Audiolab M-DAC nano

Portabler DAC-Kopfhörerverstärker mit Bluetooth

Die Übertragung von Audiosignalen über Bluetooth ist zweifelsfrei praktisch. Gleichzeitig aber gibt es noch genügend Kopfhörer oder andere „Lautsprecher“, die kabelgebunden arbeiten. Der M-DAC nano soll zu diesen Geräten eine Brücke schlagen und dabei sogar für eine Klangverbesserung sorgen.

Zunächst einmal macht das akkubetriebene Gerät durch seine äußert kompakten Abmessungen (4,4 x 4,4 cm) und das federleichte Gewicht von 28 Gramm auf sich aufmerksam – ideal für den mobilen Einsatz. Das schwarze Plastikgehäuse wirkt alltagstauglich, aber nicht explizit hochwertig. Mehr jedoch geht es um die inneren Werte: Empfängerseitig arbeitet der M-DAC nano mit Bluetooth 4.2 und den höher auflösenden Codecs aptX und AAC. Dazu kommt ein Kopfhörerverstärker mit 3,5-mm-Klinkenausgang, der in der Lage ist, auch mit hochohmigen Kopfhörern umzugehen (8 bis 300 Ohm). Schließlich soll vor allem der verbaute Cirrus Logic DA-Wandler für optimierten Klanggenuss sorgen. Er unterstützt Auflösungen von bis zu 32 Bit und 384 kHz. Das passt auf den ersten Blick nicht so recht zur 16-Bit-Übertragungsstrecke von Bluetooth. Allerdings bietet die Elektronik die Möglichkeit, das Signal per Knopfdruck auf die maximale Auflösung hochzurechnen.

Wer braucht’s?

Für den M-DAC nano gibt es gleich mehrere sinnvolle Anwendungen. Zunächst bietet er sich für den Betrieb kabelgebundener Kopfhörer an Smartphones ohne Klinkenausgang an – Stichwort „iPhone“. Auf den gewohnten und eventuell hochwertigen Kopfhörer braucht man so nicht verzichten. Das Testgerät passt aufgrund seiner Abmessungen in jede Tasche und kann zudem dank des mitgelieferten Clips am Gürtel getragen werden. Lästige Adapter, etwa über USB-C oder Lightning, entfallen damit.

Wichtiges Kaufargument ist der verbaute D/A-Wandler, der schlicht hochwertiger als die Pendants im Smartphone ausfällt und durch das erwähnte Upsampling für eine Klangverbesserung sorgen soll.

Ebenso lässt sich über den M-DAC nano Ton von einem Smartphone, Tablet oder Computer auf ein HiFi-Wiedergabesystem streamen. Und schließlich kann ein solches System auch älteren Soundsystemen in Autos zu einer hochwertigen Bluetooth-Tonstrecke verhelfen.

Praxis

Der M-DAC nano arbeitet mit einem integrierten Akku. Dieser bietet bei Nutzung der 32-Bit-Option knapp fünf Stunden Spielzeit. Der Hersteller spricht von einer Laufzeit von bis zu acht Stunden, dann aber ohne Upsampling. In zwei Stunden lädt man das Gerät über USB über die mitgelieferte induktive in Leder gekleidete Ladeschale auf (wobei die Wiedergabe weiterhin möglich ist). Ein Direktanschluss für USB ist hingegen nicht vorgesehen, was für den stationären Betrieb durchaus sinnvoll gewesen wäre.

Im Alltag schaltet man das Gerät über den einzigen Schalter ein. Dieser dient auch dem problemlosen und schnellen Pairing sowie im Playback-Betrieb der Umschaltung zwischen konventioneller 16-Bit-Auflösung und dem Upsampling – alles über eine mehrfarbige LED visualisiert. Zweites Bedienelement ist der gestufte Lautstärkeregler mit Push-Funktion. Von hier lässt sich auch die Wiedergabe starten oder anhalten und per Mehrfachklick zwischen Titeln springen. Zudem ist ein Management von Telefonaten und der Aufruf eines Sprachassistenten im Smartphone möglich. Zu den weiteren Eigenschaften steht das automatische Pausieren der Wiedergabe beim Herausziehen der Klinke und ein ebenfalls automatisches Ausschalten nach 10 Minuten Inaktivität. Bemerkenswert ist schließlich die Verfügbarkeit des aptX LL Codecs, der sich durch seine schnelle Arbeitsweise für die Tonausgabe bei Videos empfiehlt. Hier kommt es im Unterschied zu den sonstigen Lösungen zu keinem lästigen Versatz zwischen Bild und Ton mehr. Die Reichweite der Funkstrecke ist für die genannten Anwendungen hinreichend.

Klang

Bei der klanglichen Bewertung des M-DAC nano bin ich etwas zwiegespalten. Das Gerät wirbt mit einem hochwertigen Wandler, verzichtet aber gleichzeitig bei der Bluetooth-Strecke auf die wichtigsten audiophilen Codecs aptX HD und LDAC. Im Kopfhörer landet also zwangsläufig bereits ein datenreduziertes Signal. Im Zweifelsfall hat da ein vorhandener analoger Ausgang am Smartphone die besseren Karten, wenn er denn unkomprimierte Quellen abspielt. Tatsächlich würde aber ein solcher Ausgang eher nicht zum Kauf des hier getesteten Produktes animieren. Entsprechend lehne ich mich an dieser Stelle auch bewusst nicht zu sehr aus dem Fenster.

In seiner Funktion als Bluetooth-Kopfhörerverstärker liefert der M-DAC nano ein rauscharmes Ausgangssignal, das selbst für leise Kopfhörer wie den AKG K702 (zum Test) genügend Pegelreserven bereithält.

Die Auswirkungen des zuschaltbaren Upsampling auf 32 Bit/384 Kilohertz sind klar hörbar. Der Klanggewinn äußert sich durch eine verbesserte Transparenz, Detail- und Panoramaauflösung sowie durch einen Mehrwert im Bass. Das Klangbild rückt insgesamt spürbar nach vorn. Die objektive Beurteilung wird allerdings erschwert, denn mit dem Umschalten geht auch ein kleiner Pegelsprung einher. Und damit klingt es bekannterweise ohnehin meist besser.

Ulf Kaiser
vor 1 Monat von Ulf Kaiser
  • Bewertung: 4.25
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Zweifelsfrei ist der Audiolab M-DAC nano ein nützliches und klanglich überzeugendes Zubehör. Er bietet sich damit als Helfer und Klangverbesserer in mehreren Situationen an, insbesondere aber dann, wenn man seinen geschätzten Kabelkopfhörer mobil an einem Smartphone ohne analogen Ausgang nutzen möchte. Diese Aufgabe erfüllt das Gerät durchaus in überzeugender Weise. Wandlung und Kopfhörerverstärker liefern in der Praxis gute Ergebnisse, während der Verzicht auf die hochwertigsten Codecs am Markt ein klarer Minuspunkt ist – immerhin fällt der M-DAC nano mit knapp 200 Euro kostspieliger als so mancher Kopfhörer aus.

Technische Daten

  • BauformVerstärker
  • Impedanz8 - 300 Ohm
  • Gewicht ohne Kabel28 g

Lieferumfang

  • Ladekabel (Micro-USB)
  • Ladeschale mit Lederetui
  • Gürtelclip

Besonderheiten

  • BT-Codecs: aptX, aptX LL, AAC, SBC
  • BT-Version: 4.2

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei