Sehr günstiger Kopfhörer, der ein kleines Multitalent ist, aber gehobenen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Beim Kopfhörer der Thomann-Hausmarke stellt sich direkt eine Frage: Was kann man von einem Kopfhörer, der keine 10 € kostet, überhaupt erwarten? Der erste Eindruck jedenfalls ist deutlich besser, als man für den Preis erwarten würde: Es gibt einen Metallbügel und Metallgabeln, an denen die Ohrmuscheln aus silberfarbenem Kunststoff aufgehängt sind. Das Kopfpolster, wenn man es so nennen möchte, ist aus einem weichen Kunststoff. Die aufliegenden Ohrpolster sind aus einem dünnen Kunststoff und ließen sich sogar wechseln – in Anbetracht des Preises löblich, allerdings auch ein wenig fragwürdig. Das Kabel ist 1,6 m lang und endet in einem 3,5-mm-Klinkenstecker, ein Adapter liegt bei. Es ist mit Gewebe ummantelt und hat eine Lautstärkeregelung integriert.

Tragekomfort

Die Größeneinstellung ist sehr leichtgängig und nicht gerastert, verstellt sich daher beim Tragen gern selbst. Sie erweitert den Hörer auch praktisch gar nicht in der Breite, sondern nur in der Länge. Breite Köpfe haben hier das Nachsehen, zumal der Anpressdruck schon bei kleinen Köpfen recht hoch ist, da die Ohrpolster relativ klein sind. Mit 125 g ist der HD 660 ziemlich leicht, so dass das Gewicht kein Problem darstellt. Den Anpressdruck spürt man deutlich mehr.

Klang

Klanglich ist der HD 660 durchaus eine kleine Überraschung, wenn man den Preis im Hinterkopf behält. Voluminöse, druckvolle Bässe vom Tiefbass bis in den Grundton sind bei der Größe der Ohrmuscheln schon eine Ansage. Die Mitten hingegen leiden etwas an einer leichten Betonung im oberen Bereich, was den Klang ein wenig telefonisch werden lässt. Die Betonung zieht das Geschehen etwas ins Helle, was ganz gut ist, da der Pegel dann zu den Höhen hin recht stark abfällt und dieses Manko auf diese Art etwas kaschiert wird. Die Höhen selbst sind nicht nur etwas zu leise, auch die Auflösung ist schlecht. Wird es etwas hektischer im Hochton, verliert der HD 660 die Übersicht und kann einzelne Schallquellen nicht mehr sauber differenzieren. Ebenso ergeht es der räumlichen Auflösung: Die Bühne beschränkt sich auf „links“ und „rechts“ im Kopf, einen richtigen Raum gibt es kaum.

Fazit: the t.bone HD 660
von Ben Seemann

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Kompakt, kurzes Kabel, bietet kaum Schalldämpfung – so kann man den HD 660 guten Gewissens nicht als mobilen Kopfhörer empfehlen. Andererseits ist der Klang in Anbetracht des geringen Preises ziemlich gut, vor allem bei modernen Genres, die etwas mehr Bass vertragen können. Aber auch als Kopfhörer zum leisen Üben an elektronischen Instrumenten wie z.B. E-Pianos macht er keine schlechte Figur. Einzig der eingeschränkte Tragekomfort spricht hier gegen stundenlange Sessions. In Anbetracht des Preises macht der HD 660 jedenfalls schon eine ganze Menge richtig.

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Technische Daten

Bauform
On-Ear
Bauweise
halboffen
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
20 - 20.000 Hz
Impedanz
38,15 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
99,75 dB
Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf
436,5 g
Gewicht mit Kabel
141 g
Gewicht ohne Kabel
125 g
Kabellänge
150 cm

Lieferumfang

  • Adapter auf 6,35 mm

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