen oder wechseln. Äußerst praktisch – und leider selten bei Kopfhörern zu finden – ist die Möglichkeit, für eine schnelle Konversation einfach die Handfläche auf die rechte Hörerseite zu legen, um damit den Transparenzmodus zu aktivieren.

In der rechten Hörmuschel befindet sich zudem ein Infrarotsensor, der die Wiedergabe beim Absetzen der Kopfhörer automatisch anhält und wieder fortsetzt, wenn sie wieder aufgesetzt werden.

Während des Tests wurden sämtliche Befehlseingaben zuverlässig mit einer leichten Verzögerung umgesetzt.

Bluetooth & Akkulaufzeiten

Dank Bluetooth-Version 5.1 und Google Fast Pair dauert das Koppeln nur wenige Sekunden. Dabei unterstützten die Philips Fidelio L3 nicht nur die Codecs SBC, AAC, aptX und aptX HD, sondern auch Multipoint, also die gleichzeitige Verbindung mit mehreren Devices. In der Praxis bedeutet das: Wenn ihr Musik vom Laptop hört und euer Smartphone bimmelt, wird die Wiedergabe des Laptops automatisch unterbrochen. Der Anruf wird sodann an den Kopfhörer weitergeleitet und beim Beenden des Anrufs wird die Wiedergabe des Computers wieder fortgesetzt.

In Sachen Akkulaufzeit kann man nicht meckern: Ungefähr 32 Stunden bei aktivierter Geräuschunterdrückung schaffen die Fidelio L3, 38 Stunden ohne. Die Schnellladefunktion hat ihren Namen auch wirklich verdient, denn 15 Minuten am Kabel spendieren den Kopfhörern satte sechs Stunden Wiedergabezeit. Als Manko kann empfunden werden, dass die Fidelio L3 automatisch abschalten, sobald das USB-Kabel angeschlossen wird. Gleichzeitiges Musikhören und Laden geht damit also nicht.

App-Anbindung

Dank der App mit dem passenden Namen „Kopfhörer“ gibt es für iOS- und Android-User eine zentrale Anlaufstelle, um diverse Einstellungen vornehmen zu können. Neben der verbleibenden Akkulaufzeit in Prozent und einer Anzeige, welcher Codec gerade aktiv ist, steuert ihr hier die Umgebungskontrolle, also Noise Cancelling sowie Transparenzmodus. Ein Tap auf „Angepasst“ aktiviert dabei das adaptive Noise Cancelling, das auf Basis der Umgebungsgeräusche erkennt, wie laut eure Umwelt ist. Unter „Sound-Effekte“ stehen vier EQ-Presets sowie ein sechsbandiger Equalizer bereit. Ein Abspeichern mehrerer individueller EQ-Kurven ist allerdings nicht möglich. Ein kleiner Player samt Titelanzeige, die Möglichkeit die Trageerkennung sowie das Tochpad zu deaktivieren, Benutzerhandbücher zu lesen oder Firmware Updates aufzuspielen finden sich hier ebenso. Wer die englischen weiblichen LoFi-Sprachansagen ändern oder gar deaktivieren möchte, hat leider Pech.

Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus

Das adaptive Noise Cancelling filtert unerwünschte Geräusche mithilfe eines externen und eines internen Mikrofons heraus. Dabei packt das ANC kräftig zu und unterdrückt vor allem tiefe und mittlere Frequenzen. Stimmen, Vogelgezwitscher und Verkehrslärm werden so recht effektiv deren „Substanz“ entzogen, so dass ein Ruheraum entsteht. Schade dabei ist, dass vor allem bei Podcasts oder Stille ein deutliches Grundrauschen wahrnehmbar ist und der Kopfhörer beim Einschalten direkt das ANC einschaltet. Hier hätten wir uns die Möglichkeit gewünscht, in der App Letzteres beeinflussen zu können.

Auch der Transparenzmodus macht seine Sache gut, er klingt dabei aber nicht so natürlich wie bei den Apple AirPods Max (zum Test).

Klang

Die folgende Klangbeurteilung erfolgt mit eingeschaltetem Noise Cancelling, da es einen wahrnehmbaren Unterschied macht, ob dieses aktiviert ist oder nicht.

Die 40-mm-Treiber mit ihrem Frequenzgang von 7 Hz bis 40.000 Hz liefern einen natürlichen, ausgewogenen Klang und sind High Resolution Audio-zertifiziert.

Über das gesamte Klangspektrum erfolgt die Wiedergabe gleichmäßig harmonisch, ohne dass einer der Bereiche vorlaut wäre. Bässe spült der Fidelio L3 satt und knackig ins Ohr und bleiben tonal erfassbar. Die Mitten arbeiten Stimmen und Lead-Instrumente gekonnt heraus und legen zusammen mit den Höhen feine Details frei. Das Nachschwingen einer Saite oder feinste Atemgeräusche – die Philips Fidelio L3 zeigen sich artikuliert und agil.

Beeindruckt hat uns vor allem die räumliche Bühne in unserem Kopf. Breit und tief wandern Instrumente durch das Stereofeld und lassen sich sicher nachverfolgen. Bei entsprechend produzierten Hörspielen kommt dieses „Mittendrin statt nur dabei“-Feeling auf, das wir nur selten bei Kopfhörern in dieser Klasse erleben durften.

Abschließend bleibt festzuhalten: Die Philips Fidelio L3 liefern weniger ein analytisches Klangbild, sondern setzen Musik warm, nicht überspitzt und ohne Schärfen um. Schade dabei ist, dass sich der Klang ändert, sobald das ANC deaktiviert ist. Hier wird der Bass reduziert und es klingt alles etwas mittiger und eingeengter.

Telefonieren mit den Philips Fidelio L3

Unsere Gesprächspartner attestierten eine klare und gute Sprachverständlichkeit. Hintergrundgeräusche wie Vogelzwitschern wurden von unserem Gegenüber wahrgenommen.

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Pete Schloßnagel
vor 1 Monat von Pete Schloßnagel
  • Bewertung: 4.13
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Die Philips Fidelio L3 setzen vor allem beim Klang und beim Noise Cancelling eine schöne Duftmarke. Die Treiber liefern ordentlich ab und begeistern in Sachen Raumauflösung und Detailtreue – für Hörspaß ist also gesorgt! Auch mit der hohen Akkulaufzeit können diese Over-Ears Punkte sammeln. Abzüge gibt’s beim Klang, wenn das ANC deaktiviert ist, und bei der App. Hier würden wir uns für einen Premium-Kopfhörer detailliertere Konfigurationsmöglichkeiten wünschen. Als Universal-Kopfhörer zuhause und auf Reisen sind die Philips Fidelio L3 eine gute Investition zum annehmbaren Preis.

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)7 - 40.000 Hz
  • Impedanz16 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)@1 kHz: 103 dB
  • Gewicht ohne Kabel366 g
  • Kabellänge120 cm

Lieferumfang

  • Miniklinkenkabel (2,5 mm auf 3,5 mm)
  • USB-C-Ladekabel (50 cm)
  • Flugzeug-Adapter
  • Stoffbeutel
  • Transport-Case

Besonderheiten

  • BT-Codecs: SBC, AAC, aptX, aptX HD
  • BT-Version: 5.1
  • BT-Profile: A2DP, AVRCP, HFP

Eine Antwort zu “Philips Fidelio L3”

  1. Avatar ThomasMertens sagt:

    War dieser Kopfhörer im Keller verschwunden oder warum wird ein Vorjahresmodell ohne Erwähnung des Umstandes das er mittlerweile Ramschware ist publiziert?

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