Razer Hammerhead True Wireless (2nd Gen)

Leichte True Wireless In-Ears mit ANC, Umgebungs- und Gaming-Modus

Die Hammerhead True Wireless (2nd Gen) von Razer sind bassbetont abgestimmt, unterstützen die Bluetooth-Version 5.2 und bieten für Filme oder beim Gaming eine latenzreduzierte Funkverbindung. Zudem sollen die kabelbefreiten In-Ears Außengeräusche sowohl abschwächen als auch verstärken können, während per Audio-App eine individuelle Anpassung von Touch-Steuerung und Klang erfolgen kann. Eine zweite App ermöglicht darüber hinaus die Konfiguration von Lichteffekten, da das dreiköpfige Schlangen-Logo der Touch-Oberflächen beleuchtbar ist.

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Während es sich bei der ersten Generation der Hammerhead True Wireless (zum Test) um Earbuds handelte, die „locker“ in der Ohrmuschel und nicht „fest“ im Gehörgang saßen, wurde bei der zweiten Generation auf ein klassisches In-Ear-Design gesetzt, was bauformbedingt eine deutlich höhere Abschirmung zur Außenwelt besitzt. Geblieben ist das geringe Gewicht der Hörer von fünf Gramm pro Seite, wodurch auch über mehrere Stunden hinweg ein bequemer Sitz begünstigt wird, zumal sich die In-Ears gut in die Ohren einbetten, was die Stabilität fördert. Schlank und flach sind die Gehäuse jedoch nicht, wodurch das Tragen von Mützen in der kälteren Jahreszeit eingeschränkt ist, da die Hörer hervorstehen. Praktisch ist hingegen, dass die In-Ears gemäß IPX4 wasserbeständig verarbeitet sind, so dass bei Outdoor-Aktivitäten ein Schutz vor witterungsbedingter Nässe besteht.

Im Grundmodus bieten die Hammerhead True Wireless (2nd Gen) bei gehobener Zimmerlautstärke eine Laufzeit von sechs Stunden und zehn Minuten, die sich mit Beleuchtung auf gute fünf Stunden verkürzt. Wird die Geräuschunterdrückung genutzt, können vier Stunden erreicht werden, während die Hördauer im ANC-Betrieb mit eingeschalteten Lichteffekten etwas mehr als dreieinhalb Stunden beträgt. Dementsprechend unterschiedlich fällt auch die Gesamtlaufzeit aus, wobei die Akkureserve des Cases für vier vollständige Ladezyklen der In-Ears und ein weiteres Viertel an Restladung ausreicht. Sind Geräuschunterdrückung und Logo-Beleuchtung aktiv, liegt die Nutzungsdauer insgesamt bei 19 Stunden, im ANC-Modus ohne Licht bei 21 Stunden, im Grundmodus mit optischen Effekten bei 26 Stunden und ohne Beleuchtung bei 32 Stunden. Nicht gut gelöst ist allerdings, dass die Hörer im Gegensatz zum Case ohne Ladestandsanzeige auskommen müssen, so dass unklar bleibt, wann die Akkus vollständig geladen sind. Unseren Tests zufolge benötigt das Aufladen gute 50 Minuten, während die Akkukapazität des Cases über den vorhandenen USB-C-Anschluss nach knapp zwei Stunden wieder hergestellt ist. Hierzu wird ein entsprechendes USB-C auf USB-A-Ladekabel mitgeliefert. Vermisst werden kann jedoch eine drahtlose Ladeoption via Qi, die nicht unterstützt wird.

Bedienung

Das Koppeln der In-Ears, die innerhalb einer städtischen Bebauung eine Reichweite von bis zu zehn Metern boten, kann direkt mit dem Öffnen des Cases erfolgen, wodurch das System eingeschaltet und automatisch in den Pairing-Modus versetzt wird. Auch ein schnelles Verbinden von Android-Geräten via Fast Pair ist möglich, zumal die Hörer ebenfalls einseitig im Single-Modus genutzt werden können. Nicht vorgesehen ist hingegen ein manuelles Ausschalten, so dass die In-Ears entweder per Timer, der über die Audio-App eingestellt werden kann, oder durch ein Zurücklegen in die Ladevorrichtung ausgeschaltet werden. Wird die Abschaltautomatik eingesetzt, lassen sich die Hörer von Hand durch ein kurzes Halten der Touch-Oberflächen wieder einschalten, was sich längerfristig betrachtet positiv auf die Lebensdauer der Akkus auswirkt, da diese nicht ständig geladen werden.

In der Werkseinstellung steuert ein einfaches Antippen die Start/Stopp-Funktion, was auch zum Annehmen und Beenden von Telefonaten dient, während ein kurzes Halten zwischen Geräuschunterdrückung und Umgebungsmodus umschaltet. Zur Titelauswahl kann zudem durch zweimaliges Tippen vor- und durch dreifaches Antippen zurückgesprungen werden. Dagegen erfolgt eine Regelung der Lautstärke, indem ein Antippen plus ein darauf folgendes Halten den Pegel über die linke Seite reduziert und rechtsseitig erhöht. Darüber hinaus lässt sich durch zweifaches Tippen plus Halten der Gaming-Modus ein- und ausschalten. Was anfangs ein wenig Übung erfordert, ist die Steuerung der Wiedergabe, da die Remote eher auf ein kurzes Halten als auf ein Antippen reagiert. Hierdurch wird zwar eine Fehlsteuerung durch versehentlichen Kontakt vermieden, allerdings kann das kurze Halten auch zum Umschalten zwischen ANC und Transparenzmodus führen, so dass etwas Fingerspitzengefühl beim Timing gefragt ist. Wer sich daran stört, hat jedoch die Möglichkeit die Touch-Steuerung innerhalb der App anderweitig zu belegen, was gut umgesetzt ist und recht viele Freiheiten bietet. Bei Bedarf können somit auch Sprachassistenten aufgerufen werden. Was jedoch fehlt, ist eine Option die Geräuschunterdrückung auszuschalten, da per Hörer ausschließlich zwischen ANC- und Umgebungsmodus gewechselt werden kann. Das Zurückkehren zum Grundklang ist bisher lediglich über die App möglich, was mit einem Update jedoch zu beheben wäre. Beim Telefonieren besteht selbst bei einer belebten Hintergrundkulisse eine gute Sprachverständlichkeit, da Umgebungsgeräusche von den ENC-Mikrofonen merklich abgeschwächt werden. Aufgefallen ist lediglich, dass die eigene Stimme leicht dumpf und das Gegenüber ein wenig nasal klingt.

Doppelte App-Anbindung

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Neben einer individuellen Anpassung der Touch-Steuerung und der Konfiguration des Timers ermöglicht die Razer Audio-App Firmware-Updates und eine Klanganpassung, die entweder mithilfe von Presets oder einem EQ, der über zehn Bänder verfügt, erfolgen kann. Schade ist nur, dass die eigenen EQ-Einstellungen nicht speicherbar sind, was ebenfalls ein wünschenswertes Update darstellt. Auch das Ein- und Ausschalten der Geräuschunterdrückung, des Umgebungs- und Gaming-Modus kann per App erfolgen, wobei letzterer eine verringerte Latenz von 60 Millisekunden bieten soll. Bei Filmen, Video-Clips und Spielen konnte zumindest kein Versatz zwischen Bild und Ton wahrgenommen werden, was bei Handy-Games für großen Spaß gesorgt hat. In Kauf genommen werden muss lediglich, dass sich die Reichweite der Funkverbindung durch die Optimierung auf sechs bis sieben Meter verringert und beim Bewegen vereinzelte Aussetzer möglich sind, weshalb der Gaming-Modus Vorteile vor dem Bildschirm bietet, aber nicht für den dauerhaften Einsatz gedacht ist.

Die Logo-Beleuchtung ist hingegen über die Razer Chroma RGB-App einstellbar, was von der Handhabung eher umständlich erscheint, wobei der einmal ausgewählte Lichteffekt über die Audio-App zumindest (de-)aktivierbar ist, so dass nicht ständig beide Apps benötigt werden. Dabei stehen mit „Atmung“, „Reaktiv“, „Spektrum“ und „Statisch“ vier Muster zur Auswahl, die ein wellenförmiges Ein- und Ausblenden, rhythmisches Aufleuchten im Takt der Musik oder eine statische Beleuchtung, entweder mit wechselndem Farbspiel oder konstant einfarbig, ermöglichen. Auch die Intensität der Lichtshow ist steuerbar, zumal eine große Farbauswahl geboten wird.

Geräuschunterdrückung und Umgebungsmodus

Was im ANC-Modus nicht überzeugen kann, ist die Abschwächung von Hintergrundstimmen, die größtenteils hörbar bleiben, da der mittlere Frequenzbereich nur geringfügig abgesenkt wird. Deutlich effektiver erfolgt die Unterdrückung von tief- und hochfrequenten Außengeräuschen, was beispielsweise das Rattern einer Straßenbahn merklich reduziert und komplexe Störquellen wie Straßenlärm zumindest wahrnehmbar abschwächt. Im Transparenzmodus werden Umgebungsgeräusche hingegen derart verstärkt, dass bei pausierender Wiedergabe eine Unterhaltung geführt werden kann ohne die Hörer herausnehmen zu müssen. Zudem ist bei einer niedrigen bis mittleren Lautstärke eine Orientierung im Umfeld möglich. Das gelingt bei höheren Pegeln jedoch nicht mehr, weshalb die Verstärkung insgesamt ein wenig zu schwach erscheint, zumal die In-Ears über einen ausgesprochen kräftigen Output mit hohen Lautstärkereserven verfügen. Auch ein leichtes Grundrauschen ist im Umgebungsmodus wahrzunehmen, wodurch die Wiedergabe aber nicht beeinträchtigt wird.

Sound

Die Hammerhead True Wireless (2nd Gen) besitzen einen sehr vollen, runden und warmen Grundklang mit einer üppigen Basswiedergabe. Dabei ist der Tiefbass nicht zu wuchtig geraten, so dass es weder wummert noch dröhnt und die untersten Gefilde auch nicht ins Schwimmen geraten, wenn sie gefordert werden. Eine starke Präsenz im oberen Bass- und Grundtonbereich sorgt zudem bei actionreicher Gaming- und Filmkost für ein dichtes, sattes Sound-Fundament und bei Outdoor-Aktivitäten für durchsetzungsfähigen Klang. Bei Clubmusik und Hip-Hop kann die Betonung jedoch auch zu füllig und überladen wirken, was sich durch eine Absenkung des Frequenzbereichs zwischen 125 und 500 Hertz mit dem EQ jedoch wirkungsvoll beheben lässt, da sich der Klang entschlackt, aufgeräumter und präziser erscheint. Trotz der vorhandenen Fülle vermag aber bereits die Grundabstimmung Details darzustellen, die zwar gutmütig, aber keineswegs träge wirkt und auch bei Hörbüchern und Podcasts eine einwandfreie Sprachverständlichkeit bietet. Die Höhenabbildung startet ebenfalls mit Energie, was bei den hohen Lautstärkepegeln, zu denen die In-Ears in der Lage sind, in eine gewisse Schärfe kippen kann. Allerdings nimmt die Präsenz in den oberen Lagen deutlich ab. Insofern empfiehlt es sich, den Abfall zu korrigieren, was mit dem EQ problemlos möglich ist, und die Klarheit der Wiedergabe nicht nur beim Musikhören, sondern in sämtlichen Einsatzbereichen steigert. An Audiocodes unterstützen die Hörer neben dem Bluetooth-Standard SBC auch das hochwertigere AAC-Format, während auf aptX verzichtet wurde.

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Maike Paeßens
vor 1 Monat von Maike Paeßens
  • Bewertung: 4
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Durch den latenzreduzierten Gaming-Modus und einen voluminösen, spaßorientierten Klang empfehlen sich Razers Hammerhead True Wireless (2nd Gen) vor allem für mobile Spiele, Filme und Serien. Dank der weitreichenden Klanganpassungsmöglichkeiten per EQ sind die kabelbefreiten In-Ears darüber hinaus mit guten Allrounder-Qualitäten ausgestattet und punkten im Alltagsgebrauch mit einem bequemen Sitz sowie einer recht frei belegbaren Touch-Steuerung. Die Effektivität bei der Unterdrückung und Verstärkung von Außengeräuschen dürfte allerdings höher ausfallen und ordnet sich im Vergleich zu den Mitbewerbern im unteren Mittelfeld ein.

  • bequemer Sitz
  • USB-C-Anschluss
  • Hörer gemäß IPX4 wasserbeständig
  • latenzreduzierter Gaming-Modus
  • Audio-App mit flexiblen (Klang-)Anpassungsmöglichkeiten
  • unterstützen das AAC-Format
  • kein aptX
  • Hörer ohne Ladestandsanzeige
  • Case unterstützt kein kabelloses Laden via Qi

Technische Daten

  • BauformIn-Ear
  • Bauweisegeschlossen
  • Wandlerprinzipdynamisch
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)20 - 20.000 Hz
  • Impedanz16 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)@ 1 mW / 1 kHz: 91 dB
  • Gewicht ohne Kabelje 5 g, Case: 43 g

Lieferumfang

  • Silikon-Eartips in den Größen S, M und L
  • USB-C auf USB-A-Ladekabel
  • Lade-Case

Besonderheiten

  • BT-Codecs: AAC, SBC
  • BT-Version: 5.2

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