Burson Audio Soloist 3X Grand Tourer

Analoger Kopfhörerverstärker der Referenzklasse

Massive Ausgangsleistung, hochwertigste elektronische Bauteile und ein komplett in Dual-Mono aufgebautes symmetrisches Class-A Design mündet in einen erhabenen Klang mit Referenzqualität.

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Kopfhörerverstärker gehören zum Alltag, ohne das wir uns dessen direkt bewusst sind. So sind sie etwa in Alltagsgeräten wie Smartphones zu finden (zur Bestenliste „Kopfhörerverstärker“). Parallel dazu hat sich ein Trend zu hochwertigen Kopfhörern entwickelt, die einen adäquaten Verstärker zur richtigen Ansteuerung und vollen Klangentfaltung benötigen. Wir haben uns angesehen, was Burson Audio dazu beitragen kann.

Firmenhistorie

Vor über 20 Jahren wurde Burson Audio durch ein Team von Tontechnikern gegründet. Das in Melbourne ansässige Unternehmen entwickelt hochwertige Audiogeräte und Audio-Design-Bauteile für HiFi-Enthusiasten und Produktionspartner. Ein Grundgedanke bei der Produktentwicklung liegt in der Herstellung eigener Schaltungen und der Auswahl hochwertiger elektronischer Bausteinen zur Erreichung hoher Endergebnisse. Schwerpunkte im Portfolio sind Kopfhörerverstärker und Wandler.

Design

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Das Testmodell Burson Audio Soloist 3X Grand Tourer wird in einer stabilen Verpackung ausgeliefert. Zum Lieferumfang gehört die externe Stromversorgung, eine Fernbedienung und sechs JRC 5532D-Operationsverstärker zur klanglichen Feinabstimmung. Die Bedienung und die Anschlüsse des Gerätes sind selbsterklärend, sodass ein Blick ins Handbuch nicht nötig war.

Blickfang ist die massiv gestaltete Frontplatte aus CNC-gefrästem, gebürstetem Aluminium. Auch für die Rückseite wurde eine massive Aluminiumplatte verwendet, sodass sämtliche Anschlüsse solide an der Rückwand verschraubt statt an der Platine befestigt sind. Alles sitzt bombenfest und lässt auf Langlebigkeit hoffen.

Das Innenleben befindet sich in einem silbernen 6 mm starken Aluminiumgehäuse, das mit rundherum angelegten Metallrippen gleichzeitig zur Kühlung der hochwertigen Komponenten dient. In der Mitte der Oberseite dient eine rundliche Aussparung zur Abluft des darunter integrierten aktiven Lüfters. Das extrem leise drehende Exemplar stammt von Noctua und weist einen Durchmesser von 120 mm auf. In Kombination mit dem resonanzarmen Kühlgehäuse ergibt sich im Betrieb dabei ein Pegel von weniger als 25 dB.

Die klar gestaltete Vorderseite überzeugt durch eine logische Anordnung der Bedienelemente. Links befinden sich die Kopfhöreranschlüsse, in der Mitte das Display mit darunter befindlichen Auswahlknöpfen und rechts der griffige aus einem Stück gefräste massive Lautstärkeregler, der zum Bedienen einlädt.

Das mittelgroße Gehäuse lässt sich leicht in eine bestehende HiFi-Anlage oder Studioumgebung integrieren. Die mächtigen 5 kg des Gerätes sorgen für Standfestigkeit beim Wechsel eines Kopfhörers. Ein zusätzlich erhältlicher Cool-Stand ermöglicht eine um 90 Grad gedrehte Positionierung. Insgesamt hinterlässt das Gerät, mit seinem minimalistischen Look und dem Aluminiumgehäuse einen edlen Eindruck.

Anschlüsse und Bedienung

Zum Anschluss von Kopfhörern steht eine vierpolige XLR- und eine 6,35-mm-Klinkenbuchse bereit. Hinzu kommt ein vierpoliger 3,5-mm-Anschluss für Gaming-Headsets, der auch die Verwendung des Headset-Mikrofons ermöglicht. In meinen Testreihen ist dies das erste Gerät dieser Art, das auch Gaming-Headsets integriert. Darüber befindet sich der Ein-/Standby-Schalter.

Unterhalb des Displays wurden die Auswahlknöpfe für die Ein- und Ausgangssektion, die Geräteeinstellungen und eine Display-Rotation um 90 Grad bei Nutzung des Cool-Stands untergebracht.

Das Display gibt eine visuelle Rückmeldung zu den abgerufenen Funktionen der Auswahlknöpfe, zeigt den Status der Ein- und Ausgänge und des Lautstärkereglers. Letztgenannter funktioniert digital in 99 Stufen.

Die Rückseite bietet jeweils zwei Paar symmetrische XLR- sowie unsymmetrische Cinch-Eingänge. Da das Gerät gleichzeitig als Vorverstärker dienen kann, werden auch symmetrische und unsymmetrische Ausgänge inklusive eines separaten Subwoofer-Ausgangs angeboten. Ergänzt wird die Ausstattung durch 12-Volt-Trigger-Ein- und -Ausgänge und einen zusätzlichen Mikrofoneingang. Schließlich befindet sich hier zudem der Anschluss für das externe Netzteil.

Vorverstärker

Beim Burson Audio Soloist 3X Grand Tourer handelt es sich nicht nur um einen Kopfhörerverstärker, sondern auch um einen Vorverstärker. Dabei lässt er sich als Kopfhörerverstärker, als Vorverstärker oder als Kombination von Kopfhörerverstärker mit ergänzend aktivem Subwoofer konfigurieren. Als Vorverstärker kann er dabei wahlweise eine Endstufe mit passiven Lautsprechern speisen oder auch direkt verbundene aktive Monitore. Mit vier analogen Eingangspaaren bieten sich genügend Anschlussmöglichkeiten für die gewünschten Klangquellen.

Technik

Der Burson Audio Soloist 3X Grand Tourer basiert auf einem rein analogen Class-A-System mit einer Ausgangsleistung von 10 Watt pro symmetrischen Kanal. Selbst die unsymmetrischen Kanäle liefern noch die Hälfte der Leistung. Damit bietet das Gerät mehr als doppelt so viel Leistung wie die Konkurrenz, womit selbst leistungsschwache Kopfhörer betrieben werden können. Das als Dual-Mono konzipierte Design ist vollsymmetrisch aufgebaut und stellt damit eine rauscharme Übertragung mit geringem Übersprechen zwischen den Kanälen sicher.

In der Grundeinstellung bietet der Soloist drei Gain-Stufen. Für die Lautstärkeregelung wartet Burson mit einer Besonderheit auf: Ein typischer Stereolautstärkeregler erzeugt Interferenzen zwischen den Kanälen. Um diese zu reduzieren, werden spezielle Bauteile von Muses verbaut, die sonst eher in höherpreisigen Geräten von PassLabs und AVM eingesetzt werden. Diese Chips sind mit diskreten V6-Vivid-Operationsverstärkern kombiniert, die wiederum die Kanaltrennung erhöhen und gleichzeitig die Präzision der Lautstärkeregelung verbessern. Das Ergebnis ist eine Kanaltrennung von 120 dB. Wer selbst in die Modifikation einsteigen möchte, für den bietet Burson sogar spezielle Operationsverstärker an, mit denen man den Kopfhörerverstärker weiter tunen und im Klang variieren kann.

Schließlich bietet der Soloist 3X Grand Tourer auch eine Crossfeed-Funktion, mit der ein Teil des rechten Kanals zur linken Seite hinzugemischt wird und umgekehrt. Ziel ist es, das Verhalten von Lautsprechern aber auch das natürliche Hören auf Kopfhörern zu imitieren. Die perfekte Kanaltrennung wird also reduziert und eine Mitte im Stereofeld ergänzt.

Klang

Als Ausspielgerät mit der Möglichkeit für direkte Vergleiche diente der Funk-MTX-Monitor mit integriertem Kopfhörerverstärker. Als weitere Abspielgeräte kamen ein Cambridge Audio CXN V2, ein CD-Player (NAD 512), ein Smartphone (Samsung Galaxy S7) und ein iBasso DX240 Reference DAP (zum Test) zum Einsatz. Der Kopfhörerbereich wurde durch Modelle von Stax, Sendy Audio Peacock (zum Test), Hifiman Edition XS (zum Test), Focal Spirit Professional (zum Test), Sony MDR-V600 (45 Ohm), iBasso SR2 (zum Test) und den Sennheiser HD 25 MKII (zum Test) abgedeckt.

Der leistungshungrige Hifiman Edition XS (18 Ohm) erblühte in Kombination mit dem Soloist 3X zu ungeahnten Klanglandschaften. Endlich ein Verstärker der diesen Magnetostaten mit passender Leistung versorgen kann und dabei sogar noch ordentlich Luft nach oben hat. Hierdurch ist auch endlich eine feinere Dynamikabstufung und somit ein genauerer Abhörpegel einstellbar.

Der Burson Audio Soloist 3X Grand Tourer liefert kraftvoll zupackende Tiefen, die auf allen meinen Kopfhörermodellen hörbar beziehungsweise modellabhängig zu erahnen sind. Mit dem Sendy Audio Peacock waren etwa abgrundtiefe, aber dennoch tonal klar definierbare Bässe hörbar. Bei den günstigeren Kopfhörermodellen vermisste ich eine derartige Präzision und klare Auflösung. Hier äußerten sich die Bassfrequenzen mehr über Druck denn über Tonalität, gleichwohl aber in einer schönen Klangdarstellung.

Der Mittenbereich ertönt mühelos und differenziert die Instrumente in klaren Konturen. Der Soloist 3X gewährt einen äußerst präzisen klanglichen Einblick in diesen dichten von vielen musikalischen Informationen belegten Frequenzbereich. Gesangspassagen werden deutlich artikuliert und mit einer Leichtigkeit reproduziert, die ihresgleichen sucht. Gleichzeitig werden mikrotonale Schwankungen gnadenlos aufgedeckt. Und das ist bereits mit den günstigeren Kopfhörermodellen erfahrbar.

Der Hochtonbereich profitiert vom erweiterten Frequenzbereich bis 48 kHz, wodurch die Höhen nach oben offen ertönen und einen akustischen Glanz verströmen. Auch dieser Bereich überzeugt durch gegliederte Informationsfülle und Detailreichtum.

Die virtuelle Klangbühne ertönt weit geöffnet mit enormer Raumtiefe. Die gesamte Breite der Bühne wird dabei bespielt, ohne die Abbildung übertrieben zu dehnen. Wie in Schichten aufgeteilt reihen sich die Klangquellen detailliert hintereinander auf und geben eine klare Aufschlüsselung ihrer Position preis – Tiefenstaffelung par excellence. Dank des hervorragenden Einschwingverhaltens fließt impulsstarke Musik entspannt aus dem Kopfhörer. Transientenreiche Instrumente wie eine Snare werden gekonnt und mit Bravour abgebildet.

Der Soloist lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und liefert stets eine glasklare Transparenz. Bezüglich der Klangfarbe spielt er eher neutral auf. Zu den weiteren Qualitäten des Testgeräts zählt dessen explizit niedriges Grundrauschen unterhalb des Hörbereichs. Es führt dazu, dass feinste Klangelemente in der untersten Dynamikstufe hörbar werden, wovon insbesondere dynamikreiche Genres wie Klassik, Jazz aber auch Folk und Ambient profitieren.

Ergänzend zum reinen Betrieb als Kopfhörerverstärker lässt sich in der Konfiguration „Head+Sub“ ein Subwoofer parallel zum Kopfhörer betreiben. Eine ungewöhnliche, aber sinnvolle Konfiguration, um das körperliche Empfinden beim Hören zu unterstützen. Es kann zu einem intensiveren Basserlebnis beitragen, das durchaus als lautsprecherähnlich empfunden werden kann und dabei sogar die akustischen Tücken des Raums vermeidet. Tatsächlich ist der Mehrwert an Klang deutlich spür- und hörbar und ich erlebte trotz der guten Basswiedergabe per Kopfhörer ein gesteigertes Erlebnis der Körperlichkeit.

Alle genannten positiven Qualitäten beim Musikhören, lassen sich uneingeschränkt in eine Studioumgebung übertragen. Der Burson Audio Soloist 3X Grand Tourer ist somit auch für die neutrale Beurteilung einer Mischung bestens geeignet.

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Michael Schillings
vor 1 Monat von Michael Schillings
  • Bewertung: 5
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Der Burson Audio Soloist 3X Grand Tourer ist ein Kopfhörerverstärker der Referenzklasse. Kräftige Ausgangsleistung, beste elektronische Bauteile und ein komplett in Dual-Mono aufgebautes symmetrisches Class-A Design münden in einem über alle Dinge erhabenen Klang. Alle technischen und klanglichen Aspekte werden auf höchstem Niveau realisiert. Ein derartiges Gerät mit solchen Spezifikationen hat natürlich seinen Preis. 2.599 Euro sind bestimmt kein Schnäppchen, aber bei Betrachtung der gebotenen Leistung durchaus angemessen. Eine Empfehlung ohne Wenn und Aber!

  • Hochstrom-Class-A mit Burson Vivid-Opamps
  • Lautsprecher-Soundstage-Zentrierung
  • Dual-Mono-Kopfhörerverstärker
  • 3 x Burson Vivid V6 Operationsverstärker pro Kanal (vom Benutzer austauschbar)
  • 1 x Subwoofer-Ausgang
  • wählbarer „Kopfhörer + Subwoofer-Modus“
  • 3 Stufen hardwarebasiertes Kopfhörer-Crossfeed.
  • Fernbedienung aus gefrästem Aluminium

Technische Daten

  • BauformVerstärker
  • BauweiseDesktop
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)0 - 48.000 Hz
  • Gewicht ohne Kabel5.000 g

Lieferumfang

  • Fernbedienung
  • sechs JRC 5532D-Operationsverstärker
  • externes Netzteil

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