AKG K240 Studio

Halboffener, dynamischer Kopfhörer mit druckvollem Sound

Wenn AKG „Professional Studio Standard“ auf die Verpackung des K240 Studio schreiben, haben sie damit vollkommen recht, denn dieser Kopfhörer gehört seit Jahrzehnten in extrem vielen Studios zum festen Inventar.

Allerdings hat der K240 Studio seither schon einige Liftings über sich ergehen lassen müssen, die sich weniger in der Optik als vielmehr in der Mechanik und dem bekanntermaßen druckvoll-knackigen Sound niedergeschlagen haben. Durch das neue Varimotion-System mit 30-mm-XXL-Schallwandlern soll der Sound nun nochmals präziser und mit besserer Dynamik übertragen werden – der erste Höreindruck: Stimmt!

Optik und Haptik

Der AKG ist für den Studiobereich gebaut und ist daher mechanisch schwer zu beeindrucken. Das schlanke Design mit zwei flexiblen Metallbügeln und einem variablen Kopfband hält viel aus und behält auch dann seine Basisform, wenn man die Ohrmuscheln heftig gegeneinander verdreht: Der K240 kann schon mal im Studio „rumfliegen“, ohne das er es einem krummnimmt. Die ohrumschließenden Muscheln sitzen recht angenehm auf den Ohren, die aus Kunstleder gefertigten Polster sind weich und lassen sich problemlos ersetzen, falls der erste Satz mal durch ist. Optisch ist der K240 Studio kein wirklicher Hingucker, das Design wirkt eher etwas altbacken, aber daran muss man sich nicht stören, solange der Sound passt. Ein gutes Feature ist in jedem Fall das abnehmbare Kabel, das über einen 3-poligen Mini-XLR mit dem Kopfhörer und per Stereominiklinke bzw. mit dem mitgelieferten Klinkenadapter an die externen Quellen angeschlossen wird. Bei den älteren Vorgängermodellen musste man früher oder später immer zum Lotkolben greifen, um die lädierten Anschlusspunkte nachzulöten – das ist jetzt vorbei.

Klangeigenschaften und Abbildung

Im Studio braucht man Kopfhörer, die neutral defensiv abbilden, und andere, die beim Hören einfach Spaß machen – und der K240 Studio gehört schon immer eher zur zweiten Kategorie. Das soll nicht heißen, dass man mit diesem Modell nicht analytisch hören kann, aber mit seinem knackig-druckvollen Grundklang lenkt er relativ schnell von feinen Details ab und präsentiert eher das große Ganze. Wenn ein Mix knallt, dann hört man das auf dem AKG, und wenn er es nicht tut ebenso. Dabei ist gerade der Bassbereich sehr gut abgestimmt mit einer Tendenz zur Übertreibung: Musiker, die den 240 Studio beim Einspielen tragen, haben ihre Freude, Produzenten müssen dagegen aufpassen und diesen Frequenzbereich auf anderen Kopfhörern und ihrem Abhörsystem sorgfältig gegenhören. In den Mitten und Höhen klingt der AKG gut aufgelöst und offenbart verlässlich Schwächen und Stärken im Spektrum wie in der räumlichen Auflösung und Tiefe: Es gibt definitiv Kopfhörer, die das noch besser machen, aber die kosten in der Regel deutlich mehr (Straßenpreis!).
Mit seinen 55 Ohm ist der 240 Studio übrigens auch für Smartphones und ähnliche Media-Player eine feine Sache und bringt dort auch ordentlich Druck auf die Ohren – auch das Spaßhören zuhause kommt mit dem AKG definitiv nicht zu kurz.

Einsatzort

Wie der Name und der Packungsaufdruck verraten, ist der AKG eine sehr gute Wahl für das Studio. Aufgrund seiner halboffenen Bauweise ist er für alle Musiker (außer Drummer), die ihr Material einsam im Aufnahmeraum einspielen, ein sehr feiner Abhörkamerad, der den Druck vom Instrument gut auf die Ohren transportiert. Wenn mehrere akustische Instrumente gemeinsam tönen, ist die Dämpfung allerdings etwas mager – daher ergibt es auch keinen Sinn, diesen Kopfhörer einem Drummer aufzusetzen.
In der Regie sieht es wiederum gut aus und der 240 Studio leistet – mit den oben erwähnten Einschränkungen – sehr gute Dienste bei der Beurteilung des Materials.

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vor 5 Jahren von Christian Preissig
  • Bewertung: 4.38
  • Sound
  • Handling
  • Preis/Leistung
  • Funktion

Der K240 Studio von AKG gehört ins Studio, aber auch in den Übungsraum oder, wenn man das Design mag, unterwegs auf die Ohren. Der Tragekomfort ist gut, die Mechanik unspektakulär stabil und das Hörerlebnis kraftvoll ansprechend. Im Studio ist er die richtige Wahl für das Einspielen, in der Regie sollte man ihn mit Modellen flankieren, die einen defensiveren Charakter bieten. In jedem Fall ist er aber eine Empfehlung wert.

Messdaten

Frequenzgang:

Außendämpfung:
Mehr Messdaten

Technische Daten

  • BauformOver-Ear
  • Bauweisehalboffen
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer)15 - 25.000 Hz
  • Impedanz53,95 Ohm
  • Schalldruckpegel (SPL)90,46 dB
  • Druck gemittelt aus großem und kleinem Kopf417,5 g
  • Gewicht mit Kabel284 g
  • Gewicht ohne Kabel229 g
  • Kabellänge300 cm

Lieferumfang

  • Adapter auf 6,35 mm

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