Wer sich für einen Skullcandy Crusher interessiert, der liebt aller Wahrscheinlichkeit auch mächtige 15-Zoll-Bassmembranen, nutzt den Luftzug einer Bassreflex-Box als Ventilator und hört THX-Rumbles zur Entspannung. Der ohrumschließende Skullcandy-Kopfhörer scheint für das Ausloten von deepen Frequenzhöhlen wie geschaffen.  

Das schwarze, schlichte Finish des Crushers weiß zu überzeugen: keine protzigen Signets, übertriebene Highlights oder Chrome-Imitationen. Nur der typische „Skull“ am Bügel weist auf seinen „Tribe“ hin. Die Hörer sind aus sehr highendigen Kunststoff gefertigt und nahtlos verschweißt. Die Oberfläche zeigt sich fettfingerresistent, also kann man auch gerne mal etwas knabbern beim Hören.

Rein ins Polster, ab in den Club

Der Memory-Foam an den Hörermuscheln lässt einen die Umgebung schnell vergessen. Dieser bounct den Anpressdruck sorgsam zurück. Die Isolation gegen äußere Schallquellen ist exzellent. Passiv dämmt die geschlossene Konstruktion grandios – wer hier noch Noise-Cancelling on-top braucht, muss schon ganz feine Gehör-Härchen züchten. Das gummierte Kopfband gibt zusätzlichen Halt: gechilltes Abnicken ist immer möglich. Die soliden Scharniere geben beim Zusammenfalten der Kopfhörer-Konstruktion keinen Mucks von sich.

Bedienung ohne Gefummel

Über einen großen Button am Hörer versetzt man den Crusher treffsicher in den Pairing-Mode und er ist sofort mit iPhone und Co. verbunden. Praktisch: bei iOS wird sogar oben neben der Handy-Ladeanzeige zusätzlich der Power-Zustand des Kopfhörer-Akkus angezeigt. Skullcandy prognostiziert ihm eine Akkulaufzeit von 40 Stunden, das ist mächtig. Aufgeladen wird er über ein Micro-USB-Kabel. Wenn ihm wirklich der Saft ausgeht, kann man als Rettungsanker ein mitgeliefertes Miniklinkenkabel auswerfen, das mit seinem stylischen Stecker-Design noch einen farbigen Akzent gibt. Mit großzügigen Plus- und Minus-Buttons lässt sich die Track-Anwahl und Lautstärke super steuern.

Bass-Doping deluxe

Eines vorweg: Mit einer ultra-neutralen Klangwelt kann der Crusher nicht auffahren, doch wer Bass liebt, könnte genau auf der (tiefen) Wellenlänge des Kopfhörers liegen.

Die physikalische Schwingung der Stereo-Haptic-Bass-Konstruktion führt in der Neutralstellung zu einem leicht schöngefärbten, warmen und bassbetonten HiFi-Klangerlebnis. Doch der Crusher kann weit über gewöhnliche und auch sinnvolle Hörgewohnheiten hinausgehen. Er versetzt einen durch seine hängend gelagerten Ferrofluid-Spulen in gänzlich neue Sound-Sphären. Schon mal auf einem Konzert in Nähe des Subwoofers basstrunken abgedriftet? Schon mal stehende Wellen im Club mit dem Körper aufgesogen? Schon mal mit dem Autoradio die komplette Konsole zum Schwingen gebracht? Der Crusher kann diese immersiven Bass-Feelings durch die Eigenschwingung seiner speziellen dynamischen Basstreiber auch am Kopf simulieren. Gekonnt justiert, versetzt dies Bass-Liebhaber in einen leicht rauschartigen Zustand, doch schon bei einer leichten Überdosierung des Bass-Haptik-Reglers gibt’s schnell einen dröhnenden Schädel.

Bei Dance, Electronica und HipHop spielt der Crusher gekonnt diese mächtigen Bass-Skills aus. Im Low-End-Bereich umhüllt einen der Crusher sozusagen mit seiner Deepness. Bei Dubstep oder Styles, die stark auf langezogene Subbässe basieren, muss man etwas vorsichtig zu Werke gehen. Bei den meisten Stücken von beispielsweise Moderat kann man die zusätzliche Bass-Zufuhr nur einige Millimeter aufziehen, bevor es zu sehr wummert und der Bass sein impulstreues Verhalten über Bord wirft.  Das warme Tuning des Crushers kommt aber auch gut mit älteren Soul- und Funk-Stücken zur Geltung. Bei Motown-, Philly-Grooves oder Jazz lässt einen der Skullcandy-Kopfhörer Bassdrums, Toms und Slaps richtig spüren. Der Bass bleibt frech und tight, solange man eben der „Haptic“-Engine nicht zu viel Freiraum gibt und das Frequenzbild ins Schwimmen gerät. Die Mitten zeigen sich für audiophile Gemüter vielleicht etwas zu gedämpft. Die Gesamtabstimmung in Verbindung mit dem Hochtonbereich ist aber homogen. Sie bleibt auch bei hohen Lautstärken angenehm. Die Stereoauflösung liegt für einen geschlossenen Kopfhörer im guten Mittelfeld.

Bei Computerspielen und Filmen ist der Skullcandy Crusher ein Geheim-Tipp für Hörerlebnisse mit Charakter. Raumschiff-Grollen oder Granaten-Explosionen werden mit ihm „fühlbarer“.

Fazit: Skullcandy Crusher Wireless
von Jan Bruhnke

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Überspitzt könnte man sagen, dass der Scullcandy Crusher Wireless ein durchgeknallter Lifestyle-Kopfhörer mit eingebautem „Bass-Shock-Controller“ ist. Das würde ihm aber nicht gerecht werden. Denn der Crusher ist ein hochwertig verarbeiteter, super-komfortabler Lifestyle-Kopfhörer. Er überzeugt mit exzellenter Bluetooth-Übertragung und in der Neutraleinstellung seines Stereo-Haptic-Bass-Reglers mit einer hochwertigen HiFi-Ästhetik. Und alle, die ab und an mal den besonderen Kick suchen, können mit dem gelagerten Speaker-System in „unerhörte“ Bassdimensionen aufbrechen.

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Messdaten

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Technische Daten

Bauform
Over-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Impedanz
30,7 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
123,1 dB
Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf
710 g
Gewicht mit Kabel
291 g
Gewicht ohne Kabel
300 g
Kabellänge
120 cm

Lieferumfang

  • Transporttasche
  • Audiokabel mit 3,5 mm Klinkenstecker
  • Micro USB-Ladekabel

Besonderheiten

  • auch in Weiß/Grau/Beige erhältlich

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