Pump Audio mag in Deutschland noch relativ unbekannt sein, das könnte sich aber schnell ändern, denn die Briten lassen nicht nur Legenden wie Marshall Jefferson oder Roni Size bekunden, diese In-Ears seien das Beste, was sie jemals gehört hätten, nein, viele Blindverkostungshörtests sollen ebenfalls die Überlegenheit gegenüber Beats, Bose oder Sennheiser verdeutlichen. Mit allerlei Videos, Zitaten und Blog-Posts wollen Pump Audio uns – schon bevor wir sie gehört haben – von ihrer Überlegenheit überzeugen. Die scheinen den Mund ja ziemlich voll zu nehmen!

In & Out

Die Mix Wireless liegen sicher verpackt in einem im Pappschuber untergebrachten Karton samt Magnetverschluss und Stoffbändchen zum Öffnen daran. Unter dem Plastikförmchen, in dem die Kopfhörer sauber verlegt und arretiert sind, gibt’s noch ein dezentes Transport-Case, drei Paar Silikon Earbuds in den Größen Small, Medium und Large, drei Paar Memory Earbuds in den selbigen Größen, einen Kabel-Clip sowie zwei Heftchen mit Garantiebestimmungen und Sicherheitshinweisen. Beide Schriftstücke sind nett geschrieben, denn mit einem Schmunzeln weist Pump Audio unter anderem auf einen Austauschservice hin, sollte man die Kopfhörer mal an jemanden ausgeliehen haben, der etwas „ungeschickt“ war. Denn zu einem „stark vergünstigten“ Preis versprechen die Briten trotzdem Ersatz, sollte die Garantie durch Eigen- oder Fremdverschulden nicht greifen. On top bieten sie bei Registrierung noch eine kostenlose Erweiterung der Garantie auf fünf Jahre an. Sehr löblich, und bei den beiden wichtigen Punkten „Kundenbindung“ und „Service“ vergeben wir schon mal 5 Sternchen.

What’s the sound all about

Pump Audio und auch wir betonen es immer wieder: Die Wahl der richtigen Earbuds, also der Aufsätze, entscheidet über den guten Klang eines In-Ears. Ich probiere hin und her und starte die Mix Wireless schließlich mit den dichten Schaumstoffstöpseln in Größe L per Drücken und Halten des mittleren Knopfes der Fernbedienung, um meinen Mac zur innigen Verbindung anzuregen. Das klappt auf Anhieb wunderbar und meine Dance Playlists sind sofort am Start. Nun gut Herr Jefferson, dann zeig’ mir mal, was du so draufhast: Sein Klassiker „Move your Body“ geht gut ab und Pump Audios präsenter Bassbereich lässt Club-Feeling aufkommen. Mir fällt gerade bei Klassikern der Dance-Musik, die damals weit weniger basslastig gemischt wurden, auf, dass sie vom angehobenen Tieftonanteil enorm profitieren. Die Tracks klingen dadurch moderner und auch ein Stück weit so, als würde man sie live im intimen Club über fette Boxen hören. Weiter geht’s mit The Prodigy’s „Smack My Bitch Up“. Hier schiebt der In-Ear wunderbar die Bässe in den Gehörgang und man wundert sich, wie so ein kleiner In-Ear es schafft, eine so große Tiefe wiederzugeben. Zum Glück löst der Mix Wireless die einzelnen Bereiche recht definiert auf, so dass die Mitten im Gesamtmix nicht untergehen. Der Hochtonbereich dürfte bei einigen Titeln für meinen Geschmack allerdings mehr Glanz versprühen. Hier klingt es zwar nie wirklich muffig, eher unaufgeregt, bei manchen Nummern deswegen aber durchaus auch mal langweilig. Bei Dance Tracks fällt das lange nicht so auf, wie bei anderen Genres. Die stehen den In-Ears nämlich auch ganz gut: HipHop, Jazz, E-Gitarren-lastiges, aber auch Klassiknummern werden mit einem fülligen Fundament wiedergegeben. Als Generalist schätze ich ihn dennoch nicht ein, zu speziell sind da die Hörvorlieben eines Klassik- oder Jazz-Fans, der sicherlich eine breitere Bühne und eine saubere Tiefenstaffelung sowie „Seidigkeit“ der Instrumente vermissen wird. Da spielt Pump Audios Mix Wireless vergleichsweise eher eng, manchmal fast schon intim.

What else?

Die Mix Wireless bieten eine Fernbedienung am Kabel der rechten Seite, die etwas klobig wirkt und in Sachen Design nicht so recht zu den In-Ears passen mag. Die drei Tasten kümmern sich um das Übliche, wobei ein zweifaches Drücken des mittleren Buttons die Wahlwiederholung der letzten Nummer auslöst. Wer zum Beispiel am iPhone bisher eine andere Belegung gewohnt war, muss sich etwas umgewöhnen. Da ich das Manual vorher nicht gelesen hatte, wählte ich durch den Doppeldruck des mittleren Knopfes versehentlich die letzte von mir gewählte Nummer. Zum Glück war’s mein hochgeschätzter Kollege und nicht meine nicht mindergeschätzte Schwiegermutter. Aber wir konnten gleich mal die Sprachqualität des internen Mikros sowie die Sprachverständlichkeit testen. Die ging in Richtung „nicht so dolle“ und klang eher nach Ferngespräch in den Achtzigern.

Hinzukommt, dass die Remote aufgrund ihres Gewichts das vom linken Hörer kommende Kabel langsam auf die rechte Seite zieht, vom enthaltenen Kabel-Clip sollte daher reger Gebrauch gemacht werden, auch wenn er ein Rascheln von hochstehenden Kragen oder Jacken auch nicht zu verhindern mag.

Fazit: Pump Audio Mix Wireless
von Pete Schloßnagel

Bewertung
Bewertung:
Sound
Handling
Preis/Leistung
Funktion

Pump Audio fällt mit ihrem selbstbewussten Markenauftritt und vor allem mit der selbstbewussten klanglichen Abstimmung ihrer Kopfhörer aus dem Rahmen, und genau das macht sie so sympathisch. Denn anstatt möglichst universal einsatzbar zu sein, freuen sich besonders Fans elektronischer Musik über das Prädikat „Specially developed for lovers of Dance Music“. Zwar funktionieren die Mix Wireless auch für andere Genres gut, wer allerdings auf Bässe steht und normalerweise zuerst die ersten zwei Regler im EQ hochschiebt, kann sich freuen: Das muss man mit diesen In-Ears nun nicht mehr machen.

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Technische Daten

Bauform
In-Ear
Bauweise
geschlossen
Wandlerprinzip
dynamisch
Audio-Übertragungsbereich (Hörer)
12 - 28.000 Hz
Impedanz
16 Ohm
Schalldruckpegel (SPL)
102 dB
Gewicht mit Kabel
12 g
Kabellänge
60 cm

Lieferumfang

  • 3 Paar Silikonstöpsel in den Grrößen S, M und L
  • 3 Paar Schaumstoffstöpsel in den Grrößen S, M und L
  • USB-Ladekabel
  • Hard Case
  • Kabel-Clip

Besonderheiten

  • auch in Orange erhältlich

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