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Skullcandy Crusher ANC

Over-Ear mit Noise Cancelling, Klangpersonalisierung und Subwoofer

Music You Can Feel“ – das ist Skullcandys Motto. Und das darf man durchaus wörtlich nehmen, denn wenn es um das „Fühlen“ von Musik geht, macht kaum einer der amerikanischen Lifestyle-Company etwas vor. Während andere ihren Kopfhörern ein modernes Bass-Tuning mit auf dem Weg geben, baut Skullcandy einfach einen fetten Subwoofer in die Hörmuscheln, der einen die Ohren schlackern lässt. Und das ist wortwörtlich gemeint!

So tritt der neue Skullcandy Crusher ANC in die tieffrequenten Fußstapfen seiner Vorgänger Crusher Wireless (zum Test) sowie Crusher 360, um uns allen eine Deepness zu liefern, die wir bisher nicht kannten.

Wir schnallen uns an, starten unsere Playlist und hören ganz genau hin.

Eye Candy

Doch zunächst erst was fürs Auge: Beim Öffnen des stylish-schwarzen Kartons schürt Skullcandy mit einem Sprüchlein erste Hoffnungen. „Welcome to Deeper Dimensions of Sound“, steht auf dem inneren Deckel – edel bedruckt in glänzendem Schwarz auf mattschwarzem Hintergrund. Unter dem Deckel geht es dann überzeugend weiter, denn ein dunkelgraues Stoff-Case dient dem klappbaren Kopfhörer samt Miniklinken- sowie USB-Ladekabel als sicheres Zuhause.

Plastik ist hier das Material der Wahl, aber der Crusher ANC ist ordentlich verarbeitet, hier gibt es nichts zu meckern. Das Kopfband sowie die austauschbaren Ohrpolster sind aus Kunstleder, wobei Ersteres in der Mitte eine Kerbe trägt, die den Druck auf dem Kopf bei empfindlichen Menschen reduzieren soll. Der Tragekomfort der Hörer bewerte ich als mittelmäßig: Die Rasterung der Bügel arbeitet smooth, der Anpressdruck ist zum Glück nicht übermäßig hoch, dennoch merke ich nach ca. 30 Minuten sein Gewicht von ca. 311 Gramm (ohne Kabel). Crushers Ohrmuscheln hätten für meinen Geschmack etwas größer ausfallen können, als Over-Ear liegen meine Ohren teilweise direkt unter den Polstern.

Control Candy

In Sachen Steuerung gibt’s bei diesem Modell auf der linken Hörerseite einen Multifunktionsknopf, der neben dem Ein-/Ausschalten auch das Pairing, den Batteriecheck sowie das aktive Noise Cancelling steuert. Direkt darunter befindet sich der Schieberegler, der uns den sogenannten „Sensory Bass“ stufenlos einblenden lässt – doch dazu später mehr. Des Weiteren reagiert die linke Ohrmuschel auf Berührung – wenn der/die Finger für einige Sekunden darauf verweilen, aktiviert der Crusher ANC seinen Ambient-Modus, um Geräusche von außen nach innen zu lassen. Rechts finden wir dann drei Buttons zur Steuerung der Lautstärke, der Tracks sowie der Anrufe. Also alles Standard soweit, auch wenn mehrere Blicke in die kleine Anleitung nötig sind, damit alles flüssig von der Hand geht.

Das Pairing geht auch hier zügig vonstatten, zudem kann sich der Crusher ANC gleichzeitig mit zwei Endgeräten verbinden, allerdings kann nur eins davon dann entsprechend die Medienwiedergabe übernehmen.

Candy App

Der Crusher kommt aber nicht nur mit Bluetooth 5.0, Noise Cancelling und sensorischem Bass unter der Haube daher, sondern er ist auch Skullcandys erster Kopfhörer, der mit einer Hörpersonalisierung ausgestattet ist. Zusammen mit audiodo, einem schwedischen Unternehmen, das sich dem Thema „Audio-Personalisierung“ angenommen hat, gibt es mit der Skullcandy App (kostenlos für iOS sowie Android) nun eine Option, mögliche Hördefizite per Test auszugleichen. Dazu werden eine Reihe von Testtönen zunächst links, dann rechts abgespielt, die man jeweils mit „Ja“ oder „Nein“ bestätigen muss. Nach wenigen Minuten werden schließlich zwei Frequenzkurven (jeweils für das linke sowie rechte Ohr) präsentiert, die dann ab sofort versuchen, die eigenen Hörschwächen auszugleichen. Es lassen sich selbstverständlich auch mehrere Profile erstellen und abspeichern, wobei diese im Kopfhörer selbst gespeichert werden. Damit diese Hörkorrekturprofile aber auch gewechselt oder deaktiviert werden können, wenn der Crusher ANC beispielsweise mit einem Mac oder Tablet verbunden ist, muss zwingend die App mit den hinterlegten Profilen benutzt werden. Denn in der App, die testweise parallel auf einem iPad installiert wurde, herrscht in Sachen Hörprofile gähnende Leere.

Kaum mehr zu tun hat Skullcandys App dann abschließend nicht: Neben allerlei Links zu FAQ- und Datenschutz-Seiten des Herstellers bietet die Anwendung nur noch die Möglichkeit, seinen Crusher ANC zu registrieren.

Tile Candy

Praktisch ist die Möglichkeit den Crusher ANC mit Tile, einem Bluetooth-Tracker, zu verknüpfen. Einmal in der entsprechenden und kostenlosen Tile App registriert, könnt ihr euch anzeigen lassen, wo der Kopfhörer denn nun eigentlich so rumliegt.

Noise Cancelling

Prominent trägt der Crusher ANC sein Key Feature im Produktnamen, doch wie gut ist seine aktive Geräuschunterdrückung nun wirklich? Kurz gesagt: bestenfalls mittelmäßig. So unterdrückt das ANC bei weitem nicht so gekonnt die Umgebungsgeräusche wie die (fast) gleich teuren Platzhirsche Sony (WH-1000XM3 – zum Test) oder Bose (Headphones 700 – zum Test). Tieffrequentes Rumpeln filtert der Over-Ear dabei besser heraus als hohe Frequenzen, aber wirklich State-of-the-Art ist das leider nicht.

Und wenn wir schon bei „Noise“ sind: Der Crusher „beglückt“ uns mit einem deutlichen Grundrauschen. Und dieses wird logischerweise nicht besser, wenn ANC eingeschaltet ist.

Berührt man für einige Sekunden die linke Hörmuschel, schaltet der Crusher seinen Ambient-Modus ein: eingebaute Mikrofone verstärken die Umgebungsgeräusche und blenden diese ein, damit wir Bahndurchsagen hören oder uns unterhalten können, ohne die Kopfhörer abnehmen zu müssen. Das funktioniert zwar ganz okay, aber auch hier haben Mitbewerber die Nase vorne.

Hörprobe

Und wie klingt er? Unterschiedlich, je nachdem, ob er kabelbetrieben genutzt wird, ANC de- oder aktiviert ist und die personalisierten Hörprofile hinzugeschaltet werden oder nicht. Aber dröseln wir das doch mal auf:

Zunächst der Test via Bluetooth ohne ANC und ohne Hörprofil, mit dem Bassregler auf Neutralstellung. Unsere kleine High-Resolution-Audio-Playlist arbeitet der Crusher zwar brav ab, aber nach einigen Klassikstücken fällt auf: Ein audiophiler Feingeist ist der Crusher ANC nicht – aber das will er auch gar nicht sein. Sein bassbetonter, warmer Grundton verpasst dem Crusher ein Lifestyle-Feeling, die Mitten sind mir eine Spur zu gedämpft, gehen aber voll in Ordnung, die Höhen dürften etwas spritziger sein, denn so verschluckt der Crusher ANC bei obertonreichem Material ganz gerne mal knackige Transienten. Dennoch wirkt sein Gesamt-Sound relativ homogen, er bildet vom Bassfundament bis hinauf ins letzte Frequenzstockwerk ohne sich grobe Schnitzer zu leisten recht unspektakulär ab.

Schalte ich nun mein Hörprofil dazu, ändert sich der Gesamtklang zugunsten einer gewissen Spritzigkeit – sehr schön, denn der EQ der Hörkorrektur zieht in meinem Falle das Frequenzdeckchen ein Stück weit nach oben. Jetzt schalten wir das Noise Cancelling dazu und es fällt sofort auf, dass das Bassfundament zurückgefahren wird, seinen warmen Grundcharakter behält er jedoch bei. Abschließend dann klassisch per Miniklinkenkabel: Hier wird’s noch zahmer, denn ohne Strom sind weder die Subwoofer noch ANC oder das Hörprofil aktiv. Zwar geht auch hier der Sound in Ordnung, allerdings fallen mir spontan so einige günstigere Kopfhörer ein, die dann doch mehr Strahlkraft besitzen. Positiv ist so ein Passivmodus natürlich immer zu werten, denn sind die Akkus leer und weit und breit keine Steckdose in Sicht, kann die Playlist dennoch abgearbeitet werden – vorausgesetzt natürlich, ihr seid noch im Besitz einer Kopfhörerbuchse.

Bass Candy

Doch zurück zum eigentlichen Highlight des Crusher ANC, denn der Bassregler will nun endlich einmal seine Neutralstellung verlassen und mich mit tiefen Bässen massieren. Und das kann er, wie kein Zweiter! In unserer Playlist finden sich allerlei Bassbomben (Moderat, Missy Elliot), die dank des Crushers zu dröhnenden Monstern mutieren. Das macht durchaus mal Spaß, wobei man den Regler wirklich wohldosiert einsetzen muss. Denn allzu schnell wummert und vibriert es so stark, dass ich mich an jene Zeit zurückerinnert fühle, in der die tiefergelegten Golffahrer mit ihren Bassfallen im Kofferraum ganzen Kleinstädten das Fürchten lehrten!

Das Resultat eines extrem übertriebenen Basses ist dann natürlich ein schwammiges Frequenzbild, das Nuancen schlicht verschluckt. Aber übertreibt man es nicht mit dem Haptic Bass, klingen viele alte groovige Nummern eben auch moderner und cooler. Hier bestätigt sich auch die Aussage der Crusher-Ingenieure: Viele Tracks klingen so, als stünde man direkt vor der Band – das ist fast Live Feeling pur!

Und was bei unserem Skullcandy Crusher Wireless Test galt, gilt glücklicherweise auch hier: Computerspiele und Blockbuster sorgen auch mit dem Crusher ANC für Hörerlebnisse mit Charakter.

Candy-Kritik

Nachdem ich mich mit Kritik zurückgehalten habe, möchte ich dieser einen eigenen Abschnitt widmen, denn der Crusher ANC bietet eben nicht nur Süßes, sondern auch Saures. Da wäre das oben mehrfach erwähnte Grundrauschen, das immer deutlich zu hören ist. Das vermasselt einem nicht nur den Musikgenuss, wenn ruhige, leise oder gar klassische Stücke gehört werden wollen, nein, erst recht, wenn keine Musik spielt. Auch gibt es Kritik an dem eigentlichen Hörtest: Durch das Grundrauschen sumpfen einige sehr leise Messtöne einfach ab. Ob man diese nun nicht mehr hört, weil das eigene Hörvermögen es nicht mehr zulässt, oder aber das Rauschen diese Töne einfach überdeckt, hinterlässt natürlich die Frage, wie akkurat dann so ein Hörtest im Endeffekt ist.

Hinzukommen immer wieder vereinzelte Aussetzer in der Bluetooth-Verbindung und allerlei (leise) Störgeräusche, aber auch nerviges Knacken beim Ein-, Aus- sowie Umschalten. Hier kann man nur hoffen, dass der Hersteller mit Firmware Updates diese ungewollten Einflüsse doch noch in den Griff bekommt. Auch passiert es immer mal wieder, dass ein Geraderücken des Hörers den Ambient Mode aktiviert, aber das funktioniert bei der Konkurrenz auch nicht besser. Was uns im Test ebenfalls aufgefallen ist: Legt man die gesamte Handinnenfläche auf den linken Hörer, quittiert der Crusher ANC das manchmal mit einer lauten Feedbackschleife, also bitte vorsichtig sein, sonst braucht ihr danach nicht mal mehr einen Noise-Cancelling-Kopfhörer – das erledigt sich dann von selbst.

Redaktion
vor 3 Monaten von Redaktion
  • Bewertung: 3.38
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Der Skullcandy Crusher ANC ist ein Kopfhörer mit Höhen und Tiefen: Während sein Klang mit seinem modernen Tuning durchaus zu gefallen weiß und Freunde finden wird, verhagelt das Grundrauschen bei so einigen Tracks den Hörspaß. Der regelbare haptische Bass wird aber sicherlich viele Fans begeistern: Wem sämtliche Kopfhörer auf dem Markt zu lasch und langweilig klingen, kann sich mit dem Crusher ANC ein echtes Charakterschwein um den Hals hängen. Oftmals funktioniert das übertriebene Bassgewitter zwar nicht, aber in Sachen Gaming und Binge Watching ist man mittendrin statt nur dabei. Weitere Pluspunkte sind die Hörkorrektur sowie das Tile Tracking, weniger gelungen sind dagegen das nur mittelmäßige Noise Cancelling, der mittelmäßige Ambient Mode sowie die etwas umständliche Nutzung der oben genannten Hörkorrektur.

  • regelbarer Bass
  • Klangpersonalisierung
  • lange Laufzeit
  • Grundrauschen
  • Knacken beim Ein-, Aus- sowie Umschalten

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz31,9 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)101,63 dB
  • Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf551 g
  • Gewicht mit Kabel321 g
  • Gewicht ohne Kabel311 g
  • Kabellänge120 cm

Lieferumfang

  • Kabel mit Fernbedienung
  • USB-C-Ladekabel
  • Transport Case

Besonderheiten

  • in Schwarz und Rot erhältlich
  • BT-Version: 5.0
  • Klangpersonalisierung via App
  • regelbarer Bass
  • Tile Integration
  • bis zu 24 Std. Laufzeit
  • Schnellladefunktion „Rapid Charge“

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