Ist weniger ein klassischer HiFi-Kopfhörer, fühlt sich dafür im Studio wohl, hat aber mit starker Tiefbassbetonung zu kämpfen.

Der Roland RH-200 ist er ein Ergebnis einer Kooperation mit einem großen japanischen Hersteller für Studio-Equipment, also kein Original-Produkt. Roland selbst ist bekannt für seine elektronischen Musikinstrumente. Und so ist auch der RH-200 als Arbeitsgerät für Musiker konzipiert. Mit seiner geschlossenen Bauweise, dem auf 3 m Länge ausziehbaren Spiralkabel und der universellen Impedanz von ca. 65 Ohm ist er dafür auch gut gerüstet. Das Spiralkabel ist mindestens 1,35 m lang und hat einen Kombiklinkenstecker. Weiteres Zubehör gibt es nicht.

Verarbeitung

Die Konstruktion ist eher einfach und das Design schlicht gehalten. Der Federstahlbügel wird von einem breiten Vinylpolster versteckt, das an den Rändern vernäht ist. Die Ohrmuscheln sowie die Gabeln, die sie halten, sind aus Kunststoff. Die wechselbaren Ohrpolster sind aus dünnem Kunststoff, das Kabel ist gummiert und flexibel. Der Metallstecker ist mit einer Feder gegen Knicken geschützt.

Komfort

Der RH-200 gehört mit 200 Gramm für einen geschlossenen Hörer zu den leichteren Exemplaren. So ist das Gewicht dank des großen Kopfpolsters kein Problem. Der Anpressdruck ist eher spürbar, wird aber von den recht großen ovalen Ohrpolstern zuverlässig abgeleitet. Die Polster sind allerdings recht flach, so dass das Ohr das Innere der Ohrmuscheln berührt. Die Größenverstellung des Bügels ist schwergängig genug, um sich beim Aufsetzen nicht zu verstellen. Etwas unangenehm kann das Spiralkabel ziehen, wenn es in der Luft hängt. Alles in allem ist der RH-200 aber ein sehr bequemer Hörer.

Klang

Die größte Schwäche – oder Stärke – des RH-200 ist der Tiefbassbereich. Der Pegel fällt vom Grundton nicht ab, sondern steigt eher noch an, um dann erst ab ca. 40 Hz wieder auf den normalen Durchschnittspegel des Hörers abzufallen. Diese Tiefbassdominanz macht sich sofort bemerkbar, sobald Frequenzanteile in diesem Bereich im Nutzsignal sind. Tiefe Bassgitarren, Orgeln, elektronische Bässe z.B. klingen mächtig und druckvoll. Nachteil ist dies bei der Wiedergabe von Bassdrums, die durch den hohen Tiefenanteil subjektiv langsam werden und den Kick verlieren. Die Klangbalance der mittleren Lagen ist für einen Monitorkopfhörer dagegen ziemlich gut. Zwar ist der Grundton noch leicht betont, der kritische Mittenbereich aber sehr linear und ehrlich. Klangfarbenecht und durchhörbar spielen in den Mitten auch die leicht betonten Höhen eine Rolle. Sie setzen den Gegenakzent zum etwas volleren Grundton. In der räumlichen Darstellung ist der RH-200 eher Durchschnitt, sowohl was die Größe, als auch was die Präzision betrifft.

Fazit: Roland RH-200
von Ben Seemann

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Zum Musikhören ist der RH-200 keine echte Empfehlung. Außer man legt Wert auf eine deftige Tiefbassbetonung. Viel eher ist die Domäne des RH-200 das (Heim-)Studio, wo er sich als Monitor echt gut macht. Entweder als Gesangs- oder Instrumentenmonitor, bei dem die Tiefbassbetonung nicht so sehr zum Tragen kommt. Oder sich diese Betonung zu Nutzen machend, als Monitor für Bassisten.

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Messdaten

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Technische Daten

Bauform
Over-Ear
Bauweise
geschlossen
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
20 - 20.000 Hz
Impedanz
66,7 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
96,09 dB
Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf
504,5 g
Gewicht mit Kabel
278 g
Gewicht ohne Kabel
200 g
Kabellänge
135 cm

Lieferumfang

  • Adapter auf 6,35 mm

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