Wo geht der Trend bei Kopfhörern hin?

„Kabel ab“ ist die Devise fast aller Kopfhörerhersteller: Vom mächtigen Over-Ear bis hin zum leichten True-Wireless-Modell – Bluetooth ist der Übertragungsstandard, wenn es um’s kabellose Musikhören geht. Doch wo geht der Trend bei Kopfhörern eigentlich hin?

Von Redaktion vor 2 Jahren

Sind Kopfhörer mit Kabel überhaupt noch angesagt oder geht alles nur noch mit Bluetooth?

Aktuell geht der Trend bei Kopfhörern tatsächlich in Richtung „True Wireless“ (eine Übersicht unserer bisher getesteten Modelle findet ihr hier: „True Wireless In-Ears – Alle Kabel ab“), also dem kompletten Verzicht auf Kabel.

Smart Devices

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der aktuellen Kopfhörergeneration ist die „smarte“ Vernetzung/Verknüpfung mit Smartphones und anderen Devices: Eine Unterstützung der Sprachassistenten Apple Siri, Amazon Alexa sowie Google Assistant gehören mittlerweile ebenso zum guten Ton und helfen per Sprache dabei alltägliche Dinge zu erledigen, sogar Echtzeitübersetzungen sind heutzutage möglich (Google Pixel Buds – zum Test). Hinzukommt, dass immer mehr kabellose Kopfhörer durch Herzfrequenzmessung oder Schrittzählung uns in Sachen Fitness-Coaching unter die Arme greifen wollen. Branchengrößen wie Beyerdynamic, Sennheiser oder Sony gehen dabei noch ein Schritt weiter und erlauben eine – per eingebauten Messmikrofonen – individuelle Klanganpassung, um damit beispielsweise alterungsbedingte Hörschwächen auszugleichen.

On-Ears und Over-Ears mit Bluetooth

Während also bei den kleinen Knopfkopfhörern der Verzicht auf jedwede Kabel gerade schwer angesagt ist, kommen die größeren ohraufliegenden (On-Ear) sowie ohrumschließenden (Over-Ear) Kopfhörer zwar meist auch mit Bluetooth daher, ein klassisches analoges Kabel gehört aber in der Regel ebenfalls zum Lieferumfang. So habt ihr das beste beider Welten: Ihr könnt unterwegs kabellos Musik hören, zu Hause müsst ihr die alte Stereoanlage aber nicht in Rente schicken, sondern könnt euren Kopfhörer einfach per Kabel anschließen. Zumal man nicht vergessen darf, dass ein Kabelbetrieb oftmals mit einem besseren Klang der Hörer selbst einhergeht.

Bluetooth-Spezifikationen genau checken!

An Bluetooth führt daher heutzutage also tatsächlich kein Weg mehr vorbei, wenn der Kopfhörer Teil eures Alltags sein soll. Aber ihr solltet – auch das gehört beim Kopfhörerkauf dazu – die technischen Daten im Auge behalten und sichergehen, dass sowohl der Kopfhörer als auch alle beteiligten Geräte die gleichen Bluetooth-Spezifikationen einhalten. Wenn ihr mehr über die Spezifikationen von Bluetooth erfahren wollt, dann empfehlen wir einen Blick auf unseren Grundlagenartikel „SBC, aptX und AAC: Bluetooth-Standards einfach und schnell erklärt“.

Bluetooth ist eine sich stetig weiterentwickelnde Technik und kann nur reibungslos funktionieren, wenn alle beteiligten technischen Geräte nach den gleichen Regeln spielen. Dabei kümmern sich die sogenannten Bluetooth-Codecs um die Komprimierung von Audiosignalen. Die digitalen Signale werden in verschiedene Frequenzbänder aufgeteilt, und diese werden dann abhängig von ihren Signalpegeln codiert. Das spart eine Menge Platz, ist aber so verlustbehaftet, dass man das unter Umständen auch hören kann. Zum Glück gibt es aber Codecs, die Musik in (nahezu) CD-Qualität übertragen können. Als Beispiel seien hier federführend die Codecs von Qualcomm genannt. Mit seiner „aptX-“Familie bietet der Hersteller dabei mehrere Algorithmen an, die nicht nur extrem hochwertig Audiosignale verarbeiten und funken können, sondern sich auch eines Problems annehmen, das gerade beim Schauen von Filmen oder YouTube-Videos sehr störend ist: Die Latenz, also die zeitliche Verzögerung zwischen dem, was man sieht und dem, was man hört. Wenn Dialoge nicht lippensynchron sind, weil der Ton aufgrund der vielen Bluetooth-Verarbeitungsprozesse dem Bild hinterherhinkt, macht selbst der Lieblingsfilm keinen Spaß mehr.

Am besten solltet ihr daher darauf achten, dass Sender und Empfänger so etwas wie „aptX Low Latency“ unterstützen. Diese Variante sorgt bei zeitkritischen Anwendungen für eine Synchronität. Apple iPhone- oder iPad-User müssen allerdings auf aptX verzichten, der kalifornische Tech-Riese verbaut den Codec „AAC“ (Advanced Audio Coding), der zwar ebenfalls eine gute Klangqualität bietet, aber dennoch den Ton leicht verzögert ausgibt. Aber das ist ein Problem, das bei anderen Smartphone-Herstellern ebenfalls zu finden ist.

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